Songs from the Second Floor

  1. Ø 0
   2000
Songs from the Second Floor Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Songs from the Second Floor: Eigenwillige und originell existenzialistische Szenenfolge jenseits konventioneller Erzähldramaturgie.

Absurder Alltag in einer apokalyptischen Welt: Ein Angestellter wird erniedrigt und entlassen. In aller Öffentlichkeit wird ein Einwanderer auf der Straße verprügelt, unbeachtet von den Passanten. Ein Magier erlebt einen fatalen „Betriebsunfall“, indem er versehentlich vor Publikum einen Menschen zersägt. Und immer wieder Karl (Lars Nordh), der Möbelhändler, dessen Kopf mit Asche bedeckt ist. Er hat seinen eigenen Laden angezündet, um an die Versicherungssumme zu kommen.

Vor einer statischen Kamera lässt Regisseur Roy Andersson Laiendarsteller verschmitzt in absurd-skurrilen Szenen agieren. 2000 erhielt er dafür den Preis der Jury in Cannes.

Ein Fremder wird auf der Straße brutal zusammen geschlagen, was Passanten nicht zur Kenntnis nehmen. Ein Magier zersägt auf der Bühne irrtümlich einen Menschen. Ein Mann, dessen Kopf mit Asche bedeckt ist, hat seinen eigenen Möbelladen der Versicherungssumme wegen angesteckt und hat eine Auseinandersetzung mit seinem Sohn in einer Bar.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • In Cannes bekam dieser schräg balladeske schwedische Film über chaotische Lebenssituationen den Spezialpreis der Jury. Autor und Produzent Roy Andersson hat ihn über einen Zeitraum von vier Jahren gedreht mit Laien-Darstellern. Ein spezieller Film für Freunde des hintersinnigen bis schwarzen Humors.

    Schon Anderssons erster Spielfilm „A Swedish Love Story“ wurde vor mehr als drei Jahrzehnten auf der Berlinale ausgezeichnet, mit dem zweiten, „Giliap“, landete er in der renommierten Quinzaine des Réalisateurs in Cannes 1976. Eine Reihe von ebenfalls international prämierten Werbefilmen diente ihm unter anderem dazu, seinen sehr persönlichen Erzählstil zu entwickeln. „Songs from the Second Floor“ ist ein wunderbares Beispiel für die lapidare, einfache Struktur seiner präzise arrangierten und choreographierten Bilder. Die Kamera (Istvan Borbas) ist absolut statisch, und jede Szene ist in einer einzigen Weitwinkel-Einstellung aufgenommen. So blickt man beispielsweise auf eine Straße, in der Menschen an einer Haltestelle stehen, im Vordergrund gehen Menschen vorbei oder bewegen sich auf Rollschuhen quer durchs Bild, andere schieben in entgegengesetzter Richtung ein Auto die Fahrbahn entlang. Man sieht einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit, der begrenzt ist wie ein Foto, nur dass innerhalb der Cadrage Bewegung ist, sich das Bild verändert. Andersson selbst nennt dies „kontrollierte Einfachheit“ und will mit dieser Methode „eine spezifisch isolierte Klarheit“ zum Ausdruck bringen. So komponiert er eine höchst eigenwillige und originell existenzialistische Szenenfolge jenseits konventioneller Erzähldramaturgie und erreicht damit einen skurrilen, schlitzohrig amüsanten Unterhaltungs-Effekt, der die Weisheit eines guten Witzes und die Lebenserfahrung eines realistischen Individualisten hat. Ein Fremder wird auf der Straße brutal zusammen geschlagen, was Passanten überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen; ein Magier zersägt auf der Bühne irrtümlich einen Menschen; ein Mann, dessen Kopf mit Asche bedeckt ist, hat seinen eigenen Möbelladen der Versicherungssumme wegen angesteckt und hat in einer Bar eine Auseinandersetzung mit seinem Sohn; ein gigantischer Verkehrsstau legt die gesamte Stadt lahm. Andersson macht uns mit seinem Film auf die Absurditäten unserer Wirklichkeit aufmerksam, macht sie uns bewusst und vermittelt gleichzeitig den Ernst der Lage wie den unübersehbaren Spaß an der Freud‘. fh.

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