Filmhandlung und Hintergrund

Sympathische Familienkomödie mit Thomas Heinze als Korrespondent, der sämtliche Italienklischees erlebt - nach dem Roman "Quattro Stagioni: Ein Jahr in Rom" des ehemaligen Italien-Korrespondenten Stefan Ulrich.

Michael Heinrich arbeitet für eine international verbreitete Tageszeitung aus Köln und lässt sich gegen den Widerstand von Frau und Tochter nach Rom versetzen. Mit großer Gelassenheit erträgt er den typisch italienischen Lebensstil: nichts funktioniert. Verblüffend rasch passt sich der Journalist an. Seine Berichte über die Papstreise nach England sind pure Fantasie: Er hat das Flugzeug verpasst. Als ihm seine Frau ein Verhältnis unterstellt, gehen ihm allerdings die Ausreden aus.

Bilderstrecke starten(3 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Sommer in Rom

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

2,0
1 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(1)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Sommer in Rom: Sympathische Familienkomödie mit Thomas Heinze als Korrespondent, der sämtliche Italienklischees erlebt - nach dem Roman "Quattro Stagioni: Ein Jahr in Rom" des ehemaligen Italien-Korrespondenten Stefan Ulrich.

    Für WDR-Maßstäbe ist dieser Film durchaus überraschend. Die Kölner sorgen regelmäßig für einige der besten Mittwochsfilme, heimsen dauernd Preise ein und lassen Dramen produzieren, die sich immer wieder mit relevanten Themen befassen.

    „Sommer in Rom“, gemeinsam mit der Degeto sowie Geld von Arte produziert, klingt jedoch nicht nur dem Titel nach wie eine „Herzkino“-Geschichte fürs ZDF. Die Handlung trägt sich in Italien zu, und wie in allen Filmen dieser Art können selbst die römischen Kinder prima deutsch. Sprachlich endgültig unglaubwürdig wird der Film, wenn die von deutschen Schauspielern verkörperten Einheimischen anfangen, Italienisch zu reden.

    Ist man darauf jedoch vorbereitet, lässt sich „Sommer in Rom“ als kurzweilige Familienkomödie genießen, die auf sympathische Weise altmodisch wirkt. Hauptfigur Michael Heinrich (Thomas Heinze) ist Tageszeitungsjournalist. Er arbeitet für ein Weltblatt aus Köln, das international ebensoviel Renommee genießt wie die Washington Post. Dem mehr oder weniger offenen Protest von Gattin Susanne (Esther Schweins) und der halbwüchsigen Tochter (Mala Emde) zum Trotz hat er die Stelle als Italienkorrespondent der Zeitung angenommen. Munter hüpft das auf dem autobiografischen Romanbestseller „Quattro Stagioni - Ein Jahr in Rom“ des früheren „SZ“-Korrespondenten Stefan Ulrich basierende Drehbuch (Matthias Stoltze, Lothar Kurzawa sowie Regisseur Stephan Meyer) nun zwischen familiären und beruflichen Handlungssträngen hin und her und bedient dabei ohne Scheu fast alle nur denkbaren Italienklischees.

    Gerade dank Thomas Heinze ist die Komödie dennoch ausgesprochen vergnüglich, selbst wenn Michaels journalistischen Eskapaden mitunter etwas zweifelhaft sind. Dass ihm seine Chefin 10.000 Euro überlässt, weil ein wunderlicher Archäologie Beweise für ein uraltes etruskisches Matriarchat gefunden haben will, grenzt fast an ein Märchen. Endgültig absurd ist die Idee, dass Michael seine Zeitung mit gefälschten Berichten über eine Papstreise nach Großbritannien versorgt, weil er das Flugzeug verpasst hat, und seine Vorgesetzte (eine hübsche kleine Rolle für Margarita Broich) eine Fortsetzung erwartet, obwohl sie den Betrug durchschaut hat.

    Aber Stephan Meyer inszeniert die Ereignisse ohnehin mit einem Augenzwinkern, und das gilt natürlich auch für die familiäre Ebene. Mitunter gibt es großzügige Anleihen beim Boulevardtheater, wenn Michael in Abwesenheit seiner Gattin der verboten attraktiven Nachbarin Maria Unterschlupf gewährt, weil sie sich ausgesperrt hat. Er widersteht der Versuchung zwar, aber Ärger kriegt er trotzdem. Maria-Darstellerin Anna Julia Kapfelsperger ist übrigens die einzige, die optisch und akustisch überzeugend als Einheimische durchgehen könnte; Dietrich Mattausch dagegen ist als Italiener komplett unglaubwürdig. Trotzdem macht es Spaß, den Schauspielern zuzuschauen; gerade Mala Emde hält sich neben den beiden Profis Heinze und Schweins sehr gut. Und Rom, dessen Sehenswürdigkeiten selbstredend ausführlich zur Geltung kommen, ist ohnehin eine Fernsehreise wert. tpg.

Kommentare