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Somersault - Wie Parfüm in der Luft

   Kinostart: 19.05.2005

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Filmhandlung und Hintergrund

Coming-of-age-Geschichte um eine 16-Jährige, die sich nach einem Streit mit ihrer Mutter alleine durchschlagen will.

Nach einem Streit mit der Mutter, der sie eben erst den Liebhaber ausspannte, flieht die 16-jährige Heidi (Abbie Cornish) in den abgelegenen Wintersportort Jindabyne. Dort findet sie bei der älteren Hotelbesitzerin Irene (Lynette Curran) nicht nur einen Job, sondern auch offene Ohren für ihre Probleme. Heidi ist sich ihrer Wirkung auf Männer voll bewusst und stolpert von einer Affäre in die nächste, bis schließlich der Farmersohn Joe (Sam Worthington) ihren Weg kreuzt und tiefere Gefühle weckt.

Eine für einen Film aus Australien ungewohnt winterliche Kulisse wählte Regisseurin und Langfilmdebütantin Cate Shortland für ihr einfühlsames Coming-of-Age-Arthousedrama.

Die 16-jährige Heidi flüchtet sich in einen kleinen Wintersportort, nachdem sie von ihrer Mutter mit deren Liebhaber erwischt wurde. Heidi ist sich ihrer Wirkung auf Männer mehr als bewusst und setzt ihre Sexualität ein, um ihre Grenzen zu erfahren. Voller Schuldgefühle und Scham stolpert sie von einer Affäre in die nächste, bis sie für den Farmerssohn Joe Gefühle entwickelt.

Die 16-jährige Heidi haut von zu Hause ab, nachdem ihre Mutter sie beim Knutschen mit dem Lebensgefährten ertappt hat. Fast pleite landet sie in einem trostlosen Skiort, wo sie sich betrinkt und mit Typen herummacht, um einen Schlafplatz zu ergattern. Als Heidi einen Job in einer Tankstelle findet und den Farmersohn Joe kennen lernt, scheint sich die Lage zu bessern. Doch mit ihrer unverblümten Art und ihrem ungebremsten Hang zu alkoholisierten Eskapaden mit herzlosen Bastarden legt sie sich selbst immer neue Steine in den Weg.

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Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. In symbolhaften Bildern erzählt die Regisseurin Cate Shortland die Geschichte eines Teenagers, der erwachsen wird.
      In kühle Farben sind die Bilder eingetaucht. Eiseskälte herrscht in der Stadt in den Bergen. Kleine Eiskristalle auf Servietten, oder als Anhänger, zeigen das Fehlen von menschlicher Wärme und das Ausgestoßensein von Heidi.

      Heidi kommt an einen ihr fremden Ort. Sie kennt niemanden und sie hat kaum Geld dabei. Sie muss um ihr Überleben kämpfen, weil sie glaubt, dass es kein Zurück gibt in das Leben, wo sie ein Zuhause hat und eine Sicherheit im Rücken, die ihr später den Stoß in die Selbständigkeit erleichtert hätte.

      Sie ist bereit alles zu geben, ihren Körper, später ihr Herz. Doch wer sich zu so ei-nem niederen Preis anbietet, der fällt.
      Keiner der Männer mit denen sie sich einlässt fragt, woher sie kommt, warum sie hier ist und ob sie Hilfe braucht.
      Man erschrickt, wie sie sich immer wieder auf Männer einlässt, die gerade wegen ihrer schnellen sexuellen Bereitschaft, nichts Ernsthaftes von ihr wollen. Aber das ist es auch nicht, was sie sucht.
      Zu Joe sagt sie, nachdem er sie mit den beiden Jungs überrascht hat, sie habe nicht alleine sein wollen und die Beiden deshalb mitgenommen.

      Die Schauspielerin Abbie Cornish spielt die Figur der Heidi, als habe sie all das was sie erlebt, selbst durchlebt. Es ist ein sehr sensibler und zugleich starker Charakter, den sie hier entwirft. Heidi scheint von einem anderen Planeten. Sie nimmt die Welt anders wahr, als ihre Mitmenschen. Sie fasst gerne Gegenstände an, einfach um ihrer selbst willen. Meist bunte Sachen. Pinkfarbene Kaugummi Packungen oder den schimmernden Glitter auf einer Karte in ihrem Tagebuch. Sie befühlt die Welt um ihre Schönheit aufzunehmen. Sie schaut durch eine rote Skibrille und freut sich einfach daran, wie damit die Welt anders aussieht.

      Heidi ist weder dumm noch naiv, sie versteht, die Folgen ihres Handelns. Es ist ein innerer Trieb zur Selbstzerstörung, der sie antreibt. Und ihr gleichzeitig beim überle-ben helfen soll. Widersprüchlich wie Pubertierende eben sind.

      Die Ästhetik, die von Heidi ausgeht, findet sich auch in den Bildern wieder. Wunder-schöne Landschaftsaufnahmen stehen im Gegensatz zu den oft grausamen Men-schen, die diese Gegend besiedeln. Zum Beispiel der Stiefvater von Bianca, der Kol-legin von der Tankstelle, der Heidi von seiner Stieftochter fernhalten will. Hat sie ihn doch zufällig an ihrem ersten Tag in der Stadt, um einen Job gefragt. Jeden Job wür-de sie machen, hat sie angeboten und ihm das heraushängende Etikett seines Pullo-vers rein gesteckt und dabei etwas zu lange verweilt. Doch er hatte keinen Bedarf.

      Der Film erzählt die Geschichte von jemandem, der seine Wurzeln abgerissen hat und versucht, diese an einem anderen Ort wieder zum anwachsen zu bringen. Dabei sind es vor allem die anderen Menschen, die dabei ein Hindernis sind. Besonders in dieser ländlichen Umgebung gilt es gegen Vorurteile anzukämpfen.
      Heidi kennt niemanden. Und keiner weiß, aus welchen Verhältnissen sie stammt, sie hat hier keine Geschichte. Außerdem bekommt jeder in dem kleinen Ort mit, wer sich mit wem herumtreibt. All diese Umstände machen es der Fremden schwer Fuß zu fassen.

      „Somersault-Wie Parfum in der Luft“ erzählt die Geschichte von jemandem, der sei-nen Platz im Leben finden muss. Schlechte sowie gute Erfahrungen säumen dabei den Weg von Heidi. Auch wenn Joe wohl nicht die Liebe ihres Lebens ist, dafür ist sie wohl auch noch zu jung, weiß sie jetzt, wie sie auf keinen Fall danach suchen sollte.
      Und auch wenn sie nur eine fragmentarische Familie hat, so weiß sie am Ende, dass sie doch ein Zuhause hat.

      Fazit: Wunderschön fotografierter Film über ein Mädchen auf der Flucht vor der eigenen Schuld und der Suche nach sich selbst.
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    2. Somersault - Wie Parfüm in der Luft: Coming-of-age-Geschichte um eine 16-Jährige, die sich nach einem Streit mit ihrer Mutter alleine durchschlagen will.

      Das bemerkenswerte Spielfilmdebüt der australischen Regisseurin Cate Shortland, die bereits mit einigen preisgekrönten Kurzfilmen auf sich aufmerksam machte, lief in Cannes in der Reihe Un Certain Regard. Der langsame Takt des Arthouse-Films fordert zwar etwas Geduld, belohnt aber mit genauen Charakterzeichnungen bis in die Nebenrollen hinein. Auch wenn die Erzählung nicht immer mit der möglichen Stringenz vorangetrieben wird, überzeugt die in ihrer Einfachheit tiefe Geschichte um die Wirrnisse des Erwachsenwerdens.

      Sieben Jahre lang entwickelte Shortland ihr eigenes Drehbuch, und diese Sorgfalt schlägt sich nieder in detaillierten Personenbeschreibungen, die ein Leben der Figuren jenseits ihrer Szenen vor der Kamera erahnen lassen. Die differenzierten Charaktere, die mit ihren unterschiedlichen Lebensherausforderungen zu kämpfen haben, finden ihre Entsprechung in schneeverhangenen Landschaften und den düsteren Lokalitäten eines Skiorts. Das Setting mutet europäisch an und ist nicht gerade das, was man hierzulande von einem Aussie-Film erwartet.

      Die Regisseurin lässt nicht den typischen immerblauen Down-Under-Himmel scheinen, sondern verlegt ihre Coming-of-Age Geschichte in die klamme Umgebung eines kleinen Wintersportortes. Dorthin, nach Jindabyne, flieht die 16-jährige Heidi (Abie Cornish zeigt überzeugend Verletzlichkeit unter einer rauen Schale), nachdem sie von der Mutter in flagranti mit deren Liebhaber erwischt wurde. Heidi ist sich ihrer Wirkung auf Männer mehr als bewusst und setzt, in einem kindlichen Akt des Ausprobierens, ihre Sexualität ein, um ihre Grenzen zu erfahren. Voller Schuldgefühle und Scham stolpert sie von einer Affäre in die nächste, bis sie für den Farmer-Sohn Joe (Sam Worthington) Gefühle entwickelt. Sie sucht sich einen Job und eine Bleibe, um ihm nahe zu sein, knüpft soziale Kontakte mit Irene, einer älteren Hotelbesitzerin, die sie beherbergt, und einer jungen Arbeitskollegin und deren autistischem Bruder. Doch Joe, ebenso unreif wie Heidi, kann die Unzufriedenheit, in der er gefangen ist, nicht deuten und seine Gefühle nur schwer artikulieren. So ist ihrer Liebe zwar kein Happy End beschert, doch gehen beide gereift aus diesem Zusammentreffen hervor, mit einer Ahnung davon, was sie vom Leben und von der Liebe erwarten. Heidi lernt, was es heißt zu verzeihen, und die Versöhnung von Mutter und Tochter liefert einen Anhaltspunkt dafür, dass ihr Leben fortan in anderen Bahnen verlaufen könnte.

      Die Unwirtlichkeit der Umgebung setzt sich fort in der Kühle des Umgangs der Personen untereinander, deren Unfähigkeit, ihre Gefühle zu verstehen beziehungsweise zu kommunizieren. Auch wenn Shortlands Blick wenig Mitleid zeigt, verrät sie dennoch ihre Figuren nicht. Die Empathie stellt sich nur viel langsamer ein, als es bei einer gefühlsbetonteren Regie der Fall wäre. Die Handkamera von Robert Humphery spiegelt die emotionalen Konflikte der Figuren, viel Blau und Stahl unterstreicht die Distanziertheit, mit der diese Geschichte eines emotionalen Reifeprozesses fesselnd erzählt wird. boe.
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