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Solo für Weiss: Für immer schweigen

  

Filmhandlung und Hintergrund

Der vierte Fall für Anna Maria Mühe als unterkühlte Kommissarin ist ein Krimi, dem die Kritik am Gesundheitssystem die Spannung raubt. Der Titel erinnert an das Hochzeitsritual aus Hollywood-Romanzen („…oder für immer schweigen“). Damit hat der vierte Film mit Anna Maria Mühe als Zielfahndern des Kieler LKA jedoch rein gar nichts zu tun. Davon abgesehen hat sich die Reihe leider auch von der Qualität der ersten...

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der vierte Fall für Anna Maria Mühe als unterkühlte Kommissarin ist ein Krimi, dem die Kritik am Gesundheitssystem die Spannung raubt.

    Der Titel erinnert an das Hochzeitsritual aus Hollywood-Romanzen („…oder für immer schweigen“). Damit hat der vierte Film mit Anna Maria Mühe als Zielfahndern des Kieler LKA jedoch rein gar nichts zu tun. Davon abgesehen hat sich die Reihe leider auch von der Qualität der ersten beiden Episoden (2016) entfernt. Schon der dritte Fall, „Es ist nicht vorbei“ (2018), hatte nicht mehr die Intensität des zweiteiligen Auftakts, erzählte aber immerhin eine fesselnde Geschichte, die in die DDR zurückreichte. „Für immer schweigen“ ist dagegen ein handelsüblicher Krimi, der sich zudem eines gesellschaftlich relevanten Themas annimmt. Mitunter wirkt „Für immer schweigen“ sogar, als sei die Kritik am Gesundheitssystem der eigentliche Motor des Projekts gewesen.

    Die Handlung beginnt mit einer Verfolgungsjagd: Ein Mann flieht vor Nora Weiss in einen Rohbau, klettert aufs Gerüst, kann sich nicht mehr halten und fällt in die Tiefe, als ihm die Kommissarin eine helfende Hand verweigert. Allerdings hat Karl Strasser (Ole Puppe), mutmaßlicher mehrfacher Vergewaltiger, den Sturz überlebt; fortan schleicht er als ständige Bedrohung durch das Leben der Kommissarin. Die eigentliche Geschichte ist jedoch eine ganz andere, und die ist deutlich weniger packend; auf diese Weise entsteht der Eindruck, als habe das Psychoduell mit dem Vergewaltiger wenigstens für etwas Spannung sorgen sollen. Die beiden Ebenen haben zudem rein gar nichts miteinander zu tun, entpuppen sich also nicht etwa am Schluss als zwei Facetten desselben Falls. Einzige Überschneidung ist der aus Syrien stammende Chirurg Al-Salim, der Strasser behandelt und kurz darauf bei der Explosion seines Autos ums Leben kommt.

    Mathias Klaschka hat fast alle Drehbücher für die vorzügliche ZDF-Reihe „Kommissarin Heller“ und auch die drei bisherigen „Solo für Weiss“-Krimis geschrieben. „Für immer Schweigen“ liegt jedoch deutlich unter seinem gewohnten Niveau. Ein reines Ablenkungsmanöver ist zum Beispiel der tragische und in unnötiger Breite erzählte Tod eines kleinen Jungen, der an den Folgen einer Mandeloperation gestorben ist. Die Nebenebene wirkt wie ein Vorwand, um die Profitfixierung selbst staatlicher Kliniken anzuklagen. Maren Eggert hat als Anästhesistin Ines Geissler im Grunde nur die Aufgabe, auf die permanente Überlastung der Ärzte und weitere Missstände hinzuweisen: Al-Salims Stelle sei im Nu wieder besetzt worden, weil Krankenhäuser nur mit Operationen Geld verdienen; auf Pfleger warte man vergeblich. Natürlich ist das ein Skandal, und selbstverständlich kann sich auch ein Krimi dieses Themas annehmen; aber die Geschichte darf nicht zum bloßen Vehikel einer Botschaft werden. Gerade bei einem erfahrenen Autor wie Klaschka erstaunt es umso mehr, dass die Handlung insgesamt sehr konstruiert wirkt. „Für immer schweigen“ unterscheidet sich vom Alltagskrimi letztlich nur noch durch die Hauptfigur und ihre klirrend kalte Verkörperung durch Anna Maria Mühe.

    All‘ das hat womöglich nicht zuletzt mit der Regie zu tun. Die Filmografie von Maria von Heland enthält zwar auch den ersten „Julia Durant“-Krimi („Jung, blond, tot“, 2018, Sat.1), aber ansonsten hat die gebürtige Schwedin zuletzt neben mehren Märchenfilmen vor allem als Komödien kaschierte Familiendramen gedreht: fürs ZDF „So einfach stirbt man nicht“ (2019), für die ARD-Degeto „Eltern und andere Wahrheiten“ (2017). Die verschiedenen Verfolgungsjagden wirken dank agiler Kamera, passender Musik und flottem Schnitt zwar angemessen temporeich, aber richtig packend ist erst die letzte Szene, als es in Noras Haus zum finalen Zweikampf mit Strasser kommt. tpg.

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