Filmhandlung und Hintergrund

TV-Liebesdrama, bei dem nicht nur der Titel an den Hollywood-Erfolg "Während du schliefst" mit Sandra Bullock erinnert.

Mitten im Maisfeld erleidet Bauer Hans einen Herzinfarkt und fällt ins Koma. Gattin Teresa fügt sich in ihr Schicksal, bewirtschaftet den Hof allein weiter und fährt jeden Abend ins Krankenhaus. So vergeht die Zeit. Als ein attraktiver Ingenieur auf ihrem Land den Bau einer Windkraftanlage überwacht, ist es um Teresa geschehen. Lange wehrt sie sich gegen ihre Gefühle, dann gibt sie nach; in diesem Moment wacht ihr Mann wieder auf.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Solange du schliefst: TV-Liebesdrama, bei dem nicht nur der Titel an den Hollywood-Erfolg "Während du schliefst" mit Sandra Bullock erinnert.

    Mit diesem Titel hat sich das ZDF keinen Gefallen getan, zumal die Grundzüge der Handlung ohnehin an den Hollywood-Film „Während du schliefst“ mit Sandra Bullock erinnern. Und dabei entwickelt die Geschichte von „Solange du schliefst“ durchaus ihren eigenen Reiz.

    Ein Mann fällt ins Koma; die Frau, die ihn liebt, erwärmt sich derweil für einen anderen. Der Titel sorgt dafür, dass man erst recht mit der Nase auf die Parallelen gestoßen wird. Dabei haben die Geschichten neben dem Koma und der frischen Liebe, beides allerdings zugegebenermaßen die wichtigsten dramaturgischen Säulen, kaum weitere Gemeinsamkeiten; abgesehen davon ist die amerikanische Produktion eine romantische Komödie und „Solange du schliefst“ ein Drama. Vielleicht bestand die Aufgabe der insgesamt vier beteiligten Autoren - die Idee hatte Axel Staeck, Kristin Derflers Drehbuch ist von Antonia Rothe und Katrin Milhahn überarbeitet worden - ja darin, die Parallelen auszumerzen. Wenn dem so war, ist das rundum gelungen: Schon nach wenigen Augenblicken entfaltet die Geschichte ihren eigenen Reiz.

    Dies sowie die Neugier darauf, wie es weitergeht, verdankt der Film Katharina Böhm, der man ohne zu Zögern ihre Rolle glaubt: eine standfeste Landwirtin, die sich in ihr Schicksal fügt und den Hof weiter bewirtschaftet, als Gatte Hans (Götz Schubert) mitten im Maisfeld einen Herzinfarkt hat und ins Koma fällt. Eine schlichte, aber wirkungsvolle Bilderfolge verdeutlicht, wie die Zeit vergeht: Gerade noch stand der Mähdrescher am Ende einer unsinnigen Kreisspur im Maisfeld, dann ist es abgeerntet, es liegt Schnee, neue Pflanzen wachsen. Die anschließende Einblendung „Ein Jahr später“ ist eigentlich eine Beleidigung der Zuschauerintelligenz.

    Tapfer fährt Teresa Brandt jeden Abend nach getaner Arbeit ins Krankenhaus, was naturgemäß an ihren Kräften zehrt. Erneut genügen wenige Momente, um zu zeigen, wie wertvoll Freundschaft ist; Steffi Kühnert spielt den guten Geist ähnlich sparsam wie Katharina Böhm die Bäuerin. Ohnehin inszeniert Nicole Weegmann ihren ersten Film seit dem vielfach ausgezeichneten Schuldrama „Ihr könnt euch niemals sicher sein“ mit bemerkenswerter Zurückhaltung. Einzig angesichts der scheinbar endlosen Weite - gedreht wurde im Landkreis Müritz (Mecklenburg-Vorpommern) - kommt Jo Heims Kamera ins Schwelgen; ansonsten ergeht sie sich in stiller Hommage ans rustikale Glück, das durch den Infarkt so jäh beendet wurde.

    Und dann taucht Sören Gawron auf. Mark Waschke, ungewohnt brünett, agiert als Ingenieur, der auf dem Land der Brandts den Bau einer Windkraftanlage überwacht und in einem Wohnwagen lebt, im positiven Sinn ähnlich eigenschaftslos wie die anderen Schauspieler. Sören ist ein Mann, er sieht gut aus, er ist ungebunden; und er pflegt abends Leonard Cohen zu hören und in Teresas Sichtweite vor seinem Wohnwagen eine Zigarette zu rauchen. All das genügt, um ihn begehrenswert zu machen. Weegmann inszeniert dieses stille Verzehren ganz subtil; schmachtende Blicke wären hier ohnehin völlig fehl am Platz.

    Als sich das Paar zum ersten Mal küsst, wacht Hans aus dem Koma auf. Endlich kommt auch Götz Schubert als zunächst verbitterter Gatte zu seinem Recht; auch er ist ja ein Schauspieler, der aus seinen Rollen keine große Sache macht. Eigentlich passiert ohnehin nicht viel in dieser Geschichte; aber dafür entwickelt sie eine bemerkenswerte Intensität. tpg.

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