So ist Paris

  1. Ø 3
   2008
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So ist Paris Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

So ist Paris: Berauschende, auch melancholische Lebens- und Liebeskomödie und Liebeserklärung an die Seine-Metropole.

Der todgeweihte Pierre (Romain Duris) tanzte einst am Moulin Rouge und wartet auf eine Herztransplantation. Seine allein erziehende Schwester Elise (Juliette Binoche) kümmert sich trotz starker Auslastung rührend um ihn. Indessen beginnt sich eine Nachbarin für den kranken Pierre zu interessieren. Andere hadern mit ihren eigenen Liebesproblemen: Ein chronisch schlecht gelaunter, in die Jahre gekommener Uni-Professor, ein Gemüsehändler und ein illegaler Einwanderer.

In der Stadt der Liebe angesiedelter Gefühlsreigen, in dem jeder sein Kätzchen sucht. Cédric Klapisch, der mit den beiden „L’auberge espagnole„-Filmen das Publikum überzeugte, berauscht mit einer Liebeskomödie vom Leben in Paris und lässt auch betrübliche Untertöne zu.

Ein Tänzer aus dem Moulin Rouge kann nur eine Herztransplantation vor dem sicheren Tod retten. Seine Schwester kümmert sich rührend um ihn. Ein schon etwas in die Jahre gekommener, nörgelnder Uniprofessor ist immer noch auf der Jagd nach einer jungen Studentin. Ein Gemüsehändler und ein illegaler Einwanderer haben ihre eigenen Problemen mit der Liebe.

Im Alltag kreuzen sich die Wege völlig unterschiedlicher Menschen: Im Mittelpunkt ein Tänzer, den nur eine Herztransplantation vor dem sicheren Tod retten kann, seine Schwester, eine Sozialarbeiterin, die sich um ihn kümmert und nur langsam Gefühlen öffnet, ein Uniprofessor auf der Jagd nach einer jungen Studentin, sein Architektenbruder und eine schnoddrige Bäckerin, ein Gemüsehändler zwischen vergangener und neuer Liebe, ein illegaler Einwanderer.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Regisseur und Drehbuchautor Cédric Klapisch hat sich mit einem Spielfilm über seine Heimatstadt selbst einen Herzenswunsch erfüllt. In einem bunten Bilderreigen aus montierten Parallelszenen wirft er einen leicht verklärten Blick in das Leben verschiedener Bewohner und begleitet sie auf ihren alltäglichen Wegen. Dabei ergibt sich eine Fülle von sehr authentisch anmutenden Begegnungen, die einen lebendigen Einblick in das Labyrinth der Großstadt bieten.

    Die Geschichten verdichten sich jedoch nicht zu einer Gesamtatmosphäre. Soziale Brennpunkte und kritische Töne bleiben ausgespart und die Bilder laufen ohne finalen Kulminationspunkt scheinbar beliebig weiter, wie in einer auf Automatikbetrieb eingestellten Diashow. Die Titelbehauptung „So ist Paris“ könnte die Relativierung „auch“ vertragen. Der Eiffelturm, so viel ist gewiss, steht noch, und Klapisch betont die romantische Tradition der Stadt, spielen doch sinnliche Begierden eine ebenso große Rolle wie schmucke Häuserfassaden.

    Das Beste an dem Bilderreigen sind die Schauspieler, denen es allen gelingt, ihre Figuren glaubhaft und interessant wirken zu lassen, ja sogar, ihnen bei aller Knappheit der Darstellung Emotionen zu verleihen. Auch diesen Film schmückt Juliette Binoche mit ihrer charmanten Warmherzigkeit. Sie hat als Sozialarbeiterin Elise auch die größte und vielseitigste Rolle – als Berufstätige, als Schwester und später auch als Frau, die nach der Liebe Ausschau hält. Auch der von Romain Duris gespielte herzkranke Pierre hat mit seinen einsamen Blicken vom Balkon und seiner unterkühlten Nachdenklichkeit Substanz.

    Der männliche Sympathieträger allerdings ist der Geschichtsprofessor Roland Verneuil, der nach dem Tod seines Vaters in eine Midlife-Krise gerät. Er bombardiert eine junge Studentin – die Frau, die Pierre vom Balkon aus beobachtet – mit schwülstigen anonymen SMS. Fabrice Luchini spielt den alternden Genießertypen mit emotionaler Lebendigkeit und verleiht ihm spannende Auftritte, vor den Kameras einer Fernsehsendung ebenso wie beim Psychoanalytiker.

    Klapisch begleitet auch die Gemüsehändler, bei denen zum Beispiel Elise einkauft, durch ihren Alltag. Für eine nächtliche Erkundung der Großmarkthalle mit ein paar angetrunkenen feinen Ladies haben die Männer schon mal Zeit. Für die gestresste Elise ist ein humorvoller Kommentar des Händlers beim morgendlichen Einkauf schon ein Ausdruck von Kiezheimeligkeit. Auch die Struktur der Montage folgt der Idee einer organischen Verbindung in der Anonymität. Elise wirft bei Pierre Küchenabfälle in den Müll, danach sieht die Kamera dem Müllmann auf der Straße zu. Ein bisschen mehr Verdichtung und Straffung hätten dem Film gut getan.

    Fazit: Cédric Klapischs Montage kleiner Geschichten aus seiner Heimatstadt plätschert angenehm und leicht verklärt dahin.
  • Cédric Klapisch folgt in dieser berauschenden Lebens- und Liebeskomödie mit melancholischen Untertönen dem Herzschlag von Paris und erzählt dabei zärtliche „petites histoires“ von Schmerz und Glück.

    Paris, die Stadt der Liebe und neben New York wohl die berühmteste gefilmte urbane Folie. An den Reigen ultimativer Paris-Filme wie „Die fabelhafte Welt der Amélie“, „Die Liebenden von Pont Neuf“ oder „Angel A“ schließt Cédric Klapisch mit seinem Kaleidoskop aus Emotionen und Chaos an. Im Alltag kreuzen sich die Wege völlig unterschiedlicher Menschen: Im Mittelpunkt ein Tänzer, den nur eine Herztransplantation vor dem sicheren Tod retten kann, seine Schwester eine Sozialarbeiterin, die sich um ihn kümmert und nur langsam Gefühlen öffnet, ein Uniprofessor auf der Jagd nach einer jungen Studentin, sein Architektenbruder und eine schnoddrige Bäckerin, ein Gemüsehändler zwischen vergangener und neuer Liebe, ein illegaler Einwanderer. “ … und jeder sucht sein Kätzchen“ hieß 1996 Klapischs Ode an ein von Zerstörung bedrohtes Viertel der Stadt, zwölf Jahre später nimmt er mit auf eine Reise durch ein Paris der Postkartenbilder von Montparnasse und Montmartre, der Place Vendome und der Place de la Concorde, den großen Boulevards und den kleinen Märkten. Seine Protagonisten sind in der Lichterstadt zu Hause und kämpfen mit Problemen, begegnen und verlieren sich aus den Augen. Die Verknüpfung der einzelnen Personen und Schicksale wirkt zufällig und bruchstückhaft, manche Figuren treffen sich nie und man sucht auch Querverbindungen vergeblich. Gemeinsam ist allen das mangelnde Talent zum Glück, das Taumeln zwischen tiefem Schmerz und kurzer Seligkeit, das Zappeln im Netz unspektakulärer Banalität. Die Pariser – von Fabrice Luchini als nörgelndem und frustriertem Hochschullehrer abgesehen – sind hier nicht die üblichen Snobs oder eingebildeten Bourgeois, sondern Individuen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, die den Zuschauer ein Stück weit an ihrem Leben beteiligen. Romain Duris überrascht als verführerischer Moulin Rouge-Tänzer, der durch seine Krankheit die kleinen Dinge schätzen lernt, die Arroganz der Schönheit abwirft und in seiner Verletzbarkeit rührt. Juliette Binoche ist eine sanfte Mutter Courage mit Strahlkraft, die für alle da ist und sorgt und fast zu spät lernt, die eigenen Bedürfnisse zu stillen. „So ist Paris“ für jeden anders, fremd und nah, einfach faszinierend im Glanz des nächtlichen Eiffelturms, der in dieser Liebeserklärung an die Seine-Metropole immer wieder mit den Sternen um die Wette glitzert. mk.

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