Filmhandlung und Hintergrund

Mix aus Liebesfilm und Drogendrama aus der Schweiz.

Partygirl Nico (Julie Fournier) feiert mit ihrer Freundin Wanda (Zoé Miku) die Züricher Nächte durch und lebt seit ihrem Schulabschluss in den Tag. Mit ihren wohlhabenden Eltern pflegt die 20-Jährige keinen Kontakt. Um ihre teuren Eskapaden zu finanzieren, lässt sie sich mit dem Clubbesitzer Boris (Stefan Gubser) ein. Gerne würde sie der trivialen Oberflächlichkeit entkommen, aber erst, als sie den HipHop-Revoluzzer Paco (Carlos Leal) kennen lernt, ist sie elektrisiert. Aus Liebe beginnt sie seine rebellischen Ideen auf selbstzerstörerische Weise umzusetzen.

Eine schicke Scheinwelt aus Partys, Drogen und Sex trifft auf die harte Realität samt bohrender Sinnfragen in dem überzeugenden Schweizer Jugenddrama, das Unsicherheit, Angst und die Kluft zwischen Arm und Reich genau registriert.

Die 20-jährige Julie ist ein Partygirl aus Zürich. Aus reichem Haus stammend, lebt sie seit dem Schulabschluss in den Tag hinein und vertuscht so ihre innere Angst und Ungewissheit. Eines Abends trifft sie den Hip-Hop-Sänger Paco und beide verlieben sich ineinander. Julie ist beeindruckt von Pacos rebellischer Attitüde und beginnt, sie in ihre eigene Welt zu übertragen - mit selbstzerstörerischen Folgen.

Die bildhübsche Nico ist ein Zürcher Goldküstengirl, das mit Freundin Wanda das Nachtleben samt Koks genießt und Schauspielerin werden will. Da verliebt sie sich bei einem Konzert in Paco, den Sänger einer Hip-Hop-Band. Der ist total p.c. und verabscheut Drogen, weil sie seinem Bruder das Leben gekostet haben. Nach einer Tour durch Zürichs Vororte werden sie ein Paar. Doch das Glück hält nur kurz. Sie streiten sich. Und als Nico ihrem Dealer eine Wahnsinnssumme schuldet, stürzt sie vollkommen ab.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Snow White: Mix aus Liebesfilm und Drogendrama aus der Schweiz.

    Vitales experimentelles Märchen um ein Schweizer „Schneewittchen“ zwischen Partylaune, Drogenszene, Absturz und Happy End.

    Seit dem Drogenkrimi „Strähli“ und der Büchner-Verfilmung „Lenz“ wartet die Schweiz wieder mit international gefragten Filmen auf. Regisseur Samir („Forget Baghdad“) schrieb mit „Strähli“-Autor Michael Sauter das Drehbuch für diese experimentierfreudige Temporeise mit der 18-jährigen bildschönen Bankertochter Nico (Julie Fournier), die ihr Leben als Züricher „Goldküstengirl“ in Papas Villa mit Partys, Sex, Drogen und süßem Leben verbringt. Freund Boris (Stefan Gubser), der die Revue- und Konzertbar Casanova betreibt, nennt sie „Schneewittchen“, mit ihrer besten Freundin Wanda (Zoé Miculezky) heizt Nico im Club die Stimmung an. Als sie sich in Paco (Carlos Leal), Leadsänger der Genfer Band „Menace Evasions“, verliebt, will sie für den Hip-Hopper mit den sozialkritischen Texten, der Drogen verabscheut, ihr Leben ändern.

    Der federleichten Romanze zwischen idealistischem Arbeitersohn und launischer Kapitalistentochter, die auf dem Dach des Fernheizwerks Sex haben, folgt der tiefe Fall der Prinzessin. Während Paco mit der Band tourt, nimmt Nico ihren Lebensstil wieder auf. Sie lässt sich für „kranke“ Mode-Fotos aufnehmen, wird drogenabhängig, verscherbelt der Schulden wegen Daddys Sportwagen, wird ausgesperrt, landet mit Wanda in der Prostitution bei einem Escort Service. Als Wanda ums Leben kommt, jagt sich Nico, am Ende ihrer Kraft, eine Kugel in den Kopf, überlebt wie durch ein Wunder und stürzt buchstäblich ins Happy End.

    Über die wilde Art, Romanze, Märchen und Großstadtrealismus zu verbinden hinaus, überrascht Samirs rasant unterhaltende Zürich-Ballade mit formellen Experimenten und einer Vielfalt an Filmstilen. In verschiedenen Formaten und mit unterschiedlichem Material - 35mm, Digitalkamera, Super-8 - gedreht, mit Multiple Screen, asynchronem Ton, mal Dogma-Kino, mal strahlende TV-Welt des Melodrams, verfolgt Samir Schneewittchens Odyssee mit vitalem Erzählergestus, lässt Nico (nicht umsonst durch den Vornamen mit der Band Velvet Underground assoziiert) und Paco, die auch als Off-Erzähler fungieren, gewandt an Klischeeklippen vorbeischrammen und bietet freches modernes Erzählkino. ger.

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