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Simon Magus

Filmhandlung und Hintergrund

Was der internationale Verleih als „eine magische Erzählung aus einer vergangenen Welt“ ankündigt, ist hochwertiges Augenfutter für alle, die die untergegangenen jüdischen Dorfstrukturen des „shtetl“ in den Ländern Osteuropas nur noch aus den Romanen und Novellen des Nobelpreisträgers Isaac Bashevis Singer (Barbra Streisands „Yentl“) oder von Fotografien her kennen. Der letzte Spielfilm, der sich intensiv mit der...

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Kritikerrezensionen

  • Was der internationale Verleih als „eine magische Erzählung aus einer vergangenen Welt“ ankündigt, ist hochwertiges Augenfutter für alle, die die untergegangenen jüdischen Dorfstrukturen des „shtetl“ in den Ländern Osteuropas nur noch aus den Romanen und Novellen des Nobelpreisträgers Isaac Bashevis Singer (Barbra Streisands „Yentl“) oder von Fotografien her kennen. Der letzte Spielfilm, der sich intensiv mit der Gesellschaft der „chassidim“ befaßte, war Yolande Zaubermans „Ivan und Abraham“, der die Zeit der Pogrome in den 30er Jahren verfolgte.

    Wesentlich früher, um 1800, ist die sozialpolitische Parabel von Ben Hopkins (Regie und Buch) angesiedelt, der jenen Zeitpunkt einfängt, als es für die Ostjuden beinahe zum letzten Mal noch möglich war, ihre lebenswichtigen Handelsgeschäfte zu festigen. Der Bau der Eisenbahnlinie wird ein kleines schlesisches Dorf entweder ins Vergessen (die Linie führt vorbei) oder in die Zukunft (eine Station wird gebaut) führen. Trotz aller Intrigen des deutschen Geschäftsmannes Hase entscheidet sich der Landbesitzer (Rutger Hauer als belesener und Verse schmiedender deutscher Graf) für die Juden. Zwischen den Parteien steht der Titelheld, der, als debil verschrieen, vom Teufel (Ian Holm präsent wie immer) versucht, dieselbe Idee hat, aber sie mangels Finanzen nicht verwirklichen kann.

    Simon dient in dem gelegentlich schwerblütigen Film als Führer durch das Dorf, die Region und die sozialen Schichten, die trotz aller Rivalitäten aufeinander angewiesen sind. Aus seiner Perspektive des Außenseiters gewinnt die Liebe zwischen Dovid und Leah („Schindlers“ Embeth Davidtz) ebenso an Gewicht, wie die Zauberkünste, mit denen er die Tricks von Hase unterläuft. Der in dunklen, aber nicht düsteren Tönen gefilmte Abschied von einer Epoche (einmal wird das berüchtigte, „Shoah“ ankündigende Halsabschneiderzeichen gezeigt), die noch einmal liebevoll und leicht melancholisch ihre Schönheit und Zwänge kenntlich macht, sollte aufgeschlossene Besucher einen Abend wert sein. ger.
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