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Silvi

Kinostart: 03.10.2013
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Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomischer zweiter Frühling einer Berlinerin, die auf der Suche nach Liebe auf sexbesessene Männer stößt.

Nach über 30 Jahren Ehe, in der er sie wie ein Möbelstück behandelte, wird Silvi von ihrem Mann einfach stehen gelassen. Per Bekanntschaftsannonce beginnt die 47-Jährige die Liebe zu suchen und landet beim Versuch, ihr verpasstes Leben nachzuholen, hart in der Realität: Sämtliche Typen erweisen sich als Sexbesessene, die Bettsport mit Leidenschaft verwechseln. Erst in dem getrennt lebenden Familienvater Thomas findet Silvi ihr scheinbares Glück, doch der vermeintliche Traumkerl hat von allen die größte Macke.

Nach über 30 Jahren Ehe, in der er sie wie ein Möbelstück behandelte, wird Silvi von ihrem Mann einfach stehen gelassen. Per Bekanntschaftsannonce beginnt die 47-Jährige die Liebe zu suchen und landet beim Versuch, ihr verpasstes Leben nachzuholen, hart in der Realität: Sämtliche Typen erweisen sich als Sexbesessene, die Bettsport mit Leidenschaft verwechseln. Erst in dem getrennt lebenden Familienvater Thomas findet Silvi ihr scheinbares Glück, doch der vermeintliche Traumkerl hat von allen die größte Macke.

Beim Versuch, über Annoncen die Liebe zu finden, gerät eine Berlinerin an unausstehliche Sexmaniacs. Tragikomische Geschichte von Jungregisseur Nico Sommer, mit der sich Lina Wendel als Darstellerin von Format empfiehlt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Der Film "Silvi" beruht angeblich auf einer wahren Begebenheit. Was geschieht, ist wirklich geschehen, auch die Dialoge sind teils der Erinnerung der "wahren" Silvi entnommen. Er erzählt eine Geschichte von der Sehnsucht nach Liebe, das Streben nach Nähe, und die Angst vor der Einsamkeit.

      Dennoch ist der Film auch eine Komödie. Das liegt nicht etwas an der Handlung, eingestreuten Gags oder eingebauten Pointen, sondern an der zunehmenden Absurdität von Silvis Suche nach dem Mann für ihr weiteres Leben. Eine Absurdität des Alltags, die Regisseur Nico Sommer ganz trocken, aber mit viel Emphase und beständigem Respekt für seine Figuren präsentiert.

      Die Darsteller spielen mitreißend improvisierend, aus ihren Figuren heraus erforschen sie im Spiel die Echtheit der Situationen. Eingeschoben wird Schlagermusik – hier stand wohl Andreas Dresen mit "Sommer vorm Balkon" Pate. Gitte Haenning bietet Rat und Trost: "So schön kann doch kein Mann sein, dass ich ihm lange nachwein", oder "Ich hab beinahe 30 Jahre gebraucht um zu sein, wie ich eigentlich bin". Und in einigen Szenen beantwortet Silvi aus der Fiktionalität heraus Interviewfragen zu ihrem Leben, zu ihren Gefühlen. Dabei versetzt sich Hauptdarstellerin Lina Wendel voll und ganz in ihre Rolle und gibt dem Film eine überaus lebendige Frische und eine magische Authentizität.

      "Silvi" ist sichtlich mit geringem Budget produziert – und entstand sichtlich mit viel Engagement, viel Leidenschaft und viel Liebe. Ohne öffentliche Förderung hat sich der Regisseur zur Finanzierung auf Freunden und Verwandten bezogen. Hinter dem Projekt steht weder ein Fernsehsender noch ein Filmverleih - nur der Wunsch, einen kleinen, ganz großen Film zu machen.

      Fazit: "Silvi" ist das frische, leichte Porträt einer Frau auf der Suche nach einer neuen Liebe und einem neuen Leben. Regisseur Nico Sommer findet dabei genau den richtigen Ton zwischen Tragik und absurdem Humor.
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    2. Silvi: Tragikomischer zweiter Frühling einer Berlinerin, die auf der Suche nach Liebe auf sexbesessene Männer stößt.

      Tragikomischer zweiter Frühling einer Berlinerin, die auf der Suche nach Liebe allerhand Männer mit Sexmarotten aufstöbert.

      Wie beim Berlinale-Wettbewerb prämierten „Gloria“ sucht auch in der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ eine reife Frau das Glück: Für die Selbstfindung einer unerfahrenen, 47-jährigen Berlinerin in einer tragikomischen Charakterstudie schneidet sich Regisseur Nico Sommer ein paar dicke Scheiben von Andreas Dresen ab („Sommer vorm Balkon“). TV-Veteranin Lina Wendel verleiht der naiven Hauptfigur Wahrhaftigkeit. Und die originell ausgewählte Schlagermusik von Gitte Hænning trifft mit ihren anspruchsvollen Texten ins Schwarze, bringt die emotionale Einsamkeit und Verirrung von Silvi auf den Punkt. Denn schon in der ersten Szene wird die biedere Hausfrau von ihrem Mann verlassen. Es bleibt nicht die einzige Enttäuschung eines nun folgenden Date-Wahnsinns mit bizarren Sex-Maniacs. Bei ihrer erratischen Emanzipation landet die Ostdeutsche ungalant in der harten Realität, wo ihre Bekanntschaftsannoncen nur Typen anlocken, die auf Bettsport, BDSM und Kokain stehen, Experimenten, denen sie sich nicht verweigert, weil sie selbst Grenzen austesten will. Ihr Glück findet sie scheinbar schließlich im zutraulich-überschwänglichen Familienvater Thomas (Peter Trabner), doch der hat von allen die größte Macke.

      Mit direkter Handkamera, Jump Cuts schildert Nico Sommer („Solokind“) in seinem Berlin-Film Alltagsrealismus. Er wandelt an der Grenze zwischen Fiktion und Dokumentation, wenn er Silvi direkt in die Kamera sprechen lässt. Die Männerwelt entspringt so manchem „Dinner für Spinner“ und entpuppt sich als Quell absurden Humors in einer komisch-proletarischen Psychostudie, die einer Frau dabei zusieht, wie sie nach Jahrzehnten als Möbelstück einer unfairen Ehe erstmals beginnt sich ins Leben vorzutasten. Die Kamera, die Lina Wendel nie von der Seite weicht, registriert dabei alles: Nacktes und Peinliches, Intimes und Entblößendes, Tränen und Glück. Damit erhält die ungewöhnliche Romanze eine elektrisierende Wirkung. Ein später Coming-of-Age-Film, dessen Ende erst der Anfang ist.

      tk.
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