Filmhandlung und Hintergrund

Krude Lovestory aus dem Berlin der neunziger Jahre: Zwei unzufriedene Partymenschen probieren die Liebe.

Romeo und Julia sind alles andere als ein klassisches Liebespärchen. Die beiden Singles lernen sich in Berlin kennen und was sie verbindet, ist einzig Sex und daß sie Spaß haben wollen. Nicht einmal genug, um mehrere Tage gemeinsam zu überstehen bei ihrem Silvester-Trip nach Prag. Ziemlich schnell fliegen die Fetzen zwischen den ewig unzufriedenen Party-Menschen.

Eine Liebesgeschichte zu Ende der 90er Jahre. Der Schauplatz: Berlin. Romeo und Julia, zwei Großstadt-Indianer, wagen sich aufs Glatteis einer Beziehung, die nur aus Sex besteht. Die spannende Frage lautet dabei: Ist Liebe nach zehn „einzigartigen“ Partnern überhaupt noch einzigartig? Zur Klärung dieses Problems reisen die beiden zu Silvester nach Warschau. Unrealistische gegenseitige Anforderungen und weinerliche Selbstbezogenheit führen recht bald zum endgültigen Bruch.

Zwei unzufriedene Partymenschen probieren die Liebe nach dem Sex. Der prämierte Erstlingsfilm von Oskar Roehler („Die Unberührbare“) ist eine krude Lovestory aus dem Berlin der neunziger Jahre.

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Kritikerrezensionen

  • Silvester Countdown: Krude Lovestory aus dem Berlin der neunziger Jahre: Zwei unzufriedene Partymenschen probieren die Liebe.

    Nachdem der Regie-Förderpreis der Hypo-Bank bisher nur an Männer verliehen wurde, rechnetet man in diesem Jahr mit der Auszeichnung für eine Regisseurin. Als dann das Ergebnis verkündet wurde – der mit 60 000 DM dotierte Preis ging an Oskar Roehler und Martin Walz – sprang Roehler mit einer Mischung aus Ur- und Freudenschrei auf die Bühne. Daß sein harter Liebesfilm die Jury überzeugen konnte, hatte er nicht erwartet.

    Der 38jährige erzählt eine Liebesgeschichte aus dem Berlin der Neunziger Jahre. Zwei Singles (ausdrucksstark: Marie Zielcke) finden sich zusammen und fahren zur Nagelprobe der Gefühle über Silvester in eine osteuropäische Großstadt. Die Beziehung basiert nur auf Sex, etwas wenig wenn man für einige Tage aufeinanderhockt. So fliegen bald die Fetzen, wenn das Paar nicht gerade in der Horizontalen beschäftigt ist. Frustiert fahren sie nach Berlin zurück und spielen weiter die Einzelkämpfer in Sachen Liebe. Regisseur und Hauptdarsteller Rolf Peter Kahl produzierten den Film für nur 137 000 Mark, gedreht wurde in 18 Tagen auf Super-16. Roehler und Kahl finanzierten das Projekt größtenteils durch frühere Drehbuch- und Schauspielgagen, weitere Gelder kamen von Freunden. Unterstützung erhielt das Duo auch von die Industrie und von Reinhard Hauff von der DFFB, somit erfüllen sie die Anforderung von „kreativem, innovativen und unternehmerischen Engagement“.

    „Silvester Countdown“ zeigt den extremen Leistungsdruck zwischen Männern und Frauen abseits typischen Rollenverhaltens, die Suche nach Zuneigung, aber auch die Angst vor Bindung. Die krude Love-Story entspricht nicht gerade dem, was man unter politcal correct versteht. Die Sprache reduziert sich in manchen Szenen auf das berüchtigte Four-letter-word in deutsch, was durch permanente Wiederholung die Sache auch nicht spannender macht.

    Roehler, bisher als Kurzfilmregisseur und für Christoph Schlingensief („United Trash“, „Das deutsche Kettensägenmassaker“ ) und Max Schlichter („Ex“) als Co-Autor tätig, hat schon zwei weitere Projekte in der Schublade: „Gierig“ und „Der Mann, der mehr (als) Liebe braucht“. Beide möchte er hochkarätig besetzen.

    „Silvester Countdown“ ist das, was Kritiker in diesem Land aus Unsicherheit gerne mit dem Etikett „kleiner, schmutziger Film“ oder „radikal“ versehen. In Wirklichkeit ist „Silvester Countdown“ nur eine provokative Fingerübung, die in großstädtischen Programmkinos sicherlich ein spezifisches Publikum finden könnte. mk.

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