Filmhandlung und Hintergrund

Zeitgemäßes Update des klassischen Blaxploitation-Films von 1970, in dem Samuel Jackson als Neffe des Original-Shafts eine blendende Figur abgibt.

Der Millionärssohn und Rassist Wade tötet einen Schwarzen und wird von Detective John Shaft verhaftet. Doch Wade kommt auf Kaution frei und flieht in die Schweiz. Zwei Jahre später kehrt er zurück. Startschuss für einen Rachefeldzug Shafts, der sich bei der Suche nach einer untergetauchten Belastungszeugin auch von korrputen Kollegen und einem Latinodrogendealer und dessen Schergen nicht aufhalten lässt.

Nach einem heftigen Streit über die korrekte Behandlung dringend tatverdächtiger junger Herren aus hohen Häusern wirft Inspektor John Shaft seinen Vorgesetzten die Polizeimarke vor die Füße, um hinfort wie sein legendärer Onkel als Privatdetektiv für Gerechtigkeit zu sorgen bzw. einen zu Unrecht auf freiem Fuß befindlichen, rassistischen Mörder seiner gerechten Strafe zuzuführen. Letzterer war in der Zwischenzeit nicht untätig und hat ein Zweckbündnis mit einem gefürchten Druglord geschlossen. Shaft ist davon nicht beeindruckt.

Nach einem Streit mit seinen Vorgesetzten wirft Inspektor John Shaft die Polizeimarke hin, um privat für Gerechtigkeit zu sorgen: Vor Gericht steht der Millionärssohn und Rassist Wade, der trotz Mord mit einem Freispruch rechnet. Zeitgemäßes Update des klassischen Blaxploitation-Films.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Er war ein Symbol seiner Ära und gilt bis heute als Urvater des Blaxploitation-Kinos, des schwarzen Independent-Films. Und er war ein Kassenmagnet. Drei Kinofilme mit ihm und eine Fernsehserie gab es. John Shaft, der Urvater der schwarzen Coolness, der richtungsweisend auch für das Kino von heute war, denn ohne ihn würde wohl ein tarantinoscher Stil nicht existieren und das Black Cinema wäre wohl auch heute nicht dort wo es ist.

      Also, warum nicht eine kleine Wiederbelebung wagen und John Shaft in die 90er schicken. Schade nur, dass "Shaft - Noch Fragen?" Kommerz-Kino ist und wenig vom Geiste seines Vaters, oder besser seines Onkels, hat. Denn der John Shaft von damals ist Samuel L. Jackson nicht. Das war Richard Roundtree, der hier als "Onkel John" auftaucht, gealtert zwar, doch von seinem Charisma hat er nichts verloren, so dass die Szenen mit ihm die Höhepunkte des Films markieren.

      Jackson spielt einen John Shaft, der für die Polizei arbeitet und wesentlich unbeherrschter ist, als sein herumschnüffelndes Vorbild. Der Detektiv John Shaft musste immer eine Gratwanderung zwischen Polizei und Unterwelt machen und schlug die Bösen immer eiskalt, aber mit Bedacht ins Gesicht, denn der Zustand der Polizei war ihm klar.

      Er wusste, dass die Gesetzeshüter, unterwandert von Korruption, nicht besser sind, als die bösen Buben. Der neue John Shaft hingegen ist ein Idealist, der denkt, dass das Gesetz über alles geht. Solange bis er entdeckt, dass Gesetz nicht gleich Gerechtigkeit ist. Und so kommt es zu seinem privaten Rachefeldzug.

      Selbstjustizfilme haben schon immer für hohe Publikumszahlen gesorgt, besonders wenn die Selbstjustiz gewissermaßen hintenrum kommt, denn dann konnte man dem Film, wie es in der Post-Reagen-Ära normal geworden ist, den Lynchgedanken noch nicht mal vorwerfen. Im alten "Shaft" hatte man solche Probleme nie. So tötete Shaft, wenn er töten musste, rettete, wenn er retten musste und trat die Leute in den Hintern, wenn er treten musste.

      Der Shaft von heute hat nicht das Format und die Klasse des alten "Shaft". Daran krankt der Film, trotz guter Besetzung. Das fällt natürlich nur auf, wenn man die alten Filme kennt. Kennt man sie nicht, bekommt man allerdings auch nicht viel geboten. Dafür ist die Story zu einfach und nichtssagend, so dass man sich zwar unterhält, aber dem Film keine Bedeutung beizumessen braucht.

      Allen "Shaft"-Fans wird die Atmosphäre des Originals fehlen. Wenn man gemäß des Kult gewordenen Titelsongs fragt, "Can You Dig It?", wird wohl kaum einer Samuel L. Jackson schreien. Der einzig wahre Shaft ist und bleibt Roundtree, Jackson hat keine Chance, ihn zu toppen. Eine andere Besetzung wäre aber nicht besser gewesen, so dass man Jackson keine Vorwürfe machen kann, denn Darsteller mit dem Stil eines Richard Roundtree gibt es heute wohl nicht mehr.

      Regisseur John Singleton macht seine Sache auch redlich, doch aus der Vergangenheit hätte der Mann, der mit "Boyz'N'the Hood" einen Klassiker des neuen schwarzen Kinos schuf, eigentlich lernen sollen, dass man sich, wenn man kritisch sein will, von der puren Kommerzfabrik Hollywoods fern halten sollte. Doch Singleton fällt hier den Mechanismen von Hollywoods Produzenten zum Opfer, denen man wohl am ehesten die Seelenlosigkeit von "Shaft - Noch Fragen" anhängen kann.

      Die übrigen Rollen sind leider klischeehaft. Vanessa Williams gerät als Shafts Partnerin zur bloßen Staffage, Christian Bale als rassistischer Schurke wird zur Lachnummer, besonders nachdem er mit seinem "American Psycho" doch zeigte, wie gut er den Bösen darstellen kann. Seine Figur ist jedoch bereits vom Drehbuch her nur als großkotziger Jammerlappen angelegt, der kein Schurkenformat besitzt. Bale ist nicht in der Lage, gegen diese Beschreibung seiner Figur anzukämpfen.

      Änlich ergeht es der großartigen Toni Collette. Als Mordzeugin hat sie auch nur eine Aufgabe: Gejagt werden und dabei nicht auf die Klappe fallen. Selten zuvor hat man so eine Verschwendung von schauspielerischem Talent gesehen. Es scheint als hätten alle ihre Rollen nur des Geldes wegen gespielt.

      Trotzdem ist "Shaft - Noch Fragen" immer noch recht unterhaltsames Popcornkino. Würde nicht "Shaft" draufstehen, wäre der Streifen ein akzeptables Hollywood-Movie, das man sich bedenkenlos im Kino ansehen könnte, auch wenn es nur knapp überdurchschnittlich ist. Schade ist aber wirklich, dass durchaus Tendenzen abzusehen sind, wie der "Shaft"-Film hätte sein können, denn zumindest in der Szene, in der Shaft mit seinem Onkel und seinen Freunden in einer Kneipe feiert, blitzt noch etwas vom Charisma des Originals durch.

      Fazit: Akzeptables Hollywood-Popcorn-Kino, das aber lange nicht an das Charisma seines Originals heranreicht.
    2. Shaft - noch Fragen?: Zeitgemäßes Update des klassischen Blaxploitation-Films von 1970, in dem Samuel Jackson als Neffe des Original-Shafts eine blendende Figur abgibt.

      In den frühen 70er Jahren geriet die schwarze Antwort auf James Bond zur Gallionsfigur des Blaxploitation-Genres und mit dem slicken Remake wird bewiesen, dass John Shaft immer noch der Mann für den Job ist. Im neuen Jahrtausend tritt Samuel L. Jackson selbstsicher in die Fußstapfen des superlässigen Gesetzeshüter und kann mit seinem nonchalanten Charisma und seiner patentierten Coolness die „badass“-Attitüde des Original-Shafts noch übertreffen. Das Paramount-Studio durfte sich am Startwochenende über ein Einspiel von 21,7 Mio Dollar freuen und auch im europäischen Markt kann man solide Ergebnisse erwarten.

      Der afro-amerikanische Regisseur John Singleton („Boyz ‚N The Hood“) meldet sich nach „Higher Learning“ und „Rosewood“ mit seinem bislang kommerziellsten Film zurück, ohne dabei sein sozialkritisches Anliegen zu vergessen. Singleton verfasste das auf dem gleichnamigen Roman von Ernest Tidyman gemeinsam mit Richard Price und Shane Salerno. Trotz kontemporären Zusätzen hat die Story nicht viel von ihrem Blaxploitation-Appeal eingebüßt und wird mehr von ihren Figuren als von ausgefallenen Actionsequenzen vorangetrieben. Das Buch webt ein mehrschichtiges Netz um Kriminalität und Korruption, doch Singleton versteht es die Plotstränge miteinander zu verknüpfen. Rassismus ist die Motivation für einen brutalen Mord an einem Schwarzen (Mekhi Phifer). Der Täter ist der reiche Schnösel Walter Wade Jr. (Christian Bale in diabolischem „American Psycho“-Modus), der von Detective Shaft mit Blut an den Händen verhaftet wird. Doch Wade wird auf Kaution freigelassen und verzieht sich in die Schweiz. Zwei Jahre später kehrt Wade zurück und Shaft beginnt seinen persönlichen Rachefeldzug gegen den Mörder, korrupte Cops (u.a. Dan Hedaya) und den hispanischen Drogendealer Peoples (Jeffrey Wright als exzentrischer Bösewicht). Alle sind sie auf der Suche nach der einzigen Zeugin (Toni Collette), was einigen von Shaft gestifteter Verwirrung und Verfolgungsjagden Vorschub leistet.

      Zu den Nebendarstellern rechnen des weiteren Rapstar Busta Rhymes, der als Shafts schusseliger Assistent für einigen „comic relief“ zuständig ist, sowie Vanessa Williams in einer eher unauffälligen Rolle als Polizeikollegin. Die volle Aufmerksamkeit zieht Jackson auf sich, der statt mit Afro-Look und Schlaghose ausgestattet, Glatze und Designer-Ledermantel trägt. Mit Eastwoodscher Kaltschnäuzigkeit, lockerem Ladykiller-Charme und augenzwinkerndem Humor stilisiert er sich zum ultracoolen urbanen Helden. Die unvergessene Titelmelodie steuert erneut Isaac Hayes bei und auch der Rest des Scores fügt sich weitgehend in guten alten Blaxploitation-Standard von Funk und Soul ein. ara.
      1. Er war ein Symbol seiner Ära und gilt bis heute als Urvater des Blaxploitation-Kinos, des schwarzen Independent-Films. Und er war ein Kassenmagnet. Drei Kinofilme mit ihm und eine Fernsehserie gab es. John Shaft, der Urvater der schwarzen Coolness, der richtungsweisend auch für das Kino von heute war, denn ohne ihn würde wohl ein tarantinoscher Stil nicht existieren und das Black Cinema wäre wohl auch heute nicht dort wo es ist.

        Also, warum nicht eine kleine Wiederbelebung wagen und John Shaft in die 90er schicken. Schade nur, dass "Shaft - Noch Fragen?" Kommerz-Kino ist und wenig vom Geiste seines Vaters, oder besser seines Onkels, hat. Denn der John Shaft von damals ist Samuel L. Jackson nicht. Das war Richard Roundtree, der hier als "Onkel John" auftaucht, gealtert zwar, doch von seinem Charisma hat er nichts verloren, so dass die Szenen mit ihm die Höhepunkte des Films markieren.

        Jackson spielt einen John Shaft, der für die Polizei arbeitet und wesentlich unbeherrschter ist, als sein herumschnüffelndes Vorbild. Der Detektiv John Shaft musste immer eine Gratwanderung zwischen Polizei und Unterwelt machen und schlug die Bösen immer eiskalt, aber mit Bedacht ins Gesicht, denn der Zustand der Polizei war ihm klar.

        Er wusste, dass die Gesetzeshüter, unterwandert von Korruption, nicht besser sind, als die bösen Buben. Der neue John Shaft hingegen ist ein Idealist, der denkt, dass das Gesetz über alles geht. Solange bis er entdeckt, dass Gesetz nicht gleich Gerechtigkeit ist. Und so kommt es zu seinem privaten Rachefeldzug.

        Selbstjustizfilme haben schon immer für hohe Publikumszahlen gesorgt, besonders wenn die Selbstjustiz gewissermaßen hintenrum kommt, denn dann konnte man dem Film, wie es in der Post-Reagen-Ära normal geworden ist, den Lynchgedanken noch nicht mal vorwerfen. Im alten "Shaft" hatte man solche Probleme nie. So tötete Shaft, wenn er töten musste, rettete, wenn er retten musste und trat die Leute in den Hintern, wenn er treten musste.

        Der Shaft von heute hat nicht das Format und die Klasse des alten "Shaft". Daran krankt der Film, trotz guter Besetzung. Das fällt natürlich nur auf, wenn man die alten Filme kennt. Kennt man sie nicht, bekommt man allerdings auch nicht viel geboten. Dafür ist die Story zu einfach und nichtssagend, so dass man sich zwar unterhält, aber dem Film keine Bedeutung beizumessen braucht.

        Allen "Shaft"-Fans wird die Atmosphäre des Originals fehlen. Wenn man gemäß des Kult gewordenen Titelsongs fragt, "Can You Dig It?", wird wohl kaum einer Samuel L. Jackson schreien. Der einzig wahre Shaft ist und bleibt Roundtree, Jackson hat keine Chance, ihn zu toppen. Eine andere Besetzung wäre aber nicht besser gewesen, so dass man Jackson keine Vorwürfe machen kann, denn Darsteller mit dem Stil eines Richard Roundtree gibt es heute wohl nicht mehr.

        Regisseur John Singleton macht seine Sache auch redlich, doch aus der Vergangenheit hätte der Mann, der mit "Boyz'N'the Hood" einen Klassiker des neuen schwarzen Kinos schuf, eigentlich lernen sollen, dass man sich, wenn man kritisch sein will, von der puren Kommerzfabrik Hollywoods fern halten sollte. Doch Singleton fällt hier den Mechanismen von Hollywoods Produzenten zum Opfer, denen man wohl am ehesten die Seelenlosigkeit von "Shaft - Noch Fragen" anhängen kann.

        Die übrigen Rollen sind leider klischeehaft. Vanessa Williams gerät als Shafts Partnerin zur bloßen Staffage, Christian Bale als rassistischer Schurke wird zur Lachnummer, besonders nachdem er mit seinem "American Psycho" doch zeigte, wie gut er den Bösen darstellen kann. Seine Figur ist jedoch bereits vom Drehbuch her nur als großkotziger Jammerlappen angelegt, der kein Schurkenformat besitzt. Bale ist nicht in der Lage, gegen diese Beschreibung seiner Figur anzukämpfen.

        Änlich ergeht es der großartigen Toni Collette. Als Mordzeugin hat sie auch nur eine Aufgabe: Gejagt werden und dabei nicht auf die Klappe fallen. Selten zuvor hat man so eine Verschwendung von schauspielerischem Talent gesehen. Es scheint als hätten alle ihre Rollen nur des Geldes wegen gespielt.

        Trotzdem ist "Shaft - Noch Fragen" immer noch recht unterhaltsames Popcornkino. Würde nicht "Shaft" draufstehen, wäre der Streifen ein akzeptables Hollywood-Movie, das man sich bedenkenlos im Kino ansehen könnte, auch wenn es nur knapp überdurchschnittlich ist. Schade ist aber wirklich, dass durchaus Tendenzen abzusehen sind, wie der "Shaft"-Film hätte sein können, denn zumindest in der Szene, in der Shaft mit seinem Onkel und seinen Freunden in einer Kneipe feiert, blitzt noch etwas vom Charisma des Originals durch.

        Fazit: Akzeptables Hollywood-Popcorn-Kino, das aber lange nicht an das Charisma seines Originals heranreicht.

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