Sexy Sadie

   Kinostart: 05.09.1996

Filmhandlung und Hintergrund

Unmoralische Ballade über einen Killer, der sich in seine Geisel verliebt.

Edgar ist raus. Die Kunde vom Ausbruch des Killers Edgar aus dem Gefängnis spricht sich herum wie ein Lauffeuer, und binnen kürzester Zeit erstehen fünf Menschen bei dem selben Dealer Waffen. Während einer nach dem anderen versucht, Edgar aus dem Weg zu räumen, erlebt der eine intensive Liebesbeziehung zu der Ärztin Lucy, die er als Geisel genommen hat.

Als Killer Edgar von der Gefängnisärztin Lucy erfährt, daß er nur noch wenige Tage zu leben hat, nimmt er diese kurzerhand als Geisel und bricht aus dem Knast aus. Die Nachricht spricht sich vor allem bei seinen Feinden wie ein Lauffeuer herum, und plötzlich tauchen nacheinander fünf haßerfüllte Männer und Frauen auf, die nichts anderes im Sinn haben, als Edgar ins Jenseits zu befördern. Der Killer merkt schließlich zu spät, daß seine Geisel Lucy nicht ganz zufällig bei ihm und er selbst nur eine der vielen Spielfiguren eines teuflischen Plans ist.

Unmoralische Ballade über einen Killer, der sich in seine Geisel verliebt.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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3 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

  • Sexy Sadie: Unmoralische Ballade über einen Killer, der sich in seine Geisel verliebt.

    Es hätte nicht des unklugen, unbedachten und unrichtigen Vorwurfs von Regisseur Matthias Glasner bedurft, der bei der Premiere im Panorama der Berlinale Journalisten für die Überfülle im Saal verantwortlich machte, daß man nach den mittelmäßigen „Mediocren“ seinen Zweitling besser beurteilt. Trotz eines vorschnellen Glasners also ein bedachtes, rechtes und vorurteilsfreies Urteil für „Sexy Sadie“, der von Anfang an durch sein Format (schwarz-weißes Scope, seit Woody Allens „Manhatten“ das Ideal für formsüchtige postmoderne Regisseure) besticht.

    Edgar ist raus (so sollte der Film ursprünglich heißen). Die Botschaft eilt durch Berlin, führt zu Waffenkäufen bei denen, die es angeht, und zu einem der gelungenen und konsequenten Running Gags der schwarzhumorigen Killerballade um einen Totgeweihten. Da Edgar (Jürgen Vogel mit der Tätowierung aus „Stille Nacht“) nur eine Woche bleibt, bis der Pac-Man-Tumor sein Gehirn erreicht hat, entführt er die ihn behandelnde Ärztin (Corinna Harfouch, ein Charaktergesicht unter Typen-Faces) und zwingt sie zu einer Fahrt in seine Vergangenheit als skrupelloser Mörder-Verunstalter-Triebtäter.

    Leichen pflastern Edgars coolen Weg, vom Hotelzimmer bis zum Labor, vom Daddy ohne Zunge bis zum Meistermechaniker, dem er einst die Augen-Backen-Haut ausriß (Richy Müller kann das spielen, blind mit Wumme). Vor dem geplanten Tod aber hat die seine Spritzen variationsreich setztende Ärztin noch ein paar Überraschungen bereit, die mit einem Gehirn namens Sadie zusammenhängen und am Wannsee ihr Ende finden.

    Lakonisch bis zur letzten Patrone serviert Glasner irgendwo zwischen Aki Kaurismäki, Jim Jarmusch und dem Don Siegel der 60er Jahre eine Story vom Tod eines Killers, die als konsequente Versuchsanordung einige Drehbuchlücken locker füllen kann. Den philosophischen Reifegrad eines Jean-Pierre Melville erreicht Glasner nicht, denn dazu fehlt ihm die traumhafte Formvollendung des Meisters. Aber was solls: ein deutscher Film mit Stil, das ist viel. ger.

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