Filmhandlung und Hintergrund

Beeindruckende Dokumentation und Hommage an den herausragenden Formel-1-Fahrer Ayrton Senna, der 1994 bei einem Unfall in Imola ums Leben kam.

Beindruckende Dokumentation über Ayrton Senna, für viele Experten immer noch der schnellste Formel-1-Fahrer aller Zeiten. BAFTA-Preisträger Asif Kapadia konzentriert sich in seinem Film vor allem auf die Zeitspanne zwischen dem Jahr 1984, in dem der Brasilianer sein erstes Rennen bestritt, und 1994, als Senna bei einem schweren Unfall auf dem Circuit von Imola tödlich verunglückte. Dabei entsteht das Bild eines fanatischen Speed-Spezialisten, der sich mit der Rennleitung ebenso anlegte wie mit seinem Dauerrivalen Alain Prost.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Als einer der weltbesten Formel 1-Piloten bleibt der 1994 mit 34 Jahren verunglückte Brasilianer Ayrton Senna in Erinnerung, dem Regisseur Asif Kapadia ein durchaus kritisches Denkmal setzt. Dabei konnte er auf die Unterstützung von Sennas Familie bauen, die nicht nur ihr Einverständnis für die Recherche gab, sondern auch unbekannte Dokumentaraufnahmen wie grobkörnige Amateurbilder aus frühen Tagen beisteuerte. Von TV-Schnippelparaden mit eintönigen „Taking Heads“ vor zappelndem Background setzt sich der Brite ab, indem er nur durchaus erhellendes Archivmaterial verwendet, während Freunde, Rennexperten und Ayrtons Schwester aus dem Off erläuternde Informationen liefern. Zwar differiert die Qualität des verwendeten Footage mitunter deutlich, denn es kommen neben TV-Berichten sowohl Super 8- als auch YouTube-Szenen zum Einsatz. Damit erhält man allerdings interessante Einblicke in Fahrerbesprechungen, die ansonsten nie das Licht der Öffentlichkeit erblickten.

      Schon allein die jahrelange Konkurrenzsituation zwischen dem jungen, aufstrebenden Star und seinem McLarem-Kollegen Alain Prost liefert dem Rückblick auf die Motorsportszene der Achtziger einen packenden Hintergrund. Dieser Konflikt schälte sich schon relativ bald heraus, nachdem der als „Professor“ oder „Techniker" der Rennstrecke verschrieene Prost und Draufgänger Senna, der gerade bei schlechter Witterung zu Höchstleistungen aufschwang, in verschiedenen Teams aufeinander trafen. Während beide als McLarem-Teammitglieder fuhren, verschärfte sich der Streit zwischen den eigensinnigen Rennstars. Es spricht allerdings für Prosts Professionalität, dass er nun als Co-Kommentator mitwirkt. Ein weiterer langjähriger Konflikt entfachte zwischen Senna und dem FIA-Leiter Jean-Marie Balestre, der mehrfach zweifelhafte Entscheidungen zugunsten seines Landsmannes Prost fällte und Senna 1989 den Weltmeistertitel aberkannte.

      Somit entwickelt Asif Kapadia eine fesselnde Biografie, die in den Bann zu ziehen vermag, obwohl man den tragischen Ausgang längst kennt. Am dramaturgischen Aufbau zeichnet sich das Talent des Spielfilmregisseurs ab, wobei sein einziger, bei uns im Kino kurz gezeigter Film, der Mystery-Thriller „The Return“, dagegen konzeptionelle Schwächen aufwies. An Sennas Privatleben zeigt sich Kapadia wenig interessiert – amouröse Beziehungen werden nur beiläufig gestreift. Vielmehr versucht er anhand von Interviews und TV-Ausschnitten, etwa aus einer brasilianischen TV-Silvestershow, Einblicke in die menschliche Seite des aus wohlhabenden Verhältnissen stammenden jungen Mannes zu geben. Es kommt sowohl der selbstbewusste, ehrgeizige Champion als auch das karitativ wirkende Idol zum Vorschein, der sich letztlich nie unterkriegen ließ.

      Einige atemberaubende Cockpit-Aufnahmen geben ein Gespür für den Geschwindigkeitsrausch und das notwendige Reaktionsvermögen des hartnäckigen Weltmeisters. Nebenbei glückt Kapadia ein erhellendes Zeitporträt der Formel 1-Ära zwischen Niki Lauda und Michael Schumacher, das sich weder an reiner Faktenreihung noch am bloßen Glamouraspekt verliert.

      Fazit: Mitreißende Verbindung aus kritischem Starporträt und demaskierendem Einblick in den Formel 1-Rennzirkus.
    2. Senna: Beeindruckende Dokumentation und Hommage an den herausragenden Formel-1-Fahrer Ayrton Senna, der 1994 bei einem Unfall in Imola ums Leben kam.

      Mit aussagekräftigen O-Tönen und bisher unveröffentlichtem Archivmaterial bestückte Hommage an Ayrton Senna, den schnellsten Rennfahrer der Formel Eins-Geschichte.

      Während in der Formel Eins mit Sebastian Vettel, dem jüngsten Weltmeister aller Zeiten, gerade ein neuer unwiderstehlicher Siegertyp heranreift, blickt BAFTA-Preisträger Asif Kapadia („The Warrior“) zurück. In seiner Dokumentation setzt er dem brasilianischen Rennfahrer Ayrton Senna, der am 1. Mai 1994 bei einem schweren Unfall in Imola tödlich verunglückte, ein beeindruckendes Denkmal. Dabei kommen Kapadia vor allem drei Dinge zu Gute. Zum einen hatte er uneingeschränkten Zugriff auf die Formel Eins-Archive und konnte somit teils unveröffentlichtes Material verwenden, zum anderen war ihm auch die Unterstützung der Familie des dreifachen Weltmeisters sicher, die ihm nicht nur Heimvideos aus dem Privatbesitz zur Verfügung stellte, sondern auch in O-Tönen Auskunft über ihren Sohn und Bruder gaben. Und schließlich ist es die polarisierende Figur Senna selbst, dieser fanatische Speed-Spezialist und gläubige Christ, der, wenn er sich ungerecht behandelt fühlte, sich mit der Rennleitung ebenso anlegte, wie mit seinem Dauerrivalen Alain Prost.

      Obwohl sich Kapadia dafür entschieden hat, Leben und Werk des brasilianischen Ausnahmerennsportlers chronologisch abzuhandeln – hier geht es vor allem um seine Zeit als Formel Eins-Fahrer von 1984 bis 1994 -, ist „Senna“ doch keine konventionelle Dokumentation geworden. Das liegt an einem ganz besonderen Kniff: Sämtliche Interviews, die Kapadi führte, finden im Off statt, das heißt, die Gesprächspartner sind niemals im Bild zu sehen. Stattdessen folgen Impressionen jenes Menschen, mit dem sich dieser Film auch in erster Linie beschäftigt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die schlechte Qualität der alten TV-Mitschnitte von den jeweiligen Rennen. Die 25 Jahre Lagerzeit haben doch schon schwer am analogen Material genagt. Kapadi kompensiert dies geschickt, indem er viel mit dramatisch dräuende Musik unterlegt, dann wieder mit Slow Motion ganz ohne Klangteppich und Atmo arbeitet und so dem Ganzen einen nostalgisch verklärenden Anstrich gibt. Dass „Senna“ dennoch nicht bloß eine Hommage an den „schnellsten Fahrer der Geschichte“ (2004 und 2006 wurde er posthum dazu von einer Expertenjury gewählt) ist, liegt auch daran, dass man ebenso erfährt, was hinter den Kulissen der Formel Eins geschieht, Bilder zu Gesicht bekommt, die normalerweise nicht über den Bildschirm flimmern. Wie etwa die internen Fahrerbesprechungen vor den jeweiligen Rennen, bei denen sich Senna als Heißsporn und, wenn auch oft auf verlorenem Posten, Kämpfer für die Rechte und Sicherheit der Piloten einsetzt. Hinzu kommen intime Statements von Sennas Mutter Neyde und Schwester Viviane sowie von Formel Eins-Ikonen wie Ron Dennis, Frank Williams und dem Rennarzt Sid Watkins, zu dem Senna ein ausgesprochen freundschaftliches Verhältnis pflegte.

      Im Kern aber ist und bleibt dieser Film, der 2011 in Sundance mit dem World Cinema Documentary Audience Award ausgezeichnet wurde, ein Lobgesang auf das einzigartige fahrerische Können Sennas, der 1993 in Donington das Kunststück fertig brachte, mit seinem McLaren-Ford auf regennasser Fahrbahn alle fünf vor ihm liegenden Fahrer noch in der ersten Runde zu überholen. Und das kann ihm auch ein Michael Schumacher, der inzwischen sämtliche Formel Eins-Rekorde hält, nicht mehr nehmen. lasso.
    3. „Wertvoll”

        Ayrton Senna – ein Mythos des Motorsports, dreifacher Weltmeister der Formel 1. Ein Leben auf der Überholspur, abrupt und erschreckend beendet durch einen tödlichen Rennunfall. Asif Kapadias Dokumentation über eine der aufregendsten Sportgrößen beginnt mit Sennas Einstieg in die Formel 1, zeigt wie er den Formel 1-Zirkus knapp ein Jahrzehnt lang dominierte und endet mit seinem tragischen Tod auf dem Kurs von Imola. Komplett aus Archivmaterial und dramaturgisch einzigartig zusammengestellt dokumentiert SENNA das durch den Sport bestimmte Leben des ungemein ehrgeizigen Brasilianers, der zum Idol für sein ganzes Heimatland avancierte. Der Film gewährt dem Zuschauer auch Einblicke hinter die Kulissen des Sports: Sennas Rivalität mit Konkurrent Alain Prost oder sein teils ungebremstes Verhalten gegenüber den Funktionären. Eine brillante Hommage an einen außergewöhnlichen Rennfahrer und an einen ungewöhnlich charismatischen Menschen. Ein klarer Fall für die Pole Position.

        Jurybegründung:

        Am 1. Mai 1994 starb der dreifache brasilianische Weltmeister der Formel 1, Ayrton Senna, beim Rennen in Imola bei Bologna an den Folgen eines Unfalls auf der Rennstrecke. Schon zu Lebzeiten war dieser charismatische Mann eine Legende aufgrund seines wagemutigen Fahrstils, seiner jungenhaften Ausstrahlung und vor allem wegen seines unermüdlichen Einsatzes in seinem Heimatland für die Ärmsten der Armen. Sein kurzes Leben und sein dramatischer Tod auf der Rennstrecke sind der Stoff, aus dem sich auch durchaus fiktive Filme entwickeln ließen. Doch beschränkt sich der Film von Asif Kapadia allein auf Fakten und auf authentisches Bildmaterial. Und darin liegt die Stärke dieses Dokumentarfilms über einen großen Sportler und Menschen. Hier wird nichts geschönt oder dazu erfunden, es kommen nur Menschen zu Wort, die den jungen Brasilianer gekannt und seinen Weg zum Ruhm verfolgt haben wie seine Schwester, seine Mutter oder auch Kommentatoren der großen Rennen. Verwendet werden dabei neben Aufnahmen von den Rennen wie dem Großen Preis von Japan oder dem Großen Preis von Brasilien auch private Videofilme aus dem Besitz der Familie Sennas, die den dramatischen Rennszenen gegenüber gestellt werden und einen ganz anderen Menschen zeigen als den ernsten, konzentrierten und oft melancholisch anmutenden Sportler. Auch der dramaturgische Aufbau dieses Sportlerporträts ist bemerkenswert und folgt einem dramaturgischen Spannungsbogen: Es beginnt mit Aufnahmen von frühen Go-Kart-Rennen des erst Neunzehnjährigen und endet mit einem Blick auf diesen Anfang, wobei der tragische Tod Sennas kurz vor Ende des Films natürlich den eigentlichen Höhepunkt bildet. Auf diese Szene hin ist der Film angelegt. Auch für Menschen, die wenig für den Autorennsport übrig haben, sind die Duelle zwischen dem Haupt-Rivalen Alain Prost und Senna und dessen Kampf gegen die eigene Angst und für sein Lebensziel, den Rennsport, aber auch für ein Leben „danach“, fesselnd. Dabei tritt hinter dem Sportler und erfolgsverwöhnten Star des Rennsports auch immer wieder der Mensch Senna hervor, der aber sein Privatleben hermetisch abgeschirmt hat und sich für die ?-ffentlichkeit fast nur über seine sportlichen Erfolge definiert. Auch aufgrund der Materiallage ergeben sich dabei keine großen Überraschungen in Aufbau und Abfolge des verwendeten Film- und Tonmaterials und die Hinführung zu den bitteren Ereignissen des 1. Mai 1994 wirken fast zu plakativ und eindimensional im Vergleich zu dem ansonsten dramaturgisch so gekonnt konzipierten Film.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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