Filmhandlung und Hintergrund

Dokumentation über den Schulalltag in einem kleinen südfranzösischen Dorf, in dem Schüler verschiedener Altersstufen noch in einer Klasse unterrichtet werden.

In der französischen Provinz gibt es sie noch, jene eingleisigen Dorfschulen, in denen vom Kindergartenknirps bis zum älteren Grundschüler alle Kinder sämtlicher Altersklassen in einer Klasse von nur einem Lehrer unterrichtet werden. Georges Lopez ist der Leiter einer solchen Schule in einem kleinen Dorf in der südfranzösischen Auvergne, und seine Aufgaben gehen über das schlichte Vermitteln von Zahlen und Fakten weit hinaus.

Nachdem er im Rahmen einer Recherche über Probleme in der Landwirtschaft auf sein Thema stieß, nahm sich Dokumentarfilmer Nicolas Philibert zehn Wochen Zeit, den schwierigen Schulalltag in der Provinz einfühlsam zu portraitieren.

In einem abgelegenen Dorf im Herzen der Auvergne leitet George Lopez die örtliche Schule, in der er Schüler aller Stufen vom Kindergartenalter angefangen in einer Klasse unterrichtet. Der Film beobachtet den leidenschaftlichen Lehrer bei seiner außergewöhnlichen Aufgabe und die unterschiedlichen Schüler und ihre Entwicklung im Laufe eines Jahres.

Seit über 35 Jahren leitet der Lehrer Georges Lopez in einem abgelegenen Dorf im Herzen der Auvergne die örtliche Schule. Dort werden Kinder vom Vorschulalter bis zum Ende der fünften Klasse in einem einzigen Raum unterrichtet. Während die Kleinen Lesen lernen, knobeln die Großen an Mathematik-Aufgaben. Von Dezember 2000 bis Juni 2001 beobachtet der Film den leidenschaftlichen Lehrer, der seinen Beruf als Berufung sieht, bei seiner außergewöhnlichen Aufgabe, sowie die unterschiedlichen Schüler und ihre Entwicklung.

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Kritikerrezensionen

  • Sein und Haben - Être et avoir: Dokumentation über den Schulalltag in einem kleinen südfranzösischen Dorf, in dem Schüler verschiedener Altersstufen noch in einer Klasse unterrichtet werden.

    Eine Zwergschule in der tiefsten Auvergne. Fast nostalgisch könnte das Ambiente anmuten. Aber Nicolas Philibert beschränkt sich nicht auf eine soziologische Reportage, sondern erzählt eine universelle Geschichte über das Erlernen von sozialen Verhaltensweisen, Verantwortung und Solidarität. Und konnte damit beim „Europäischen Filmpreis“ gegen die Konkurrenz punkten. Er erhielt den zum zehnten Mal verliehenen „Europäischen Dokumentarfilmpreis – PRIX ARTE“. Ab 16. Januar ist dem Filmemacher auch eine Retrospektive im Arsenal in Berlin gewidmet.

    So richtig wohlig kann einem ums Herz werden, wenn man dem Lehrer Georges Lopez zusieht, der seit über 35 Jahren in einem abgelegenen Dorf in der Auvergne Kinder vom Vorschulalter bis zum Ende der fünften Klasse in einem Raum unterrichtet. Und alle ernst nimmt. Während die Kleinen Lesen lernen, knobeln die Großen an Mathematik-Aufgaben. Der Lehrer kümmert sich rührend um seine Schäfchen, die ihm Respekt entgegenbringen, aber auch emotional an ihm hängen. Er erklärt ruhig, was ein Alptraum und ein Phantom ist, sorgt nicht nur für Wissen, sondern trocknet Tränen, hört sich an, wie es mit den Eltern zu Hause steht und bringt auch schon mal Streithähne zusammen, die zu dicken Freunden werden. Unterrichten bedeutet für ihn Berufung, nicht Beruf. Zehn Wochen drehte Nicolas Philibert über den Zeitraum von Dezember 2000 bis Juni 2001. Am Ende heißt es Abschied nehmen, die Ferien beginnen. Der Film spricht viel von Trennung, das beginnt wenn die Mütter ihre Kinder in den Minibus setzen und die Tür sich mit einem lauten Klack schließt, wenn Lopez erwähnt, dass er bald in Rente geht, die älteren Schüler nach den Ferien eine weiterführende Schule besuchen. Subtil betrachtet der Dokumentarfilm die Kids, die noch nicht wissen, was auf sie zukommt, die ihre Gefühle offen artikulieren, bei Frust laut heulen, bei Zufriedenheit lachen oder bei Schwierigkeiten bockig reagieren. Manchmal sind auch Zweifel und Ängste zu spüren, der Schmerz einer jeden Kindheit. Nie rutscht Philibert in Schönfärberei oder Nostalgie ab, er glorifiziert nicht Vergangenes, aber lässt erkennen, dass diese Zwergschule Kindern etwas mit auf den Weg gibt, was man in den durchorganisierten Schulfabriken der Großstadt vergeblich sucht – Verantwortungsbewusstsein, gegenseitige Achtung, Autonomie, Fähigkeit zum eigenständiges Nach- und im günstigen Fall auch Querdenken. „Être et avoir“ kommt nicht dogmatisch daher, im Gegenteil – ist ein Film der leisen politischen Töne, der die Chance eröffnet, selbst eine Antwort auf existenzielle Fragen zu finden. Note 1! mk.

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