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See der wilden Gänse

Kinostart: 27.08.2020

Nan fang che zhan de ju hui: Neuer Thriller des Goldener-Bär-Gewinners von 2014, in dem der Anführer einer Bikergang auf der Flucht für seine Familie alles riskiert.

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„See der wilden Gänse“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Neuer Thriller des Goldener-Bär-Gewinners von 2014, in dem der Anführer einer Bikergang auf der Flucht für seine Familie alles riskiert.

Der Anführer einer Bikergang ist auf der Flucht. Unterwegs lernt er eine Frau kennen, die bereit ist, alles zu tun, um ihre Freiheit zurück zu erlangen. Die beiden tun sich zusammen, und weil ihnen bewusst ist, dass es keinen anderen Ausweg für sie gibt, setzen sie in einem Bahnhof im Süden Chinas alles noch einmal auf eine Karte.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • See der wilden Gänse: Neuer Thriller des Goldener-Bär-Gewinners von 2014, in dem der Anführer einer Bikergang auf der Flucht für seine Familie alles riskiert.

    Elektrisierender, lupenreiner Genrefilm um das Zusammentreffen eines Gangsters und einer Prostituierten.

    2014 hatte Diao Yi’nan mit seiner erst zweiten Regiearbeit, „Feuerwerk am helllichten Tage„, einer virtuos erzählten Serienmördergeschichte aus dem industriellen China, überraschend, aber auch verdient den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen. Und sich damit für Cannes in Stellung gebracht, wo er 2019 den Nachfolger vorstellte, „The Wild Goose Lake“ (Originaltitel: Nan fang che zhan de ju hui“). Wieder ist es ein lupenreiner Genrefilm geworden, wieder nutzt Diao einen vermeintlich bekannten Plot, um einerseits gekonnt mit den Erzählkonventionen zu spielen, andererseits die Realität eines vom Wohlstand abgehängten China zu reflektieren und seine Betrachtungen so nahtlos in die Handlung zu verweben, das keinerlei Reibungs- oder Tempoverlust entsteht. Aber „The Wild Goose Lake“ wäre auch ein Meisterwerk, wenn es gar keine Handlung gäbe. Die Virtuosität, mit der der Regisseur seine Setpieces inszeniert, wie er regelrecht genial mit Schnitt, Schatten, Licht, Kameraschärfen spielt, um Verfolgungsjagden als lustvolles Spiel mit den Mitteln des Suspense zu inszenieren, wie man das vielleicht noch nie gesehen hat, ist genial.

    Ein Mann und eine Frau treffen sich an einem Bahnhof in der chinesischen Provinz. Er ist Anführer einer Motorradgang und auf der Flucht. Bei einer Auseinandersetzung mit einer verfeindeten Gang hat er in der Hitze des Moments versehentlich einen Polizisten erschossen. Die Schlinge um seinen Hals zieht sich zu. Er erwartet eigentlich seine Frau, die ihn bei der Polizei abliefern soll, damit sie das Lösegeld einstreichen und die Familie ernähren kann. Gekommen ist eine „Badeschönheit“, wie sich die Prostituierten nennen, die weiße Sommerhüte tragen und um den Goose Lake herum ihre männliche Kundschaft bezirzen - und vielleicht, wahrscheinlich, eine Femme fatale. Sie hat eine Nachricht seiner Gangkollegen dabei. Fortan ist das Schicksal der beiden miteinander verbunden. Sie müssen einander trauen, obwohl sie - und das Publikum - in der Folge niemals so recht wissen, wer mit wem Allianzen schmiedet, wer gerade wen hintergeht, wer wem einen Gefallen schuldet oder unter Druck gesetzt wird, was genau das Endziel der beteiligten Parteien ist. Während also die Polizei näher rückt, entspinnt sich ein verrückt choreographierter Reigen, der pure Bewegung ist, der an die Menschenjagd aus „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“ erinnert oder an die berühmte Hatz durch die Kanalisation von Wien in „Der dritte Mann“. Es gibt einen Gruppentanz von Menschen in leuchtenden Turnschuhen auf einem Marktplatz zu den Klängen von Boney M und Dschinghis Khan (kein Scheiß!), eine betörende Liebesszene auf einer Barke, an deren Ende man wohl erstmals in einem chinesischen Film Sperma zu sehen bekommt, das von ihr beiläufig in den See gespuckt wird. Es gibt einen irrwitzigen Mord mit einem Schirm aus durchsichtigem Plastik, der sich auf der anderen Seite des durchbohrten Körpers aufspannt und so das spritzende Blut auffängt. Es gibt eine Verfolgung in einem Mietblock, die so vertrackt und kompliziert ist und so viele Figuren beinhaltet, dass einem schwindlig wird. Und den Boden unter den Füßen so fulminant wegzieht, dass man sich wünscht, sie würde ewig weitergehen, man könne immer weiterexistieren in diesem Limbo, in dem die Zeit stillzustehen scheint, weil auch sie aus dem Staunen nicht herauskommt, welche Ideen Diao Yi’nan und sein begnadeter Kameramann Dong Jingsong in diesem Noir-Szenario noch aushecken könnten, bis der Film ganz zum Schluss seine letzte fabelhafte Finte aus dem Hut zaubert. ts.
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