Secondhand Lions

  1. Ø 4
   2003
Secondhand Lions Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Secondhand Lions: Humor- und liebevolle Familiengeschichte über einen introvertierten Jungen, der von seinen exzentrischen Großonkeln in die Welt des Abenteuers entführt wird.

Walter ist ein schüchterner Junge, der von seiner exzentrischen Mutter nach Texas geschickt wird, wo er den Sommer bei seinen noch exzentrischeren Onkeln verbringen soll. Die haben beide aufregende und gefährliche Leben hinter sich – und wecken mit ihren wahnwitzigen Erzählungen die Abenteuerlust des Jungen.

Angeblich um einen Job als Stenotypistin anzunehmen, in Wahrheit aber um ungestört einen Freund zu sehen, lädt die Jungmutter Mae Anfang der 60er Jahre ihren Sohn Walter für die Dauer der Ferien bei ihren als verschroben und unberechenbar geltenden Großonkels ab, vorgeblich, damit ein Mann aus im wird, in Wahrheit aber, damit sich Walter nach Millionen umsehen kann, auf denen die alten Herren angeblich sitzen. In einem Sommer der Abenteuer wird aus Misstrauen Verständnis und aus Distanz Freundschaft.

Zwei alte Exzentriker vom Lande mit undurchsichtiger Vergangenheit sind genau die richtige Gesellschaft für einen introvertierten Stadtknaben in dieser hochkarätig besetzten Familienkomödie.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Charlton Heston, Präsident der National Rifle Association, dürfte seine helle Freude an „Secondhand Lions“ haben, denn seit geraumer Zeit hat man keine Familienunterhaltung mit mehr fidelem Gewehrhantieren gesehen. Abgesehen von dem eher deplazierten verniedlichten Feuerwaffen-Enthusiasmus finden sich in Gestalt der beiden Meistermimen Robert Duvall und Michael Caine zwei gewichtige Pluspunkte in der ansonsten unterhaltsamen Dramedy. Sie spielen die exzentrischen Großonkel von einem von seiner Mutter abgeschobenen 14-Jährigen (Haley Joel Osment aus „The Sixth Sense“).

    Drehbuch und Inszenierung übernahm Tim McCanlies, der sich mit dem Skript von „Der Gigant aus dem All“ empfahl. Erneut finden sich reichlich aufwallende Gefühlsregungen, die hier von einem emotionalen Score betont werden. Canlies wartet auf mit einer Mischung aus doppeldeutiger Coming-of-Age-Story, karikierter Abenteuergeschichte, sentimentalem Familiendrama und salopper Komödie, die vor allem durch verschiedene Rückblenden einen episodenhaften Charakter annimmt. Begonnen wird mit waghalsigen Flugmanövern von zwei alten Herren und einem anschließenden Todesnachricht-Telefonanruf an einen erwachsenen Karikaturisten. Dieser erinnert sich im Flashback zurück an den Tag, als ihn seine flatterhafte Mutter (Kyra Sedgwick) in den sechziger Jahren bei seinen beiden Großonkeln Hub (Duvall) und Garth (Caine) für den Sommer absetzt. Sie trägt ihrem Sohn Walter auf herauszufinden, wo die beiden ihr Millionenvermögen versteckt halten (was in Folge für ein leichtes Mystery-Element sorgt). Die beiden knorrigen Kauze sind wenig begeistert Babysitter zu spielen, und Walter ist nicht nur tieftraurig, einmal mehr sitzen gelassen zu werden, sondern in Ermangelung eines Telefons oder TVs zunächst auch schwer gelangweilt. Doch sobald die Onkel feststellen, dass ihre anderen lästigen Erbschaftsgeier-Verwandten Walter als Konkurrenz sehen und nicht ausstehen können, schließen sie den Jungen ins Herz. Garth beginnt Walter von ihrer abenteuerreichen Jugend in der Fremdenlegion zu erzählen und berichtet, wie Hub trotz der Feindschaft eines steinreichen Scheichs eine wunderschöne Beduinenprinzessin heiratete. Diese Rückblenden sind ambivalent gehalten, es handelt sich dabei also womöglich nur um ein eines Baron Münchhausen würdiges Märchen. Den Rest der Zeit vertreibt man sich damit, auf lästige Vertreter zu schießen, im Garten zu arbeiten, Teichfische mit dem Gewehr zu erlegen und sich einen alten Zirkuslöwen zu kaufen, der als Trophäe abgeknallt werden soll. Doch der erweist sich als zahm und fungiert als titelgebendes Symbol für die beiden alten Männer, die immer noch Biss haben und lernen, ihr Leben trotz fortschreitenden Alters in vollen Zügen auszukosten. Walter hingegen findet in den beiden erstmals echte Vaterfiguren – ein Prozess, bei dem kräftig auf die Tränendrüse gedrückt wird.

    Osment befindet sich in dem ungelenken Zwischenstadium zwischen Kindheit und einsetzender Pubertät. Man hat bereits jetzt das Gefühl, dass er seine frühreif-ernsthafte Rolle aus „The Sixth Sense“ wiederholt. Die Veteranen Duvall und Caine hingegen schütteln jeweils makellose Performances aus den Ärmeln. Mit Clint Eastwoods bevorzugtem Kameramann Jack Green wurde ein weiteres altes Ass eingesetzt, was sich im exquisiten Look der trotz mancher Makel immens unterhaltsamen Retro-Dramedy niederschlägt. ara.

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