Schnappt Shorty

  1. Ø 5
   1995

Schnappt Shorty: Nach dem Roman von Elmore Leonard entstand Barry Sonnenfelds brillante Pulp-Komödie.

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Filmhandlung und Hintergrund

Schnappt Shorty: Nach dem Roman von Elmore Leonard entstand Barry Sonnenfelds brillante Pulp-Komödie.

Chili Palmer ist Geldeintreiber für den Mob in Florida. Für den passionierten Filmfan trifft es sich gut, daß ihn ein Job über Umwege nach Hollywood führt. Dort nutzt Chili seine Erfahrung, um einem B-Movie-Produzenten vorzuführen, wie man Mittagessen mit Superstars arrangiert, Gangstern die Tür zeigt und die eigene Geschichte meistbietend als Filmstoff verkauft.

Chili Palmer, ein kleiner, aber äußerst effektiver Geldeintreiber der Mafia, wird von Miami nach Los Angeles geschickt, um beim Filmproduzenten Harry Zimm längst überfällige Spielschulden zu kassieren. Daß Chili Harry nicht gleich die Knochen bricht, liegt nur daran, daß der Ganove gleichzeitig ein großer Filmfreak ist. Er liebt genau jene grellen B-movies, die Zimm verantwortet. Also macht Palmer dem Produzenten einen Vorschlag, der für Zimm tätsächlich den großen Durchbruch bedeuten könnte. Dabei kommt es Chili zugute, daß das Hollywood-Business und der professionelle Geldverleih durchaus Parallelen aufweisen.

Mafia-Geldeintreiber Chili Palmer sollte nur seinen Job machen, stattdessen bleibt er in Hollywood, um selbst Kino zu machen. Köstliche Pulp-Komödie und Satire auf Hollywood nach einem Roman von Elmore Leonard.

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Kritikerrezensionen

  • Wenn einer von Elmore Leonards 32 Krimis nach einer Verfilmung verlangte, dann war es „Get Shorty“. Die sarkastische Abrechnung mit Hollywood kam von Herzen: Zu oft hatte der 70jährige Autor miterleben müssen, wie er von Geschäftshaien aus dem Filmbusineß über den Löffel barbiert wurde. „Get Shorty“ ist Leonard in Reinkultur, eine perfekte Entschädigung für die bisherigen müden Verfilmungen seiner guten Bücher. Im Jahr eins nach dem Aufstieg von Quentin Tarantino zur Popkulturikone gibt es nichts besseres für Fans postmoderner Coolness und erfrischender Filmunterhaltung. Es hilft, daß der brillant aufspielende John Travolta in Oscar- und „Pulp Fiction“-Laune ist. Sein Chili Palmer, ein Geldeintreiber in den Diensten der Mafia mit einer glühenden Passion für Film, ist wie sein Vincent in „Pulp Fiction“ ein eiskalter Verbrecher, aber elegant, zielstrebig und charmant. Selbst wenn er handgreiflich werden muß, bewahrt er ein Lächeln auf den Lippen. Travolta ist nicht allein: Gene Hackman als opportunistischer B- Film-Produzent, Rene Russo als ehemalige Scream Queen, Danny DeVito als oberflächlicher Filmstar, Dennis Farina als Mafioso und Delroy Lindo als bedrohlicher Drogenboß leben wie Travolta von Scott Franks ausgezeichnetem Drehbuch: Ganze Passagen des wunderbaren Originaldialogs rettete er in sein bewundernswert vorlagengetreues Skript. Dazu kommt eine Anzahl von verblüffenden Geschichten, die sich auf wundersame Weise wie zufällig zusammenfügen und am Schluß mit ähnlicher Eleganz wieder entwirren. Da ist nicht nur Chili, den ein Auftrag von Florida nach Hollywood führt (neben all den Möchtegern-Schwergewichten wirkt er wie ein Raubfisch im Goldfisch-Aquarium, der mit verblüffender Leichtigkeit daran arbeitet, seinen Einstieg ins Filmgeschäft zu schaffen), „Get Shorty“ bietet u. a. auch einen Wäschereibesitzer, der seinen Tod vortäuscht, um die Versicherung zu betrügen, ein vielversprechendes Drehbuch, für das ein A- Schauspieler gewonnen werden soll, und einen ominösen Koffer, der in einem Schließfach am Flughafen auf einen Abholer wartet. Genug Stoff für mehrere Filme. Hier werden sie jedoch so kunstvoll zusammengefügt, daß „Get Shorty“ wie John Travolta von Anfang bis Ende überrascht: Nie weiß man, was als nächstes passiert, aber stets ist es in höchstem Maße unterhaltsam. Wer da „Pulp Fiction“ denkt, ist auf dem Holzpfad: Leonard ist das Original, Tarantino erklärtermaßen der Lehrling. Ein Blick auf „Get Shorty“ und man weiß, woher Tarantinos Verständnis für scheinbar belanglose Unterhaltungen, unerwartete Handlungswendungen und altbekannte Situationen, die auf neue Weise erzählt oder kombiniert werden, stammen. Von „Addams Family“-Regisseur Barry Sonnenfeld mit dem rechten Maß an Leichtigkeit und Boshaftigkeit immer leicht schräg in Szene gesetzt, um den Humor der Gangsterstory zu voller Geltung zu bringen, schlägt dieser triumphale Aufeinanderprall bunter Gestalten, prägnanter Typen und verrückter Situationen all die berechnenden Konzeptkomödien dieses Jahres um Längen. Jetzt fehlt nur noch ein entsprechender kommerzieller Erfolg, um den Triumph von „Get Shorty“ zu vervollständigen. Hier sollte sich die Verwandtschaft mit „Pulp Fiction“ als publikumsfördernd erweisen. ts.

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