Schlaflos in Istanbul

  

Filmhandlung und Hintergrund

Kinotaugliche Fortsetzung der Romanze "Liebeskuss am Bosporus" um ein deutsch-türkisches Paar - mit Tim Bergmann und Jasmin Gerat.

Die temperamentvolle Modedesignerin Didem und ihr Freund, der stille Musiker Jakob, leben gemeinsam in Berlin-Kreuzberg. Als Jakob von der Pleite seines Musiklabels erfährt, Didem dringend Geld für einen Modewettbewerb benötigt und sie auch noch unverhofft schwanger wird, steht ihre Liebe auf dem Prüfstand. Die Türkin kehrt zu ihren Eltern nach Istanbul zurück, wo ihr Vater, der Jakob ohnehin nicht mag, sie mit ihrer Jugendliebe verkuppeln will.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Schlaflos in Istanbul: Kinotaugliche Fortsetzung der Romanze "Liebeskuss am Bosporus" um ein deutsch-türkisches Paar - mit Tim Bergmann und Jasmin Gerat.

    Schon „Liebeskuss am Bosporus“ war eine liebenswerte Komödie, aber die Fortsetzung ist noch besser; selbst wenn Autorin Katrin Milhahn im Grunde die gleiche Geschichte ein zweites Mal erzählt. Im ersten Film ging es ähnlich wie bei Til Schweigers Kinoerfolg „Kokowääh“ um das Suchen und Finden der Liebe, in der Fortsetzung wie in „Kokowääh 2“ um Verlust und Rückeroberung.

    Im wahren Leben sind seit der Ausstrahlung von „Liebeskuss am Bosporus“ (Frühjahr 2011) drei Jahre vergangen; in dieser Zeit hat sich Jasmin Gerat nicht nur von ihrer wilden Lockenpracht getrennt, sie ist dank der beiden Kinokomödien von Til Schweiger auch zum Star geworden. „Schlaflos in Istanbul“ knüpft jedoch beinahe unmittelbar an den ersten Film an: Der etwas weltfremde, aber liebenswerte Musikwissenschaftler Jakob (Tim Bergmann) und seine Freundin Didem (Gerat), Berliner Designerin mit türkischen Wurzeln, sind in Kreuzberg zusammengezogen, werden aber nun mit dem schnöden Alltag konfrontiert. Als Didem Hals über Kopf Berlin verlässt und zu ihren Eltern nach Istanbul flüchtet, fragt sich Jakob, ob zwei Menschen aus derart unterschiedlichen Kulturen überhaupt miteinander glücklich werden können. Dabei gibt es einige Dinge, die er nicht weiß: Seine Freundin ist mit ihrer Firma zu einem lukrativen Modewettbewerb eingeladen worden und muss nun innerhalb kürzester Zeit eine große Menge Stoff besorgen, den sie sich gar nicht leisten kann. Zu allem Überfluss ist sie auch noch schwanger, was angesichts der relativ jungen Beziehung auch etwas plötzlich kommt, und daher gerade ziemlich durcheinander. Als Jakob nicht angemessen auf ihre Probleme reagiert, kehrt sie kurzerhand zu ihren Eltern zurück. Dabei hätte ihr Freund selbst Zuspruch nötig, denn seine kleine Plattenfirma ist „ein bisschen pleite“, wie ihm sein Freund und Kompagnon Frank (Waldemar Kobus) eröffnet.

    Natürlich reist Jakob seiner Freundin hinterher, um sie ein zweites Mal von seiner Liebe zu überzeugen; daher ähneln sich die beiden Filme, sobald er in Istanbul eingetroffen ist. Aber Milhahn, deren Drehbuch von Andy Cremer und Regisseur Marcus Ulbricht bearbeitet worden ist, findet so viele neue wunderbare Szenen, dass die Überschneidungen auch nicht größer sind als jene zwischen „Kokowääh“ 1 und 2. „Schlaflos in Istanbul“ hat es ohnehin verdient, in einem Atemzug mit den Kinoerfolgen genannt zu werden, und das keineswegs bloß, weil Jasmin Gerat in beiden Fällen das Objekt der Sehnsucht ist. Die Fortsetzung der deutsch-türkischen Romanzen ist dank dynamischer Kamerafahrten und eines flotten Schnitts nicht minder turbulent und temporeich, wobei die Bildgestaltung (Ralph Noack) diesmal noch stärkere Akzente setzt als im ersten Film. Die atemberaubend schönen Panoramabilder von Istanbul sind im Stil verblichener Ansichtskarten gefilmt, und viele Innenaufnahmen baden in einem fast überirdischen goldgelben Licht, das Gerat regelrecht erstrahlen lässt.

    Natürlich lebt die Handlung erneut vom Zusammenprall der beiden Kulturen, und selbstredend orientiert sich der Humor am Stil von Filmen wie „Meine verrückte türkische Hochzeit“. Trotzdem wirkt die Geschichte erwachsener, zumal diesmal weitgehend auf Slapstickszenen verzichtet wurde; schließlich weiß Jakob jetzt, was er zu verlieren hat. Dennoch gibt es eine Vielzahl großartiger komischer Ideen, denn Didems Vater (Tayfun Bademsoy) zieht alle Register, um den von ihm bloß „Kartoffel“ genannten Deutschen wieder loszuwerden und seine heißgeliebte Tochter mit ihrem Jugendfreund (Ercan Durmaz) zu verkuppeln. Die Schauspieler sind ebenso großartig wie im ersten Film, allen voran Rike Schäffer als Didems Freundin; und was Waldemar Kobus aus seiner in sich ruhenden Nebenrolle macht, ist mehr als bemerkenswert. Die Musik, schon in „Liebeskuss am Bosporus“ im ersten Film ein wichtiger Bestandteil, ergänzt die temperamentvolle Kombination aus Orient und Okzident diesmal noch um eine Hiphop-Variante, und so hat es sogar sein Gutes, dass ein übereifriger Polizist, der Jakob dauernd das Leben schwer macht, ihn schließlich ins Gefängnis steckt. Eine wunderbare Komödie, die viel zu schnell vorüber ist und sicher auch im Kino Erfolg gehabt hätte, zumal sie mit einer hinreißenden Tanzeinlage des gesamten Ensembles endet. tpg.

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