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TV-Psychothriller mit Senta Berger als Justizopfer.

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Kritikerrezensionen

  • Schlaflos: TV-Psychothriller mit Senta Berger als Justizopfer.

    Die lautstarken Schockeffekte von der Tonspur wirken wie ein unüberhörbarer Hinweis: Achtung, Thriller! Doch das ist nur der Einstieg. Eine der vielen Qualitäten dieses Films liegt darin, dass er sich nicht einfach einem bestimmten Genre zuordnen lässt. Aus Sicht von Autor Norbert Ehry hat dies einen enormen Vorteil: Er muss keine der entsprechenden Erwarten erfüllen; und aus Sicht des Zuschauers, dass „Schlaflos“ dank der verschiedenen Handlungswendungen immer wieder für Überraschungen sorgt.

    Vor allem aber ist dieser Film ein Geschenk für Senta Berger. Es dürfte nicht viele deutschsprachige Schauspielerinnen ihres Alters und ihrer Qualität geben, die bereit wären, die Rolle der früheren Diva Carla Sagmeister so konsequent zu verkörpern; und vermutlich keine, die das so gut könnte. Auf der anderen Seite ist diese Figur selbst für einen Star wie Senta Berger ein Geschenk, zumal Ehrys komplexes Drehbuch neben der eigentlichen Handlung noch einige Nebenschauplätze enthält: Carla Sagmeister musste nach der angeblichen Tötung ihres Geliebten für zwölf Jahre ins Gefängnis. Nach ihrer Entlassung stürzen sich selbstredend die Medien auf den einst gefeierten Filmstar. Die entsprechenden Schlagzeilen („Schönheit vergeht, Schuld bleibt“) sind beredte Kritik am Sensationsjournalismus. Carlas Versuch, in ihrem Beruf wieder Fuß zu fassen, endet demütigend. In der Wirklichkeit würde ihr Weg womöglich ins Dschungelcamp von RTL führen.

    Doch der Kern der Geschichte ist ein anderer: Carla Sagmeister ist unschuldig, und das will sie nun beweisen. Ihr erster Besuch gilt dem Wissenschaftler Borchert (August Zirner), dessen Gutachten damals zu ihrer Verurteilung führte: Sein Computerprogramm identifizierte Carla auf den Bildern der Überwachungskamera als letzte Besucherin des Mordopfers. Seither hat die Technik enorme Fortschritte gemacht. Borchert nimmt sich die Aufnahmen noch mal vor. Die Software beweist diesmal nicht nur Carlas Unschuld, sondern offenbart auch die wahre Identität der Frau aus dem Film: Es ist Carlas Tochter Yvonne (Caroline Peters).

    Damit ist Ehry bei seinem zentralen Konflikt, und spätestens jetzt ist „Schlaflos“ nicht mehr Thriller oder Krimi, sondern ein psychologischer Zweikampf zwischen Mutter und Tochter. Die Geschichte aber ist noch lange nicht zu Ende: Im Prozess gegen die Schauspielerin ist sträflich vernachlässigt worden, dass das Haus des Opfers auch einen Hintereingang hatte. Hier war keine Kamera nötig, weil der Schlüssel irgendwann verschwunden ist; und ausgerechnet jetzt wird er Carla beiläufig in die Hand gedrückt.

    Abgesehen von den akustischen Thriller-EIementen zu Beginn verzichtet Regisseurin Isabel Kleefeld, für ihren Eifelkrimi „Arnies Welt“ im vorigen Jahr mit einem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet, völlig auf vordergründige Effekte. Sie und konzentriert sich statt dessen auf die ausgezeichneten Darsteller (unter anderem Victoria Trautmansdorff als Schwester des Toten und Horst Janson als Carlas Ex-Mann); und vor allem auf Senta Berger. Dass sich die Schauspielerin zu Beginn mit grauen Strähnen und sichtlich gealtert präsentiert, mag uneitel wirken, ist aber Handwerk. Viel faszinierender ist die Figur, weil man sich nie sicher sein kann, wie sie sich verhalten wird. Als sich Carla eine Pistole kauft, traut man ihr durchaus zu, sie auch zu benutzen. „Die Seele ist ein weites Land“, erläutert Berger lapidar: „Es gibt eben nicht nur ‚die Guten‘ und ‚die Bösen‘, so einfach ist das Leben nicht.“ tpg.

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