Der Tel-Aviv-Krimi: Tod in Berlin

  

Filmhandlung und Hintergrund

Auftaktfolge für eine neue Krimi-Reihe um eine jüdische Berliner Kommissarin.

Nach dem Mord an einer Israelin steht die Berliner Kommissarin Sara Stein gleich doppelt unter Beobachtung: Der Freund des Opfer ist Palästinenser, der Fall könnte daher religiöse oder politische Hintergründe haben; immerhin hat die Frau kurz vor ihrem Tod das gemeinsame Kind abgetrieben. Außerdem muss sich Stein die Frage gefallen lassen, ob sie als Jüdin überhaupt unbefangen ermitteln kann. Ein sympathischer hebräischer Pianist sorgt dafür, dass die Polizistin zwischenzeitlich vom Fall abgelenkt wird.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Tel-Aviv-Krimi: Tod in Berlin: Auftaktfolge für eine neue Krimi-Reihe um eine jüdische Berliner Kommissarin.

    Angesichts des Reihentitels ist es zunächst etwas irritierend, dass der erste „Tel-Aviv-Krimi“ in Berlin spielt; nach Israel geht’s erst am Schluss der Handlung. Erzählerisch und dramaturgisch ist die Idee jedoch durchaus reizvoll: Während „Bozen-Krimi“ und „Athen-Krimi“ damit begannen, dass die Hauptfiguren in ihrer neuen Heimat eintrafen, lernt man Sara Stein in ihrem alten Umfeld kennen.

    Und noch eins unterscheidet sie von den Kollegen. Religionszugehörigkeiten werden bei TV-Ermittlern in der Regel nicht erwähnt. In diesem Fall ist das anders: Nach der Ermordung einer Israelin spielt es naturgemäß keine unwichtige Rolle, dass Stein Jüdin ist, schließlich geht ganz Berlin von einem Mord aus politisch-religiösen Gründen aus, denn der eifersüchtige Freund des sexuell offenbar recht umtriebigen Opfers ist ein Sohn palästinensischer Einwanderer.

    Allerdings treibt auch ein verdächtiger rothaariger Israeli sein Unwesen. Der Mann trägt maßgeblich dazu bei, dass die Handlung mitunter etwas undurchschaubar wird; mit der letztlich bestürzend banalen Lösung des Falls hat er ohnehin nichts zu tun. Die personelle Konstellation auf Seiten der Polizei wirkt ebenfalls etwas konstruiert. Katharina Marie Schubert zum Beispiel muss als Kollegin Steins derart auf den Innendienst fixiert sein, dass sie bei Ermittlungen außerhalb des Präsidiums prompt zur Salzsäule erstarrt. Immerhin sind die Revierszenen dank der launigen Beiträge von Aljoscha Stadelmann recht unterhaltsam, auch wenn die Chefin (Kirsten Block) des Trios zwischendurch in Tränen ausbricht, weil ihr Mann sie verlassen hat.

    Während das Privatleben der Kriminalrätin eher lästig ist, spielt es bei Sara Stein zurecht eine große Rolle, denn natürlich wird ihr die Frage gestellt, ob sie in diesem Fall überhaupt unbefangen ermitteln kann. Viele Szenen zeigen jedoch, wie selbstverständlich sie in ihrem multikulturellen Umfeld verwurzelt ist. Außerdem verliebt sie sich in den israelischen Pianisten David Shapiro (Itay Tiran). Selbstredend hat David großen Anteil daran, dass der nächste „Tel-Aviv-Krimi“ tatsächlich in Tel Aviv spielt, und dann wird auch die Bildsprache eine andere sein: „Tod in Berlin“ ist ein ausgesprochen düsterer Film, gerade die Außenaufnahmen wirken roh und kalt. Die optische Anmutung (Kamera: Holly Fink) ist jedoch ähnlich reizvoll wie die Hauptdarstellerin: Burgschauspielerin Katharina Lorenz wirkt zwar regelmäßig in Fernsehfilmen mit, ist aber dennoch alles andere als ein typisches TV-Gesicht. Schöpfer der neuen Kommissarin ist das Autorenduo Martin Kluger und Maureen Herzfeld, die schon einige Filme für Matthias Tiefenbacher geschrieben haben (unter anderem „Gestern waren wir Fremde“ und „Das Haus ihres Vaters“); hier sorgen sie gemeinsam mit dem Regisseur, der das Drehbuch überarbeitet hat, für viele ungewöhnliche Einfälle. Selbst wenn die Geschichte um ein paar Ecken zuviel gedacht ist: Fast ist es schade, dass die Tel-Aviv-Krimis nicht auch weiterhin in Berlin spielen. tpg.

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