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Sag, dass du mich liebst

   Kinostart: 01.11.2012
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Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomödie um eine erfolgreiche Radiomoderatorin und Ratgeberin, die auf der Suche nach ihrer Mutter zu sich selbst findet.

Eine bekannte Radiomoderatorin gibt spätabends auf Sendung Ratschläge, ist für Hörer und Anrufende Vertraute und Freundin. Doch hinter der coolen Fassade haust die Verzweiflung. Privat lebt die 40Jährige isoliert, leidet darunter, dass ihre Mutter sie als Kleinkind verlassen hat. Als sie erfährt, dass diese nicht weit entfernt in der Pariser Banlieue lebt, sucht sie den Kontakt zu ihr und lernt ein anderes Leben und sogar Emotionen kennen. Indem sie sich den Wunden der Vergangenheit stellt, öffnet sie sich der Wirklichkeit.

Eine erfolgreiche Radiomoderatorin und Ratgeberin findet auf der Suche nach ihrer Mutter zu sich selbst. Einfühlsamer Mix aus Komödie, Drama und Lovestory, der Hauptdarstellerin Karin Viard eine vorzügliche Bühne bietet.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Wenn Pierre Pinaud in seinem Debüt "Sag, dass Du mich liebst" leichtfüßig zwischen Drama und Komödie wechselt, erweist sich die talentierte Karin Viard in der Hauptrolle als Glücksfall. In den letzten beiden Jahrzehnten brillierte die vielseitige Akteurin mit dramatischen Rollen wie zuletzt im Ensembledrama "Poliezei", schreckte aber auch vor schrillem Klamauk nicht zurück, etwa als geldgierige Wirtin in "Nichts zu verzollen". In Pinauds leiser, emotionaler Geschichte um die Neurosen einer Exzentrikerin macht Viard facettenreich erlebbar, wie ihre Figur langsam und mühevoll menschliche Nähe zuzulassen lernt.

      Die überspitzten Ängste und Antipathien des sprachgewandten Pariser Radiostars Mélina nutzt Autor und Regisseur Pinaud zunächst als Hort für komödiantische Situationen, wenn die spleenige Einzelgängerin, die nachts in einem Wandschrank schläft, sich plötzlich inmitten einer Geburtstagsfeier voller fremder Personen wiederfindet. Auch das Sortieren von Altkleidern wirkt für einen Menschen mit Bazillenphobien nicht gerade angenehm. Gleichzeitig unterstreicht Pinaud stets Claires tragische Situation, die sich durch ihre Unfähigkeit zu Kontaktaufnahme und die selbstgewählte Einsamkeit einstellt. Als unnahbare Moderatorin in einem isolierten Studio kann sie auf körperliche Nähe zu ihrem Publikum verzichten – die seelsorgerischen Ratschläge gelten nicht für sie selbst.

      Bewusst stellt Pinaud beide Welten gegeneinander: Während Claires noble Pariser Wohnung aseptisch, geordnet und klinisch rein wirkt, herrscht im Mittelstandsreich ihrer Alkohol und Zigaretten zugeneigten Mutter ein munteres Chaos. Inkognito versucht die scheue Star-Moderatorin in diese Welt einzudringen, wo Menschen spontan aufeinander zugehen und keine Berührungsängste verspüren. Nicht allein durch Claires Versteckspiel hält Pinaud die unterschwellige Spannung aufrecht. Ebenso sorgt die zögerliche Beziehung zwischen Claire und dem jungen, talentierten Fotografen Lucas für Reibungsflächen, da sich die einsame Frau zwar nach Zuneigung sehnt, doch aus puren Misstrauen zu ihrem Verehrer immer wieder auf Distanz geht.

      Obwohl der Zuschauer ahnt, dass dieses Manövrieren auf Dauer nicht gut gehen kann, lässt Pinaud die Romanze stets in der Schwebe. Besonders in der zweiten Hälfte mag seine Inszenierung mitunter etwas zu ruhig erscheinen. Doch die talentierten Darsteller und sein Gespür für leisen Humor verhindern, dass die tragikomische Geschichte in Larmoyanz und Sentimentalitäten zu versinken droht.

      Fazit: "Sag, dass Du mich liebst" liefert eine humorvoll-sensible Verbindung aus Selbstfindungsstudie und Romanze.
    2. Sag, dass du mich liebst: Tragikomödie um eine erfolgreiche Radiomoderatorin und Ratgeberin, die auf der Suche nach ihrer Mutter zu sich selbst findet.

      Karin Viard brilliert in dieser berührenden Geschichte über eine Frau auf der Suche nach ihrer Mutter und sich selbst.

      Sie stand für Maïwenn, Cédric Klapish und François Ozon vor der Kamera, ihre Filmographie seit 1990 liest sich wie das Who’s Who französischer Regisseure. Jetzt verleiht sie Pierre Pinauds erstem abendfüllenden Spielfilm Glanz und Tiefe. Als Moderatorin Mélina gibt sie spätabends auf Sendung Ratschläge für die Ausgespuckten der Nacht, die Liebenden und Frustrierten, die Einsamen und die Verrückten. Sie ist Vertraute, Freundin, Beichttante. Jeder kennt ihre Stimme, aber niemand ihr Gesicht. Nähe im Schutz der Anonymität gibt ihr Sicherheit. Dass hinter der coolen Fassade ein verzweifelter Mensch steckt, der nicht lieben kann, der die Mutter sucht, die sie als Kleinkind verlassen hat, hütet sie als ihr Geheimnis. Als ein Privatdetektiv Adresse und wahren Namen der Frau herausfindet, nimmt sie Kontakt auf und versucht, sich der Vergangenheit zu stellen.

      Dass Pinaud in die Klischeekiste greift und es sich bei der Gesuchten natürlich um eine einfache, aber herzliche Frau aus der Vorstadt handelt, umgeben von Gutmenschen, die sich um die kümmern, denen es noch schlechter geht, und sogar Amor zeitweise die Fäden zieht, ist hart an der Grenze. Doch gerade das Aufeinandertreffen zweier Ästhetiken, der Zusammenprall dieser Welt mit der mondänen im teuersten Pariser Bezirk, die Begegnung steriler Realität mit der bunten und lebendigen, Grillstation gegen Sushi-Restaurant, Bodenständigkeit gegen Neurosen, entwickelt eine psychologische Eigendynamik, an deren Ende die Isolation der Protagonistin etwas aufbricht, sie die Wunden der Kindheit akzeptiert und sich aus Abgeschlossenheit und Angst heraustraut, den seelischen Panzer einen Spalt öffnet. Wenn Viard wie ein kleines Mädchen nachts in den Wandschrank kriecht, der für die Scham und das Verlassen-Werden steht und immer wieder die einzige Postkarte anguckt, die ihr die Mutter geschrieben hat, wenn sie vergeblich auf diese fremde Frau im Park wartet oder mit dem Hund allein in der unpersönlichen Luxus-Bleibe liegt, berühren diese Momente unendlicher Traurigkeit. Und wenn sie ihre Beherrschung in einem kathartischen Akt verliert und die Mutter zwingt, zu sagen, dass sie sie liebt (oder den Sauerstoff abdreht) zeigt Pinaud in einem superben Mix aus Komödie, Drama und einem Hauch von Liebesfilm die emotionale Dimension der Figur, die Tiefe des Schmerzes. mk.

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