S1m0ne

  

Filmhandlung und Hintergrund

Al Pacino ist der omnipräsente Star dieser aufwendigen Filmbizsatire, die Andrew Niccol gekonnt inszenierte.

Als ihm kurz nach Drehbeginn die Hauptdarstellerin abspringt, steht der ohnedies krisengebeutelte Filmproduzent Viktor Taransky vor dem Ruin. Da kommt ihm Programmierer Aleno zur Hilfe und präsentiert „Simone“, die vollelektronische Instant-Traumfrau aus dem Cyberspace. Tatsächlich gelingt es Tarensky, den Morph der Öffentlichkeit als Mensch aus Fleisch und Blut zu verkaufen, selbst die Yellow Press wird bis zum Ende der Dreharbeiten erfolgreich an der Nase herum geführt. Dann aber wächst der Betrug Taransky über den Kopf…

Als ihm der zickige Star abspringt, findet Produzent Taransky in einer artifiziellen Pixel-Traumfrau Ersatz. Die Öffentlickeit ahnt nichts. Al Pacino in einer ambitionierten Filmbiz-Satire von „Truman Show“-Autor Andrew Niccol.

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Kritikerrezensionen

  • S1m0ne: Al Pacino ist der omnipräsente Star dieser aufwendigen Filmbizsatire, die Andrew Niccol gekonnt inszenierte.

    „Unsere Fähigkeit eine Fälschung zu kreieren, übersteigt inzwischen unsere Fähigkeit, diese als solche zu erkennen“, sagt Protagonist Al Pacino in der schwarzhumorigen Hollywoodsatire „Simone“. Darin wird ein Star nicht geboren, sondern digital kreiert und von einer fanatisch-hysterischen Öffentlichkeit illusorisch als real angesehen. Oscarpreisträger Pacino („Insomnia“) verkörpert den Schöpfer dieser Massen verzaubernden ‚Simulation One‘ (folglich Simone), der als ursprünglich integrer und kreativer Filmemacher durch seinen „Betrug“ in ein persönliches Dilemma gestürzt wird.

    Regisseur und Drehbuchautor Andrew Niccol, der sein Regiedebüt mit dem stilvollen Science Fiction Drama „Gattaca“ gab und das Skript für „Die Truman Show“ verfasste, widmet sich hier einmal mehr der Frage von Illusion und Realität. Er rollt dies in eine beißende Satire über das Filmgeschäft und übersteigerten Personenkult, skrupellose Medienmanipulation und blindgläubige Massenhysterie ein. Zwar sind Niccols giftige Spitzen auf die Gutgläubigkeit von Journalisten und das breite Publikum teils arg überzeichnet, doch mit Pacino als allgegenwärtigen Antriebsmotor der hinterfragenden Kulturbestandsaufnahme bleibt das Tempo wie im themenverwandten „Wag The Dog“ stets straff. Pacino stellt zur Abwechslung sein großartiges komödiantisches Timing unter Beweis und liegt damit auf gleicher Wellenlänge wie sein renommierter Kollegen Robert De Niro, der nun schon länger neben ernsthaften Filmen in Komödien auftritt.

    Zur Story: Kunstfilm-Regisseur Viktor Taransky (Pacino) ist nach drei Flops in Folge am Ende, als seine divenhafte Hauptdarstellerin Nicola Anders (Winona Ryder in einem köstlichen Cameo) beschließt, inmitten von Dreharbeiten vom Set zu stürmen. Daraufhin will das Studio unter der Leitung von Viktors Ex-Frau Elaine (Catherine Keener nach „Full Frontal“ schon wieder als knallharte Karrierefrau) den Film gänzlich fallenlassen. In einer flammenden Rede attackiert Taransky die überzogenen Ansprüche verwöhnter Stars und das Abwürgen jeglicher Kreativität durch geschäftsorientierte Studiobosse. Doch dann erhält der passionierte Filmemacher alter Schule durch das geniale Computerprogramm eines verstorbenen Software-Geeks eine unerwartete Chance zur Rettung seines Films. Viktor ersetzt sämtliche Aufnahmen von Nicola mit der dreidimensional computergenierten Traumfrau Simone, die sämtliche Dialoge und Expressionen von Viktor erhält (Pacinos Ausleben seiner femininen Seite durch sein Alter Ego hält „Tootsie“-haften Humor bereit) und vorgabengerecht simuliert. Simone - ein lebensecht wirkendes Konstrukt aus artifizieller Technologie und inspirierter Kreativität - steigt über Nacht zur gefeierten Sensation auf - alle brennen darauf sie kennenzulernen. Doch Viktor fabriziert einen undurchdringlichen Deckmantel aus Mysterium und Unnahbarkeit, was die Massen und die Medien noch mehr in sie vernarrt sein lässt. Simone wird zum durchschlagenden Erfolg auf allen Ebenen: Sie ziert zahllose Titelseiten, hat ihr eigenes Parfum und wird schließlich gar zum umjubelten Popstar. Alldieweil steht Viktor im Schatten seiner Pixelkreation, und seine Charade um ihre Existenz beginnt an seinem Stolz und seiner Integrität zu nagen. Als er sich ihrer zu entledigen versucht, scheitert er, da sie scheinbar ein Eigenleben angenommen hat. Elaine und ihre 15-jährige Tochter Lainey (Evan Rachel Wood erweist sich als fantastisches Jungtalent) sind Viktors letzte Hoffnung.

    Simone wird in den Pressenotizen zwar als „sie selbst“ aufgeführt, doch hat die Digitaldame starke Ähnlichkeit mit dem kanadischen Model Rachel Roberts. Ihr Aussehen fügt sich jedenfalls wunderbar in das durchgestylte Produktionsdesign von Jan Roelfs, der bereits für „Gattaca“ hervorragende Arbeit leistete. Gerade die strengen Kompositionen sind es bisweilen allerdings auch, die den Zugang zu der Satire erschweren, die als Film über das Filmbusiness naturgemäß einen schweren Stand haben könnte. Eine allemal beachtliche Leistung, technisch wie inhaltlich, ist der tiefgründige Spaß allemal. ara.

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