Filmhandlung und Hintergrund

Knallharte Reise ans Ende der Nacht um die Jagd nach einem Revolver, der als Mordwaffe benutzt wurde.

Joey Gazelle (Paul Walker) ist ein kleiner Fisch in der großen Mafia, dessen vornehme Aufgabe in der Regel darin besteht, gebrauchte Mordwaffen diskret verschwinden zu lassen. Da Joey die Knarren aber lieber im Keller hortet, kommt es, wie es kommen muss: Der Freund seines kleinen Sohns leiht mal kurz eine Pistole aus, um seinen aggressiven Vater damit niederzustrecken. Extrapech für Gazelle, dass der Tote ein mächtiger Russenmobster war …

Wayne Kramer

Joey Gazelle arbeitet für die Mafia. Seine Aufgabe ist es, für die reibungslose Entsorgung heißer Schusswaffen zu sorgen. Anstatt sie jedoch in den Fluss zu werfen, sammelt er die Mordwaffen Zuhause im Keller. Dabei wird er von seinem zehnjährigen Sohn und dessen besten Freund Oleg beobachtet. Letzter stiehlt einen für einen Mord an einen korrupten Polizisten benutzten Revolver und schießt damit seinen gewalttätigen Stiefvater an. Bei dem handelt es sich zu allem Überdruss um den Neffen eines psychotischen Dons der Russenmafia, der mit Joeys Boss im Geschäft ist.

Joey verdient seinen Lebensunterhalt, indem er nach Verbrechen sauber macht. Eines Tages jedoch wird er von seinem zehnjährigen Sohn und dessen Freund dabei beobachtet, wie er eine der Tatwaffen entsorgt. Natürlich schnappen sich die beiden Jungs heimlich die Pistole und schießen kurz darauf ausgerechnet den Neffen eines mächtigen Russen-Mafioso an. Jetzt steckt Joey ziemlich in der Tinte. Denn wenn er besagte Waffe nicht bis zum Morgengrauen wiederfindet, werden er und seine Familie das Tageslicht nicht mehr sehen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Running Scared: Knallharte Reise ans Ende der Nacht um die Jagd nach einem Revolver, der als Mordwaffe benutzt wurde.

    Eine knallharte Reise ans Ende der Nacht ist Wayne Kramers zweite Regiearbeit nach der wundervollen Loserballade „The Cooler“ geworden. Statt heiter-melancholisch rast der Actionthriller schweißtreibend-brutal durch die Unterwelt.

    Im atemberaubenden Anfang drückt eine grenzbrutale Schießerei unerbittlich in den Kinosessel. Zeit zum Luftholen bleibt kaum, denn die Erschossenen waren Polizisten. Der Mafia-Handlanger Joey Gazelle („Into the Blue“-Beau Paul Walker als harter Bursche) muss auch in diesem Fall die Mordwaffen beseitigen, die er aber heimlich im Kellerversteck hortet. Dabei beobachten ihn sein zehnjähriger Sohn Nicky und dessen Freund Oleg, der die Waffe stielt. Er schießt damit seinen prügelnden Stiefvater Anzor an (Karel Roden als tickende Drogenzeitbombe), der als Neffe des Russendons Narrenfreiheit genießt. Oleg (ehrfurchtgebietende Leistung: Cameron Bright, „Birth“) flüchtet in die Nacht New Jerseys. Findet Joey das Kind und die Waffe nicht bis zum Morgengrauen, legt der Mob ihn und seine Familie um. Eine Hetze nimmt ihren Dauerlauf, bei der der Revolver mehrfach den Besitzer wechselt und ein korrupter Cop (Chazz Palminteri), ein sadistischer Zuhälter, ein Kinderschänderehepaar (!) und weiterer Abschaum involviert (und abserviert) werden.

    Kaum zu glauben, dass Kramer den Nerv hat, zwei Zehnjährige im Kreuzfeuer von rücksichtslosen Verbrechern durch die Hölle zu schicken. In einem Film, der allein mit Erwachsenen schon wie von Walter Hill wäre. Aber gerade deshalb funktioniert sein hautnah inszenierter Actionthriller - und weil die Story mit zwingendem Vorwärtsdrang und unerbittlicher Suspense besticht, die in ihrer Intensität nur noch mit „24“ zu vergleichen ist. Bodenhaftung verleihen das dreckig-echte Milieu und die Grundierung als Sozialdrama, das von zwei Sorgenfamilien erzählt - eine ist unrettbar verloren, die andere kämpft ums Überleben. Das gibt den Figuren Tiefe und den Schauspielern Gelegenheit auch für dramatische Qualitäten zu sorgen. Nach so viel „pressure“ mehren sich auch positive Zeichen. Da ist man geradezu dankbar, dass noch ein Hauch von Ordnung in dieser kaputten Welt herrscht. Wie in „Mindhunters“, für den er das Buch schrieb, überrascht Kramer mit jeder Menge Wendungen, die zwar nicht immer die Plausibilität, aber dafür die Spannung erhöhen. tk.

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