Rosenstraße (2003)

Rosenstraße: Im heutigen New York macht sich die Journalistin Hannah auf, das Leben ihrer Mutter zu ergründen, die 1943 in Berlin von ihrer Mutter getrennt wurde. Durch ihre Recherchen erfährt sie vom Aufstand der Frauen in der Rosenstraße.
Kinostart: 18.09.2003
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Filmhandlung und Hintergrund

Rosenstraße: Im heutigen New York macht sich die Journalistin Hannah auf, das Leben ihrer Mutter zu ergründen, die 1943 in Berlin von ihrer Mutter getrennt wurde. Durch ihre Recherchen erfährt sie vom Aufstand der Frauen in der Rosenstraße.

Im Jahre 1943 demonstrieren einige Frauen vor einem Gestapo-Internierungslager in der Berliner Rosenstraße für die Freilassung ihrer dort inhaftierten jüdischen Ehemänner und Familienmitglieder. Aus wenigen Mutigen werden bald hunderte, es kommt zu lautstarkem Protest, bis die Nazis schließlich einlenken und die Männer frei lassen. Jahre später macht sich eine New Yorker Journalistin daran, die Ereignisse von damals anhand Zeitzeugenberichten zu rekonstruieren.

Einen Bogen über ein halbes Jahrhundert und durch zahlreiche Nebengeschichten schlägt Margarethe von Trotta in ihrem ersten Kinofilm seit fast zehn Jahren. Stars wie Katja Riemann, Maria Schrader und Jürgen Vogel ließen sich da nicht lange bitten.

Die New Yorker Journalistin Hannah macht sich auf, das Schicksal ihrer Familie im nationalsozialistischen Deutschland und das Leben ihrer Mutter zu ergründen. Hier trifft sie die mittlerweile 90-jährige Lena, die damals beim Aufstand einer Gruppe Frauen gegen die Internierung ihrer jüdischen Ehemänner Hannahs Mutter das Leben rettete.

New York, heute. Um das abweisende Verhalten ihrer Mutter Ruth zu ergründen, begibt sich Hannah auf Spurensuche. In Berlin trifft sie sich mit der 90-jährigen Lena Fischer, die ihr von der Rosenstraße erzählt: 1943 protestierten dort Hunderte von Frauen gegen den Abtransport ihrer jüdischen Familienmitglieder. Unter ihnen die junge Lena und die kleine Ruth, die ihre Mutter nicht mehr findet. Am Ende werden die Internierten tatsächlich freigelassen, nur Ruths Mama taucht nicht mehr auf. Lena nimmt Ruth bei sich auf und rettet ihr so das Leben.

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Kritikerrezensionen

  • Nachdem Margarethe von Trotta bereits die unterschiedlichsten Epochen der jüngeren deutschen Geschichte filmisch aufgearbeitet hat – erinnert sei an “Die bleierne Zeit” (sechziger Jahre), “Rosa Luxemburg” (Jahrhundertwende) oder “Das Versprechen” (Mauerbau bis Mauerfall) -, beschäftigt sich die Grande Dame nationaler Kinokunst nun mit dem düstersten deutschen Kapitel, der Nazi-Zeit. In “Rosenstraße” erzählt sie die auf einer wahren Begebenheit basierende Geschichte vom gewaltfreien Widerstand Berliner Frauen, die 1943 um das Leben ihrer jüdischen Männer kämpften. Mit Katja Riemann, Maria Schrader und Jürgen Vogel prominent besetzt und einem positiven Ende versehen, sind dem Drama, das in einer Parallelhandlung geschickt Bezüge zur Jetzt-Zeit herstellt, Box-Office-Zahlen im Bereich von Polanskis “Der Pianist” zuzutrauen.

    “Rosenstraße” beginnt mit einer Trauerfeier im New York von heute. Im Schmerz um den Verlust ihres Mannes lässt die sonst so liberale Ruth Weinstein (etwas blass: Jutta Lampe) jüdisch-orthodoxe Werte wieder aufleben. Das bekommt besonders deren Tochter Hannah (energisch: Maria Schrader), die kurz vor der Hochzeit mit dem Südamerikaner Luis steht, zu spüren. Um das ungewohnte Verhalten ihrer Mutter zu ergründen, begibt sich Hannah zurück in die Vergangenheit. Sie trifft sich in Berlin mit der 90-jährigen Lena Fischer (imposant: Doris Schade), die in ausführlichen Gesprächen nach und nach die unfassbare Geschichte der Berliner Rosenstraße aufrollt.

    Dort protestierten im Jahre 1943 Hunderte von Frauen gegen den Abtransport ihrer jüdischen Familienmitglieder. Unter ihnen die junge Lena (gelungenes Leinwand-Comeback: Katja Riemann), die nach Fabian (solide: Martin Feifel) sucht, und die kleine Ruth, die ihre Mutter nicht mehr findet. Am Ende werden die Internierten – einem Wunder gleich – freigelassen, nur Ruths Mama taucht nicht mehr auf. Stattdessen nimmt Lena das Mädchen unter ihre Fittiche.

    Die Autorin, Regisseurin und frühere Schauspielerin Margarethe von Trotta hat sich in ihren Werken immer wieder mit brisanten politischen Themen auseinandergesetzt. Dafür belohnt wurde die 61-Jährige nicht nur mit zahlreichen Auszeichnungen, etwa 1981 der Goldene Löwe von Venedig für “Die bleierne Zeit” oder 1994 der Bayerische Filmpreis für “Das Versprechen”, auch das Publikum ließ sie selten im Stich. So brachten es “Rosa Luxemburg” und “Die bleierne Zeit” immerhin auf rund 600.000 Besucher.

    Mit “Rosenstraße” knüpft von Trotta nun an diese großen Erfolge an. Als Thema hat sie eines der wenigen positiven Ereignisse, die es aus der Zeit des Nationalsozialismus zu berichten gibt, gewählt. Das ist fast 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs mehr als legitim, zumal in “Rosenstraße” nichts beschönigt, nichts glorifiziert und schon gar nichts heroisiert wird. Es wird lediglich gezeigt, wie das angeblich so schwache Geschlecht durch Hartnäckigkeit, Furchtlosigkeit und ein bisschen Glück Menschen vor dem sicheren Tod bewahrte.

    Gemeinsam mit Koautorin Pamela Katz stellt von Trotta zudem einen Bezug zur heutigen Zeit her, indem sie in einer Parallelhandlung anhand von Luis und Hannah zeigt, dass heute noch Ressentiments gegenüber Mischehen existieren.

    Die ruhige Kameraarbeit des langjährigen Trotta-Mitarbeiters Franz Rath, das dezente Produktionsdesign der ehemaligen DEFA-Szenenbildnerin Heike Bauersfeld sowie die erlesene Besetzung, aus der in Nebenrollen Jürgen Vogel als rebellierender Wehrmachtsoffizier, Nina Kunzendorf als einflussreiche Nazi-Schauspielerin sowie Jutta Wachowiak als kämpferische Rosenstraßen-Frau herausragen, verleihen diesem schnörkellos inszenierten Werk ein Höchstmaß an Glaubwürdigkeit. Sollte Concorde, die ja schon über einige Erfahrung mit Trotta-Filmen verfügt, die geeignete Marketing-Strategie finden, dürfte einem ordentlichen Achtungserfolg nichts im Wege stehen. lasso.

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