Filmhandlung und Hintergrund

In der 27. Rosa-Roth-Folge mausert sich Thomas Thieme als Körber zur heimlichen Hauptfigur.

Vor Monaten hat ein Polizist im Rahmen der üblichen Berliner Mai-Unruhen einen Krawallmacher erschossen. Er fühlte sich bedroht, als der Mann in die Jackentasche griff. Eine Zeugin hat die Aussage bestätigt. Nun ist dieser Polizist erschlagen worden. Ein Kollege, der damals mit auf Streife war, wurde kurz zuvor verprügelt. Die Spur führt in die so genannte autonome Szene, in der auch die Schwester des erschossenen jungen Mannes untergetaucht ist. Körber aktiviert seine alten Kontakte zur Szene.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Rosa Roth: Notwehr: In der 27. Rosa-Roth-Folge mausert sich Thomas Thieme als Körber zur heimlichen Hauptfigur.

    Große Schauspielkunst legen Iris Berben und Thomas Thieme in der 27. „Rosa Roth“-Folge an den Tag.

    Es klingt komplizierter, als es ist, wenn Fernsehredakteure davon sprechen, dass Reihen und Serien horizontal und vertikal erzählt werden sollen. Vertikal steht zum Beispiel bei Krimis für den jeweiligen in sich abgeschlossenen Fall, horizontal bezieht sich auf die fortlaufenden Elemente; etwa die Beziehung der Hauptfiguren zu einander. Deshalb entwickelt sich das Verhältnis zwischen der Kommissarin Rosa Roth (Iris Berben) und ihrem Partner Körber (Thomas Thieme) auch nur Schritt für Schritt. Außerdem erfährt man von Film zu Film ein Stückchen mehr über die Vergangenheit des Kollegen.

    Prompt sind im Drehbuch von Nina Grosse die Nebenhandlungen fast interessanter als der eigentliche Fall: Vor Monaten hat ein Polizist im Rahmen der üblichen Berliner Mai-Unruhen einen Krawallmacher erschossen. Er fühlte sich bedroht, als der Mann in die Jackentasche griff. Eine Zeugin hat die Aussage bestätigt. Nun ist dieser Polizist erschlagen worden. Ein Kollege (Steffen Wink), der damals mit auf Streife war, ist kurz zuvor verprügelt worden. Die Spur führt in die so genannte autonome Szene, in der die Schwester des erschossenen jungen Mannes untergetaucht ist.

    Geschickt verteilt Grosses Drehbuch die Kompetenzen: Roth ist für die Kopfarbeit zuständig, Körber erledigt die Fußarbeit. „Ich dreh‘ mal ’ne Runde“, sagt er stets, bevor er sich auf den Weg macht. Als früherer Hausbesetzer hat er noch heute entsprechende Kontakte. Die Aussage des Polizisten, der angeblich in Notwehr gehandelt hat, kommt ihm ohnehin unglaubwürdig vor, was ihm bei den Kollegen vom zuständigen Revier naturgemäß nicht viele Freunde verschafft. In der Szene bestreitet man, etwas mit dem Überfall und dem Mord zu tun zu haben. Tatsächlich gibt es noch eine weitere Motivebene, und wie so oft im Krimi geht es dabei um eine Frau (Valerie Niehaus).

    Da man noch früher als Körber durchschaut, dass von Notwehr keine Rede gewesen sein kann, und man außerdem ahnt, wer den Polizisten tatsächlich erschlagen hat, kann man mit umso mehr Muße den Hauptfiguren dabei zuschauen, wie sie auf ihre Herausforderungen reagieren. Regie führt wie bei praktisch allen Roth-Krimis Carlo Rola, und der konzentriert sich ganz auf seine hervorragenden Darsteller. Die Körpersprache zwischen Roth und Körber zum Beispiel ist von großer Sorgfalt. Sehr hübsch ist auch die Liaison zwischen der Kommissarin und einem vorübergehenden Nachbarn (Thomas Heinze). Aber die besten Szenen hat dennoch Thomas Thieme als desillusionierter Pragmatiker, dem einst das hier nur noch am Rande erwähnte spurlose Verschwinden seiner Tochter das Herz gebrochen hat. Und wie Körber seine Chefin mit einer harmlosen Frage aus der Fassung bringt, das ist nicht nur wunderbar geschrieben, sondern auch große Schauspielkunst. tpg.

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