Filmhandlung und Hintergrund

Geradliniges, tempo- und stunt-reiches Action-Spektakel. Frei nach Norman Jewisons Film von 1974.

Der eigensinnige Eishockeyspieler Jonathan macht durch seinen alten Freund Ridley mit dem In-Sport Rollerball Bekanntschaft. Schnell steigt Jonathan zum Superstar der Liga und Liebling der Massen auf. Doch der machthungrige Clubbesitzer Petrovich will mehr als Siege. Erst wenn Blut fließt, lassen sich die TV-Einschaltquoten noch weiter in die Höhe treiben…

Jonathan Ross, suspendierter Eishockeyspieler, steigt binnen kürzester Zeit zum Star des brutalen, besonders in den russischen Teilrepubliken beliebten Kampfsports „Rollerball“ auf. Auf Rollschuhen und Motorrädern hetzen zwei Teams hinter einer Metallkugel her und bieten dem vom Staat unterdrückten, nach blutiger Unterhaltung lechzenden Publikum Ablenkung der härtesten Art. Um die geldbringenden Einschaltquoten anzukurbeln, scheut Ross‘ zwielichtiger Boss Petrovic nicht einmal davor zurück, das Leben seiner Kämpfer zu riskieren.

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Kritikerrezensionen

  • Rollerball: Geradliniges, tempo- und stunt-reiches Action-Spektakel. Frei nach Norman Jewisons Film von 1974.

    1974 machte Norman Jewison sein Publikum erstmals mit „Rollerball“, einer brutalen Mischung aus Hockey, Football und Motorradrennen, bekannt. In dem im Jahre 2018 angesiedelten Sci-fi-Abenteuer wurden mittels dieses modernen „Volkssports“ jene Konflikte beigelegt, die in früheren Zeiten noch auf dem Schlachtfeld ausgetragen wurden. John McTiernan, Regisseur des Remakes, interessiert sich jedoch im Gegensatz zu seinem kanadischen Kollegen nicht für die politische Dimension des vielschichtigen Stoffes. Er hat die Vorlage vielmehr zu einem geradlinigen Action-Spektakel umgearbeitet, das dank seines hohen Tempos, spektakulärer Stunts und furios inszenierter Kampfszenen gerade beim jugendlichen Publikum gut ankommen dürfte.

    Jewison und McTiernan, diese Kombination hat sich 1999 schon einmal als sehr fruchtbar erwiesen, als der Regisseur von Blockbustern wie „Stirb langsam“ oder „Jagd auf Roter Oktober“ Jewisons raffiniertes heist movie „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ überaus stilsicher neu auflegte. Und auch McTiernans „Rollerball“ braucht den Vergleich zum Original nicht zu scheuen. Hier wie da hat der Filmemacher lediglich das Grundgerüst der Geschichte übernommen und sie dann den Zeichen der Zeit entsprechend adaptiert. Vor allem aber hat McTiernan - wie in seinen Arbeiten immer - den (Willens-)Kampf seiner Antagonisten ins Zentrum der Handlung gerückt. Lebt „Stirb langsam“ vor allem von der mörderischen Auseinandersetzung zwischen Bruce Willis und Alan Rickman, „Thomas Crown“ vom eheähnlichen Ringen Pierce Brosnans mit Rene Russo, reduziert sich hier letztlich alles aufs Kräftemessen zwischen den verschiedene Ziele verfolgenden Individualisten Chris Klein und Jean Reno.

    Klein spielt Jonathan Ross, einen leidenschaftlichen Eishockeyspieler, dessen halsbrecherische Risikobereitschaft und ausgeprägter Eigensinn ihn um einen Vertrag in der NHL gebracht haben. Durch seinen alten Freund Ridley macht er mit dem In-Sport Rollerball Bekanntschaft, der sich in den neuen russischen Republiken größter Beliebtheit erfreut. Schnell steigt Jonathan als moderner Gladiator zum Superstar der Liga und Liebling der Massen auf. Während Jonathan, seine heimliche Geliebte Aurora und ihr Team auf Rollerskates und Motorrädern unter Lebensgefahr einer kleinen, schweren Metallkugel hinterherjagen und dabei von Sieg zu Sieg eilen, erfreut sich ihr Chef, der zwielichtige, machthungrige Clubbesitzer Petrovich, satter Gewinne. Als dieser dann bemerkt, dass sich durch Blut die geldbringenden TV-Einschaltquoten durchaus noch weiter in die Höhe treiben lassen, scheut er nicht einmal davor zurück, das Leben seiner Stars aufs Spiel zu setzen…

    Wie schon im antiken Rom wird auch im fernen Kasachstan der nahen Zukunft das Volk durch Brot und Spiele ruhig gehalten. Die ganze Woche lang schuften die Männer in den Minen, um am Wochenende bei Bier, Heavy Metal und Rollerball für kurze Zeit ihren trostlosen Alltag vergessen zu können. Wer nun aber ob dieses vielleicht etwas unglücklich gewählten Rahmens ein tristes Sozial-Drama um Masse und Macht, Revolution und Unterdrückung vermutet, liegt falsch. McTiernan steht der Sinn vielmehr nach perfekt gestaltetem Oberflächenkino. Obwohl durchaus auf zwei Ebenen lesbar, besticht „Rollerball“ in erster Linie als geradliniger High-Speed-Actionthriller, bei dem größten Wert auf Ausstattung und Schauwerte, Tempo und Stunts gelegt wurde. Frei nach dem Spruch „Sport ist Mord“ liefern sich die Athleten, die Gladiatoren des 21. Jahrhunderts, zum hämmernden Soundtrack und in modernster Clip-Ästhetik die sprichwörtlichen Kämpfe bis aufs Messer, während die kurvenreiche Rebecca Romijn-Stamos mit markanter Narbe und auffälligem Tattoo als Aurora für Sex and Recreation zuständig ist. Rap-Größe LL Cool J gibt als Ross‘ Sidekick Ridley eine gute Figur ab, Keanu-Reeves-Klon Chris Klein bleibt dagegen als mutiger Held leider etwas farblos. Schauspielerisch am ehesten zu überzeugen vermag der unverwüstliche Jean Reno, der den Bösewicht Petrovich, in typischer vierziger-Jahre B-Picture-Manier, mit viel Manierismus anlegt.

    Helkon hat mit „Rollerball“ ein finanziell vielversprechendes Werk im Verleih, das - zielgruppengerecht vermarktet - dem Untertitel entsprechend im Kino schnell, aufregend, hart und gefährlich einschlagen sollte. geh.

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