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Roberto Benignis Pinocchio

Kinostart: 13.03.2003
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Filmhandlung und Hintergrund

Roberto Benignis mit Spannung erwartete Adaption des klassischen Märchens, in der der Oscargewinner selbst in der Rolle der zum Leben erweckten Holzpuppe zu sehen ist.

Aus einem Pinienklotz, der ihm von der Macht des Schicksals nachgerade an den Kopf geweht wird, schreinert der Handwerker Geppetto (Carlo Giuffrè) eine Holzpuppe, die alsbald ein wundersames Eigenleben beginnt. Leider aber entwickelt sich Pinocchio (Roberto Benigni) nicht zu jenem lieben Sohn, den sich der alte Geppetto so sehr gewünscht hätte, sondern zu einem verzogenen Tunichtgut, der bald Reißaus nimmt und draußen in der feindlichen Welt sein Glück unter anderen Streunern und Gaunern sucht.

Roberto Benigni, Herr in den besten Jahren, krakeelt und grimassiert sich als Titelheld durch einen prachtvoll ausgestatteten, effektgeladenen und inhaltlich eng an Carlo Collodis Kinderbuchklassiker angelehnten Euro-Märchenfilm.

Die Verfilmung des klassischen Märchens spielt in Italien um 1880. Im Mittelpunkt stehen der Schreiner und Spielzeugmacher Gepetto sowie dessen Schöpfung Pinocchio - die von einer blauen Fee zum Leben erweckte Holzpuppe, der eine lange Nase wächst, wenn sie ihren Meister Gepetto belügt, und die ein richtiger Junge werden will.

Dem armen Geppetto fällt eines Tages ein wildgewordener Pinienstamm vor die Werkstatttür. Daraus schnitzt der Alte eine Marionette namens Pinocchio, die sofort zu sprechen beginnt und sich kopfüber in Schwierigkeiten stürzt. So geht der hölzerne Bengel unter anderem Betrügern auf den Leim, enttäuscht wieder und wieder seinen Meister und die unendlich geduldige Blaue Fee, wird in einen Esel verwandelt und von einem Wal verschluckt, ehe er den Wert wahrer Liebe entdeckt und zur Belohnung zu einem echten Jungen mutiert.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Roberto Benignis Pinocchio: Roberto Benignis mit Spannung erwartete Adaption des klassischen Märchens, in der der Oscargewinner selbst in der Rolle der zum Leben erweckten Holzpuppe zu sehen ist.

    Als Hauptdarsteller, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent hat Italiens Superstar Roberto Benigni den Kinderbuchklassiker „Pinocchio“ von Carlo Collodi verfilmt. Die ambitionierte, mit 45 Mio. Euro bislang teuerste italienische Kinoproduktion schwankt zwischen Kitsch und Klamauk, Warmherzigkeit und Gefühlskälte. Trotz fulminanter 24 Millionen Euro Einspiel in Italien dürfte das opulente für Kinder mit 108 Minuten etwas zu lange Märchen hauptsächlich Fans des zappeligen Vorzeige-Intellektuellen in die Lichtspielhäuser locken.

    1881 verfasste der italienische Autor Carlo Collodi die Geschichte von Pinocchio, einer zum Leben erweckten Holz-Marionette, die sich und ihrem Meister Geppetto stets Ärger einbringt. Das Werk entwickelte sich zum Dauerbrenner, wurde mehr als ein Dutzend Mal verfilmt und läuft in seiner Zeichentrickversion seit Jahrzehnten im Fernsehen. Nun hat sich Oscar-Preisträger Roberto Benigni („Das Leben ist schön“) an den vielschichtigen Stoff gewagt. Ursprünglich wollte er das Projekt zusammen mit Federico Fellini realisieren - doch scheute der große, 1993 verstorbene Filmemacher immer wieder davor zurück, das Projekt in Angriff zu nehmen. So produzierten Benigni und dessen Ehefrau Nicoletta Braschi das Werk mit ihrer Produktionsfirma Melampo selbst - und gerieten zwischen zahlreiche Fronten. Die Linken, bei deren Anti-Berlusconi-Kundgebungen Benigni sich oft in vorderster Front einfindet, warfen dem Filmemacher vor, seine Seele zusammen mit dem Vertriebsrechten an Berlusconis Firma Medusa verkauft zu haben. Die Rechten wiederum deuten Benignis künstlerische Äußerungen als kommunistische Hatz. Aber: ob links- oder rechtsgerichtet, Kritik an „Roberto Benignis Pinocchio“ ist legitim, obwohl er sich eng an die Handlung der Vorlage hält.

    Dem armen Geppetto fällt - in einer wirklich gelungenen Animationssequenz - ein wildgewordener Pinienstamm vor die Werkstatttür. Daraus schnitzt der Alte eine Marionette namens Pinocchio, die sofort zu sprechen beginnt und sich in Schwierigkeiten stürzt. So geht der hölzerne Bengel unter anderem Betrügern (brillant geschminkt: Max Cavallari und Bruno Arena als Katze und Fuchs) auf den Leim, enttäuscht wieder und wieder seinen Meister und die unendlich geduldige Blaue Fee (Braschi), wird in einen Esel verwandelt und von einem Wal verschluckt, ehe er den Wert wahrer Liebe entdeckt und zur Belohnung zu einem echten Jungen mutiert.

    Bereits nach den ersten Minuten wünscht man sich, Geppetto würde den hyperaktiven und un-puppenhaft wirkenden Pinocchio einmal richtig übers Knie legen. Der beinahe 50-jährige Benigni schafft es nicht, hinter seine Figur zurückzutreten und den Zauber der Geschichte wirken zu lassen. Er gestikuliert und grimassiert so exzessiv, dass man gar nicht versteht, warum der resignierte Holzschnitzer und die depressive Blaue Fee solch einen Narren an dem Holzrabauken gefressen haben und nicht froh sind, wenn dieser ein ums andere Mal verschwindet. Nur wenn Benigni, der zusammen mit Vincenzo Cerami das Drehbuch entwickelte, sich von Collodis Original entfernt oder die von Dante Spinotti wunderbar gefilmten Bilder für sich sprechen lässt, kommt Märchen-Feeling auf und man erkennt, welches Potenzial der Stoff birgt. Beispielsweise, wenn die Blaue Fee in einer von Mäusen gezogenen Kutsche durchs Dorf fährt oder Pinocchio, von Katze und Fuchs an einem Baum gehängt, vor der mondbeschienenen Landschaft baumelt. Das größte Lob gebührt jedoch Oscar-Preisträger Danilo Donati („Casanova“), der die an Hollywood-Produktionen der goldenen Ära erinnernden Sets kreierte. Weniger Waldorfschule und mehr viktorianischer Rohrstock hätten Signore Benignis für den Auslands-Oscar vorgeschlagenes Traumprojekt nicht geschadet. geh.
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