Ride with the Devil

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   1999
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Filmhandlung und Hintergrund

Ride with the Devil: Prächtig intelligentes Epos über die Wirren des US-Bürgerkrieges, in dem sich zwei befreundete Männer gemeinsam auf der falschen Seite der Kampfeshandlungen wiederfinden.

Der deutsche Immigrantensohn Jake schließt sich seinem besten Freund zuliebe der Südstaaten-Miliz der Bushwackers an – und muss noch Jahre später die Konsequenzen für den Fehltritt tragen. Ebenso ergeht es dem Sklaven Daniel, der an der Seite des Weißen George kämpft. Ihre Desillusion – und daraus resultierende Freundschaft – steht im Mittelpunkt, als die Bushwackers ihrem gewalttätigen Ende entgegen reiten.

Amerika 1862, irgendwo an der Grenze zwischen Kansas und Missouri. Während des Bürgerkriegs schließt sich Immigrantensohn Jake seinem Freund seit Kindheitstagen Jack zuliebe der Südstaaten-Miliz der Bushwhackers an – eine Entscheidung, für die er noch Jahre später die Konsequenzen tragen muss. Ebenso ergeht es dem ehemaligen Sklaven Daniel, der an der Seite des Weißen George kämpft. Ihre Desillusion steht im Mittelpunkt, als die Rebellentruppe der Bushwhackers ihrem gewalttätigen Ende entgegenreitet.

Amerika während des Bürgerkriegs. Jake und Daniel, aus eher zufälligen Gründen bei der Südstaaten-Miliz der Bushwhackers gelandet, merken dass sie für die falsche Seite kämpfen. Historienabenteuer.

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Kritikerrezensionen

  • Nach Ausflügen ins England des 18. Jahrhundert („Sinn und Sinnlichkeit“) und die USA der frühen 70er Jahre („Der Eissturm“) wendet sich Ang Lee in seiner dritten US-Produktion den Wirren des amerikanischen Bürgerkrieges zu. Trotz beachtlicher Schauwerte, aufwendiger Schlachtszenen und attraktiver Jungstars in den Hauptrollen ist dieser Teufelsritt alles andere als ein verklärtes Historienepos über einen vermeintlich gerechten Krieg, sondern vielmehr eine präzise, intime Chronik der Freundschaft zweier junger Männern, die sich trotz konträrer Hintergründe gemeinsam auf der falschen Seite der Kampfeshandlungen wiederfinden.

    Es ist unvorstellbar, dass ein Amerikaner dieses vernichtende, abgeklärte Werk über einen der Wendepunkte in der US-amerikanischen Geschichte hätte drehen können. Welten entfernt vom patriotischen Pathos eines „Der Soldat James Ryan“ macht sich der Taiwanese Ang Lee wie schon bei „Sinn & Sinnlichkeit“ und „Der Eissturm“ den Blick des Außenseiters zu Nutze und weicht naheliegenden Klischees so ebenso aus wie umfassenden weltpolitisch-historischen Diskursen. Wie immer ist Lee daran interessiert, wie besondere Umstände Leben und Gefühle von Menschen beeinflussen und sich Humanität in den ungewöhnlichsten Momenten findet. Nachdem Tobey Maguire bereits in „Der Eissturm“ eine prägnante Rolle hatte, spielt er nun in dem episch ausschweifenden „Ride with the Devil“ – von Produzent James Schamus nach dem Roman „Woe to Live on“ von Daniel Woodrell zu einem Drehbuch voller eigenwilliger Charakterisierungen und Wendungen adaptiert – den deutschen Immigrantensohn Jake, der sich gegen den Vater wendet und seinem besten Freund zuliebe der falschen Seite, der in Missouri gegründeten Südstaatenmiliz der Bushwackers, anschließt – und noch Jahre später die Konsequenzen für diese spontane Entscheidung tragen muss. Sein schrecklicher Fehlschritt spiegelt sich auch in der Wahl des Sklaven Daniel Holt (der phänomenale Jeffrey Wright aus „Basquiat“) wieder, der an der Seite des Weißen George Clyde – ambivalent mal Freund, mal Meister – kämpft. Ihre Desillusion – und daraus resultierende Freundschaft – steht im Mittelpunkt, während die Bushwackers ihrem sicheren Ende entgegenreiten und sich selbst zu kannibalisieren beginnen.

    Kein gutes Haar lassen die Filmemacher an dem heute längst mythisch verklärten Befreiungskrieg. Das zunächst romantische, später aber zunehmend grimmige Porträt der Bushwacker in Missouri und der Blick auf schwarze Sympathisanten für die Sache der Konföderierten machen den Film zu einer alles andere als angenehmen Geschichtsstunde – vor allem für die, die sich eine romantische Heldengeschichte mit Jungstar Skeet Ulrich und Popchanteuse Jewel (in ihrer ersten Filmrolle) erwarten. Doch Ulrich verabschiedet sich als bester Freund Maguires schon in der ersten Stunde in einer fast unerträglich intensiven Szene aus dem Film, und Jewel bleibt bis zum letzten Drittel im Hintergrund. Wie Maguire muß sich auch der Zuschauer auf sich allein gestellt durch einen Film tasten, in dem der Bürgerkrieg tatsächlich ein Krieg der Bürger ist und die Unschuld schnell auf der Strecke bleibt. Das ist alles andere als leicht verdaulich, aber – beseelt von einer gewissen erzählerischen Exzentrizität – entfesselt „Ride With the Devil“ einen leise mitreißenden Eissturm, in dem sich Sinn und Sinnlichkeit immer wieder auf faszinierende Weise gegenüberstehen. Im Aufeinanderprallen von Wahnsinn und Gesundheit, Kakophonie und Stille, Politik und Privatsphäre findet sich ein immer beachtlicher Film. ts.

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