Richterin ohne Robe

  

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Krimidrama mit Jutta Speidel als engagierte Schöffin, die in einem Mordprozess eine entscheidende Rolle spielt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Richterin ohne Robe: TV-Krimidrama mit Jutta Speidel als engagierte Schöffin, die in einem Mordprozess eine entscheidende Rolle spielt.

    Deutsche Richter beklagen sich seit geraumer Zeit, dass es in hiesigen Gerichtssälen mehr und mehr zugehe wie in einer TV-Gerichtsshow. Kein Wunder, dass das nicht ohne Auswirkungen auf den Fernsehfilm blieb: Ulrich Zrenner inszeniert diese fesselnde Geschichte mitunter, als stamme das Drehbuch nicht von Leo P. Ard und Birgit Grozs, sondern von Barbara Salesch.

    Da werfen die Prozessbeteiligten mit „vielsagenden“ Seitenblicken um sich, dass es fast gewalttätig wirkt. Und weil die Heldin der Handlung eine Schöffin ist, eine Richterin in zivil also, köchelt die Juristerei ohnehin auf kleiner Flamme. Andererseits gibt genau dies dem Film seinen Reiz, zumal Jutta Speidel die Blumenhändlerin Bettina Hinrichs als zupackende Frau verkörpert, die sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen lässt. Gerade diese Eigenschaft macht sie zur perfekten Zielscheibe eines Komplotts, dem sie sich nicht beugen will; ohne zu ahnen, das sie sich damit exakt so verhält, wie die Drahtzieher das geplant haben.

    Der erste Prozess für die Schöffin wider Willen, die sich viel lieber um ihr Geschäft und die halberwachsene Tochter kümmern würde, ist gleich ein Mordfall: Bauunternehmer Wrengler (Kai Scheve) soll seine Frau mit Hilfe einer Briefbombe umgebracht haben. Das Verfahren ist ein reiner Indizienprozess: Der Briefumschlag stammt nachweislich aus Wrenglers Büro, in einem unbenutzten Lagerraum werden Sprengstoffspuren sowie eine Bierdose mit Wrenglers Fingerabdrücken gefunden, von seinem Rechner aus wurden passende Internet-Suchanfragen gestellt. Außerdem berichtet der Schwager (Stephan Kampwirth) von ängstlichen Briefen seiner Schwester. Im Fall einer Scheidung wäre Wrengler leer ausgegangen, so erbt er 15 Millionen Euro. Der Fall scheint klar, und als ein schmieriger Privatdetektiv versucht, Bettina zu beeinflussen, bestärkt sie das noch in ihrer Meinung. Dass der Mann intime Details aus ihrem Leben kennt, macht sie allerdings stutzig; prompt vermutet sie, dass die Bekanntschaft mit dem charmanten Architekten Peter (Udo Wachtveitl) vielleicht doch kein Zufall war.

    Sieht man mal von Zrenners mitunter ungelenken Inszenierungen im Gerichtsaal ab, gelingt allen Beteiligten das Kunststück, gleichzeitig Romanze, Komödie und Krimi zu erzählen. Der Fall ist natürlich längst nicht so klar, wie er scheint. Dank des ausgeklügelten Drehbuchs der Krimispezialisten Ard und Grosz, die gemeinsam buchstäbliche schon Dutzende Filme geschrieben haben (vor allem zur ZDF-Reihe „Ein starkes Team“), passt am Ende alles perfekt zusammen; wenn auch anders, als man sich das gedacht hat. Sehenswert aber ist der Film vor allem dank der Darsteller. Speidel spielt ihre Rolle gewohnt souverän, Wachveitl darf den „Tatort“-Kommissar gegen eine zumindest zwielichtige Figur tauschen, und Josefine Preuß ist wieder mal hinreißend als schnippische Tochter, die auf Abwege gerät. tpg.

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