Filmhandlung und Hintergrund

TV-Katastrophenfilm über einen Nuklearunfall in einem deutschen Kernkraftwerk.

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Kritikerrezensionen

  • Restrisiko: TV-Katastrophenfilm über einen Nuklearunfall in einem deutschen Kernkraftwerk.

    Aktuell wie selten reagiert Sat.1 mit diesem düsteren Thriller auf ein ebenso brisantes wie aktuelles Thema. Der Film hat nur ein Manko: Er ist einfach zu kurz.

    Hauptfigur der Geschichte ist Katja Wernecke (Ulrike Folkerts), Sicherheits-Chefin eines norddeutschen Kernkraftwerks. Der alte Meiler soll eigentlich vom Netz, aber die Betreiber erreichen, dass er sogar ausgebaut werden darf. Bloß Bernd Mahlsdorf (Gerhard Garbers), leitender Ingenieur und Werneckes väterlicher Freund, ist nicht begeistert: Er hat beide Augen zugedrückt, als bereits beim Bau gepfuscht worden ist. Die geplante höhere Kapazität wird der Reaktor nicht aushalten. Tatsächlich kommt es zum größten anzunehmenden Unfall. Sarah Schnier und Koautor Carl-Christian Demke erzählen die Handlung auf zwei Ebenen. Sie beginnen mit der Sitzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses: Katja Wernecke fordert die Abschaltung aller alten Meiler. Als ihre Forderung abgelehnt wird, weil offenbar menschliches und nicht technisches Versagen zu der Katastrophe geführt hat, macht sie sich in der kontaminierten Zone auf die Suche nach einem USB-Stick, auf dem Mahlsdorf die Beweise für die Fehler beim Kraftwerksbau gespeichert hat. In immer wieder eingeschobenen Rückblenden erzählt der von Urs Egger mit großer Dichte inszenierte Film die Vorgeschichte: wie der zunehmend besorgte Mahlsdorf unter mysteriösen Umständen stirbt; wie der von Kai Wiesinger bemerkenswert arrogant verkörperte Kraftwerksdirektor einen ersten Störfall verharmlost; und wie es schließlich zum GAU kommt. Ungewöhnlich ist die Idee, zwei Figuren ins Zentrum zu stellen, deren Darsteller zunächst gegen negative Vorzeichen anspielen müssen. Katja Wernecke ist in ihrer naiven Euphorie eine äußerst stimmige Ergänzung zum charismatischen Kraftwerksleiter, den Egger fast wie einen Sektenführer inszeniert. Zur zweiten Hauptfigur entwickelt sich Steffen Strathmann, ein PR-Stratege, der dem Kraftwerk zu einem besseren Image verhelfen soll. Während Wernecke als Mutter zweier Kinder immerhin von einem gewissen emotionalen Bonus profitiert, lebt der Kommunikationsstratege allein von der Sympathie, mit der ihn Matthias Koeberlin ausstattet. Gerade bei dieser Rolle rächt sich allerdings, dass „Restrisiko“ nur neunzig Minuten dauert: Strathmann ist Wernecke in die Todeszone gefolgt, um ihr beizustehen, irgendwann hustet er Blut, am Ende erfährt man in einer grimmig lakonischen Szene von seinem Tod. Offen bleibt auch, woher die Sicherheits-Chefin weiß, dass Mahlsdorf den Stick in einem Modellbauflugzeug versteckt hat. Und dass ausgerechnet die Sicherheitsexpertin bloß mit einem schlichten Mundschutz durch die verseuchte Zone wandert, ist mindestens unglaubwürdig. tpg.

News und Stories

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