Restoration - Zeit der Sinnlichkeit

Kinostart: 29.05.1997

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Filmhandlung und Hintergrund

Kluges, luxuriös ausgestattetes Kostümdrama um einen Quacksalber in den schwierigen Zeiten der Pest.

Der Quacksalber Robert Merivel arbeitet sich in der Gunst des Königs Charles II nach oben, nur um umso tiefer zu fallen, als er sich in die Mätresse des Königs verliebt. Aller Besitztümer beraubt, ist Robert gezwungen, in einem Landsanatorium seine alte Profession wieder aufzunehmen. Während die Pest durch England wütet, beginnt für Robert der schmerzhafte Wandlungsprozeß zum besseren Menschen.

Im London des Jahres 1660 sichert sich der Medizinstudent Merivel dank eines kühnen operativen Eingriffs die Gunst von König Charles II. Schnell steigt der junge Mann zum Liebling des Monarchen auf, bedacht mit Privilegien und stattlichem Einkommen. Als Merivel sich jedoch in die Mätresse des Königs verliebt, wird er ohne Geld und Titel davongejagt. Fünf Jahre später kehrt ein geläuterter Merivel nach London zurück und beginnt, sich aufopferungsvoll um die Opfer der Pest, die inzwischen in der Stadt wütet, zu kümmern.

Medizinstudent Merivel gibt seinen Idealismus auf, als er sich der Anziehungskraft des luxuriös-dekadenten Lebens am Hofe Charles II ergibt. Als er sich in die Mätresse des Königs verliebt, ist es endgültig um ihn geschehen. Kluges, zum Teil witziges luxuriös ausgestattetes Kostümdrama.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Restoration - Zeit der Sinnlichkeit: Kluges, luxuriös ausgestattetes Kostümdrama um einen Quacksalber in den schwierigen Zeiten der Pest.

    Im Stil eines luxuriösen, verschwenderisch aufgemachten Bildungsromans realisierte Michael Hoffman („Lieblingsfeinde - Eine Seifenoper“) mit „Restoration“ ein kluges Kostümdrama, das aus dem Rahmen fällt. Eine beachtliche Besetzungsliste rundet diesen ausschweifenden, mit gesundem Humor inszenierten Augenschmaus über die Ära der Restauration im Königreich England ab.

    Filme, deren ursprünglich angestrebte Starttermine immer wieder nach hinten verschoben werden, umweht der Hauch des Suspekten. „Restoration“ mußte ein ganzes Jahr Warteschleife fliegen, bevor der imposante Streifzug durch ein England im ideologischen Umbruch nach dem zunächst angekündigten Start im Dezember 1994 zwei Tage vor Ende des letzten Jahres doch noch zu einem Kinoeinsatz kam. Ein verdienter Kinoeinsatz, denn an Mangel der Qualität kann die lange Verschiebung beim besten Willen nicht gelegen haben.

    Allein die pompöse Wucht der Bilder gibt Anlaß zur Begeisterung. Gerade einmal 18,5 Mio. Dollar soll das Ausstattungsdrama gekostet haben - dabei lassen die pompösen Kulissen von Eudenio Zanetti den Film wie eine Produktion aussehen, für die man mindestens das Dreifache dieser Summe hinblättern muß. Aber „Restoration“ ist nicht nur ein Fest für die Augen. Hoffman wählte die Ära der Restauration nicht von ungefähr als zeitlichen Rahmen für seine schlaue Parabel: Zu deutlich sind die Parallelen zum auslaufenden 20. Jahrhundert, als daß man sie von der Hand weisen könnte. Heute wie damals befindet sich die Gesellschaft in einer Zeit des Umbruchs, in der die Unterschiede zwischen unendlichem Reichtum und bemitleidenswerter Armut krasser nicht sein könnten.

    So erhält die Odyssee des egoistischen Quacksalbers Robert Merivel durch alle Höhen und Tiefen einer stürmischen Zeit, in deren Verlauf er vom Antihelden zum Helden heranreifen kann, eine Relevanz, die den allzu bequemen Konventions-Rahmen des Kostümdramas immer wieder unterläuft. In ironischen Episoden erzählt Hoffman vom Werdegang Merivels, der sich zum Liebling des Königs (ein souveräner Monarch: Sam Neill) emporarbeitet, nur um umso tiefer zu fallen, als ihm das einzig Verbotene widerfährt: Er verliebt sich in die Mätresse (pure Sinnlichkeit: Polly Walker) des Königs. Aller Besitztümer beraubt, ist er gezwungen, in einem heruntergekommenen Landsanatorium seine alte Profession wieder aufzunehmen. Während die Pest durch England wütet, findet er dort seine wahre Bestimmung. Beim großen Brand von London - atemberaubend in Szene gesetzt - schließt sich der Kreis schließlich.

    Wenn „Restoration“ einen Schwachpunkt aufweist, dann liegt sie im nicht immer souveränen Spiel von Robert Downey Jr. Anders als Jodie Foster zuletzt in „Familienfest“ hat Hoffman den zur großen Pose neigenden Mimen allerdings fest im Griff. So ist seine Performance vielleicht keine große, aber immerhin eine sympathische. Es ist Publikumsliebling Meg Ryan in einer prägnanten, völlig untypischen Nebenrolle, die jede Szene stiehlt. Eine letzte von vielen angenehmen Überraschungen in einem Film, den eigentlich keiner mehr so recht auf der Liste hatte. ts.

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