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Ressources humaines

Kinostart: 19.07.2001

Filmhandlung und Hintergrund

Sozial engagierter Film über Human Ressources, die in der Industrie zu Menschenmaterial verkommen, und berührende Vater-Sohn-Geschichte.

Frank kehrt nach einem erfolgreichen BWL-Studium in Paris in die heimatliche Provinz zurück, um dort seinen ersten Job anzutreten. Doch muss er feststellen, dass durch seine Arbeit etliche Menschen ihren Job verlieren, darunter auch sein Vater, der seit Jahrzehnten an einer Maschine in der Firma geschuftet hatte, um Frank sein Studium zu ermöglichen.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ressources humaines: Sozial engagierter Film über Human Ressources, die in der Industrie zu Menschenmaterial verkommen, und berührende Vater-Sohn-Geschichte.

    Man merkt, es hängt Herzblut an diesem Film von Laurent Cantet, der weltweit Preise kassierte, vom Fassbinderpreis über den Publikumspreis in Paris bis zum César als bester Debütfilm. Denn das Herz schlägt links, wenn ein Arbeitersohn den Aufstieg in die Chefetage schafft, sich nicht korrumpieren lässt und böse Machenschaften von Unternehmern aufdeckt.

    Optimistisch kehrt der junge Frank nach erfolgreichem BWL-Studium, das sich seine Eltern vom Mund abgespart haben, in seine Heimatstadt zurück. Der Arbeitersohn soll in der Fabrik, in der sein Vater seit 30 Jahren an der Stanzmaschine malocht, ein Praktikum absolvieren. Nicht in der Werkhalle, sondern in der Chefetage, wo man saubere weiße Hemden trägt, bei Geschäftsessen den Bauch vollschlägt und in der Kantine getrennt „vom Volke“ speist. Die Eltern sind stolz auf den Filius, der es zu etwas gebracht hat. Auch die Unternehmensführung mag den aufstrebenden Youngster, der mit neuen Ideen frischen Wind in verkrustete Strukturen bringt und vorschlägt, einen Fragebogen zu entwickeln, in dem die Belegschaft ihre Meinung zur Einführung der 35-Stunden-Woche kundtun kann. Das soll bei der Entscheidungsfindung helfen -glaubt der Naivling jedenfalls. Nur die gestandene Gewerkschaftsvertreterin wittert Unheil und stellt sich quer. Und sie hat recht. Die ganze Aktion dient nur als Deckmäntelchen, die Fabrik umzustrukturieren und Leute zu entlassen, darunter auch Franks Vater. Frank schlägt sich auf die Seite der Arbeiter, macht den Plan öffentlich und trägt die Konsequenzen. Fast altmodisch-anrührend schildert Laurent Cantet den Gewissenszwiespalt des Jungen, der von unten kommt und nach oben will, die Leidensfähigkeit und Anpassung des Alten, der verlernt hat, sich zu wehren. Es geht um weit mehr als um Arbeitskampf. So verliert Frank seine Wurzeln, wenn er sich kurzfristig vom Aufstieg blenden lässt, mit früheren Freunden entzweit, die ihn für arrogant halten. Zur Klimax kommt es, wenn die unterschiedlichen Lebensentwürfe von Sohn und Vater aufeinanderprallen, der Sohn zugibt, sich geschämt zu haben, ein Arbeiterkind zu sein und sich jetzt schämt, sich dafür geschämt zu haben. In dieser Schlüsselszene findet der manchmal etwas hölzern wirkende Film zu emotionaler Qualität, erinnert streckenweise in seiner Intensität an den Engländer Ken Loach. Dieser engagiert inszenierten Verbindung von sozial-politischem Thema und privater Familiengeschichte möchte man ebenso engagierten Zuschauerzuspruch gönnen. mk.

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