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Rembrandt

   Kinostart: 03.05.2001
Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Visuell beeindruckendes Biopic des berühmten niederländischen Malers mit sehr guten Darstellerleistungen.

Ein verarmter Rembrandt erinnert sich an sein Leben: Als junger Künstler kommt er ins verruchte Amsterdam, wo er schnell zu Ruhm und Reichtum kommt. Er heiratet Saskia und erfreut sich großer Beliebtheit bei den Aristokraten, aus denen sich auch seine meisten Auftraggeber rekrutieren. Doch die werden immer weniger, weil er auf seinem eigenen, realistischen Stil beharrt.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Rembrandt: Visuell beeindruckendes Biopic des berühmten niederländischen Malers mit sehr guten Darstellerleistungen.

    Er gehört zu den bekanntesten und produktivsten europäischen Malern des 17. Jahrhunderts: Rembrandt van Rijn. Neben 300 Radierungen werden ihm ungefähr 700 Gemälde und 1800 Handzeichnungen zugeschrieben. Charles Matton entwirft in dieser 20 Mio Mark teuren französisch-deutsch-holländischen Co-Produktion ein Porträt des eigenwilligen Künstlers über fast vier Jahrzehnte hinweg, erzählt von heißen Amouren, gesellschaftlichem Absturz und Leben in Armut.

    Als der junge Rembrandt van Rijn nach der Leidener Frühzeit, in der er von der starken Modellierung und der bunten Farbigkeit seines Lehrers Pieter Lasmans ausging, seine zweite Schaffensphase 1632 in Amsterdam begann, galt er als jugendlicher Rebell, den die Gesellschaft hofierte. Nicht nur beruflich, auch privat schien er das Glück gepachtet zu haben, als er die schöne und vermögende Saskia (Johanna Ter Steege) heiratet. Durch ihren Tod gerät der Maestro in eine Sinn-Krise, verliert wegen seines Lebenswandels die Sympathien der calvinistisch geprägten Honoratioren, die in der Stadt über Auf- und Abstieg bestimmen. Er lässt sich mit den Haushälterinnen Geertje Diercx und Hendrickje Stoffels ein, mit letzterer zeugt er gar eine Tochter und zeigt sich dennoch nicht willens, das Verhältnis zu legalisieren - was er aus finanziellen Gründen schon nicht kann, weil er bei einer Heirat laut testamentarischer Verfügung Saskias das Vermögen verlieren würde. Nach und nach ziehen sich auch die letzten Freunde und Gönner von ihm zurück, der kompromisslose Künstler stirbt vereinsamt und verarmt 1669.

    Das aufwändig inszenierte Porträt des holländischen Malers, für das in Köln-Ossendorf sogar originalgetreu ein großer Anatomie-Hörsaal und eine 70 Meter lange Straße aus dem Amsterdam des 17. Jahrhunderts nachgebaut wurde, bleibt trotz dieser Ausstattungs-Anstrengungen relativ blutleer. Manche Innenkulissen strahlen gar den zweifelhaften Charme von Pappmaché aus. Nur ansatzweise gelingt es Charles Matton die Ambivalenz des Mannes zu vermitteln, der exzessiv frisst, säuft und hurt und als sensibler Künstler eternelle Meisterwerke schafft. Rembrandts vielfältige Charakterzüge - seine Dickköpfigkeit und gleichzeitige Dünnhäutigkeit, seine Maßlosigkeit, Unbeugsamkeit und Unangepasstheit, seine tiefen Gefühle als Ehemann, Geliebter und Vater - kommen kaum zum Ausdruck, nur selten spürt man den Mythos der Legende, von der Vincent Van Gogh einmal sagte „man muss mehrere Male gestorben sein, um derart zu malen“. Und Klaus Maria Brandauer als geächtetes und unbezähmbares Genie hat leider in nur wenigen Momenten die Gelegenheit, Leidenschaft und Sinnlichkeit grandios bis zur Neige auszuspielen. Erwähnenswert die ausgeklügelte Farbdramaturgie: Da ist die Welt Rembrandts in warmes goldenes Licht, die feine Gesellschaft in kaltes silbriges Licht getaucht, der kosmopolitische Mikrokosmos der Straße und des Hafens erscheint in bunten und zumeist warmen Farben. Trotz der Schwächen sollte „Rembrandt“ ein bildungsbürglich orientiertes, wenn auch überschaubares Publikum aufgrund seines interessanten Sujets ansprechen. mk.
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