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Reife Leistung!

  

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Komödie um einen verheirateten Bauunternehmer in der Midlife-Crisis, der trotz (oder wegen?) dreier erwachsener Töchter nochmal eine Familie mit einer deutlich jüngeren Frau gründet.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Reife Leistung!: TV-Komödie um einen verheirateten Bauunternehmer in der Midlife-Crisis, der trotz (oder wegen?) dreier erwachsener Töchter nochmal eine Familie mit einer deutlich jüngeren Frau gründet.

    Es muss eine Frage der Hormone sein: In den vermeintlich besten Jahren machen Männer Sachen, die bei Licht betrachtet purer Unfug sind. In der Regel spielen dabei Frauen eine entscheidende Rolle, die so alt sind wie die eigene Tochter; oder womöglich noch jünger. Auch den Bauunternehmer Thomas Wünsche erwischt’s aus heiterem Himmel, als er im Fahrstuhl Nina begegnet. Sie ist jung, sexy, unkompliziert und will ihn; und er sie.

    Eine nette Romanze, die sich da anbahnt, von Walter Sittler und Ina Paule Klink (Mündel und Assistentin von ZDF-Privatdetektiv Wilsberg) sehr hübsch gespielt. Aber moralisch selbstredend höchst fragwürdig und so gar nicht im Sinne des öffentlich-rechtlichen Auftrags, selbst wenn die Bewahrung konservativer Werte nicht ausdrücklich Teil der programmlichen Leitlinien ist. Deshalb scheitert das Paar aller Sympathie zum Trotz auch prompt am ersten Konflikt: Den Umzug aus dem Herzen der Metropole (natürlich Berlin) ins Grüne macht Thomas ja noch mit, und auch Ninas Kinderwunsch verschließt er sich nicht, obwohl er bereits drei Töchter hat. Doch als sich das Baby als Schreihals entpuppt, gegen dessen Gebrüll kein Kraut gewachsen ist, macht Thomas schlapp. Rasant geht es nun bergab: Infarktsymptome, Insolvenz, Beziehungskrise.

    Eine eigentlich gradlinige Geschichte also, die ihren Reiz vor allem der dramaturgischen Konstruktion verdankt: Autorin Silke Zertz verpackt die Handlung als Rückblende; Thomas selbst erzählt, während er mit Kopfwunde in einem Krankenhausflur sitzt. Bis zum Ende darf man nun rätseln, worauf er wartet. Die Auflösung ist bei Weitem nicht die einzige überraschende Wendung der Geschichte. Sehenswert ist die Romanze, die sich fast unmerklich zum Drama wendet, nicht zuletzt auch wegen der Nebenfiguren und ihrer Darsteller. Angela Roy beispielsweise verleiht Thomas‘ verlassener Frau viel Würde. Annett Renneberg, ein Augenschmaus trotz verbotenem Haarschnitt und gruseliger Kleidung, spielt seine Tochter, die sich verzweifelt selbst ein Kind wünscht und mit Hingabe zu verhindern versucht, dass der Betrieb zusammenbricht. Anna Fischer sorgt als punkige Tochter Klara für reizvolle Dissonanzen.

    Am meisten aber imponiert die bewundernswerte Fähigkeit von Regisseur Martin Gies, der Geschichte bei aller Melodramatik ihre Unbeschwertheit zu bewahren. Das Verdienst gebührt allerdings auch Walter Sittler und Silke Zertz: Thomas darf in Würde scheitern. Die Figur wird zwar derangiert, aber nicht demontiert. Weil Sittler auch in den Slapstick-Szenen die Contenance bewahrt, kommt Thomas am Ende ohne einen Hieb mit der Moralkeule davon; zumal Zertz am Schluss noch mal eine letzte Überraschung aus dem Hut zaubert. tpg.
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