Redbelt

  1. Ø 3.5
   2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Redbelt: Drama über einen moralisch untadeligen Jiu-Jitsu-Lehrer in Los Angeles, der in kriminelle Geschäfte skrupelloser Fightpromoter verwickelt wird.

Mike Terry (Chiwetel Ejiofor) lebt in Los Angeles, ist einer der weltweit besten Jiu-Jitsu-Meister und hat sich bisher erfolgreich aus dem Preiskampfzirkus herausgehalten. Statt dessen betreibt er ein Selbstverteidigungs-Center und lebt streng nach dem Samurai-Kodex. Doch dann gefährdet ein folgenschwerer Unfall mit einem Cop (Maximilian Martini) und einer Anwältin (Emily Mortimer) seine schuldenfreie Existenz. Notgedrungen steigt er in den Ring.

Finanzielle Nöte lassen einen Klassefighter ins schmutzige Mixed Martial Arts-Geschäft einsteigen. Statt der handelsüblichen tumben Prügelorgie zeigt David Mamet („Spartan„, Buch zu „The Untouchables„), dass er zu den Schwarzgurten der intelligenten Thriller-Autoren gehört.

In seiner Jiu-Jitsu-Schule in Los Angeles unterrichtet Mike sanfte Selbstverteidigung und Persönlichkeitsbildung. Ideell geht über materiell, bis er einen Filmstar aus einer Prügelei rettet und dieser ihm einen Beraterjob bei seinem aktuellen Film anbietet. Doch als Mikes Ideen von Promotern für Profifights gestohlen werden und er gezwungen wird, daran teilzunehmen, zeigt sich, dass er Ehre und Anstand nicht nur lehrt, sondern lebt.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Redbelt“ handelt zwar vom Kampfsport, ist aber nicht in erster Linie ein Actionfilm. Vielmehr ist die Geschichte von Regisseur David Mamet ein Sozialdrama in leisen Tönen, in dem es um den Konflikt zweier Haltungen geht: kommerzielle Interessen gegen Selbstlosigkeit. Der Held des Films schwimmt in Los Angeles ziemlich auf verlorenem Posten gegen den Strom der Geschäftemacherei. In den Augen seiner brasilianischen Frau und deren erfolgsorientierten Brüdern ist er zu gutmütig, vielleicht sogar zu dumm, um seine Schule nicht finanziell zu gefährden.

    Am Anfang sieht man zu, wie Mike den Polizisten Joe und andere Schüler in Jiu-Jitsu trainiert. Er möchte, dass sie lernen, ihre Gefühle im Zaum zu halten und, wenn der Gegner ihnen den Arm um den Hals legt, nach dem Ausweg zu suchen, den es Mike zufolge immer gibt. Später wird der Träger des schwarzen Gürtels seiner neuen Schülerin, einer von einer Vergewaltigung traumatisierten Anwältin, in einer einzigen Lektion wieder Selbstbewusstsein vermitteln. Chiwetel Ejiofor und Emily Mortimer sind die beeindruckenden Hauptdarsteller dieses Films, sie spielen beide unaufdringlich und man nimmt ihren Figuren den Anspruch, anständige Leute zu sein, ohne weiteres ab.

    Zum Kampf kommt es erst wieder gegen Ende des Films, als Mike in einem Wettbewerb mit gezinkten Karten die Ordnung wiederherstellen will. Dazwischen aber geht es nur – und das ist erstaunlich spannend - um Mikes finanzielle Sorgen und um das Drama, in das sein Schüler Joe schlittert. Joe, der gutmütige Polizist, bringt sich ebenso wie Mike aus den besten Absichten in Schwierigkeiten. Und Mike, der ihm helfen will, reitet ihn nur noch stärker ins Schlamassel hinein.

    Es gibt viele Szenen, in denen Mike nicht in der Mitte des Bildes steht. In denen er unschlüssig überlegt, in was er da hineingeraten ist und fast schon an der Welt verzweifelt. Die Außenwelt, das ist das Showbusiness rund um Film und um Kampfsport-Turniere. Jeder, der was aus sich macht, hat hier seine Finger drin – doch Mike ist natürlich viel zu ehrlich, um nicht auch hier, oder hier erst recht, übers Ohr gehauen zu werden.

    „Du bist zur Armut verdammt“, sagt ihm sein geschäftstüchtiger Schwager. Doch Mike ist ein Kämpfer mit einem Ehrenkodex, der ihn stolz macht. Als er seinen ehemaligen Jiu-Jitsu-Meister im Publikum des Turniers sieht, fühlt er sich verpflichtet, für einen fairen Kampf zu sorgen. Auch wenn er damit den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung macht.

    Fazit: Ein spannendes, solides und unspektakuläres Sozialdrama um einen Kampfsport-Trainer, der kommerzielle Wettkämpfe ablehnt.
  • David Mamet beweist in seinem ungewöhnlichen Martial-Arts-Drama, dass der letzte Samurai nicht in Japan starb, sondern in Los Angeles lebt.

    Filme über Spieler, Cops, Bankräuber, Filmstars sowie Professoren, die angeblich Studentinnen sexuell belästigen – David Mamet ist das Chamäleon Hollywoods. Sowohl als Regisseur wie auch als Autor, der mit komplex strukturierten Filmen („Die unsichtbare Falle“) glänzt, aber auch den Mainstream („Ronin“, unter dem Pseudonym Richard Weisz) bedient. Seine Faszination für im Schatten der Aufmerksamkeit einem strengen Ehrenkodex folgende Helden, sichtbar in seiner TV-Serie „The Unit“, bringt er auch in „Redbelt“ zum Ausdruck. Fünf Jahre lernte Mamet selbst Jiu-Jitsu, jetzt rückt er einen Kampfsportlehrer in den Fokus eines Films, der nicht am Kampf, sondern der zugrunde liegenden mentalen und moralischen Einstellung interessiert ist. Mike (Chiwetel Ejiofor) führt eine kleine Jiu-Jitsu-Schule in Los Angeles, in der er psychische und charakterliche Bildung über alle materiellen Belohnungen stellt. Seine Frau, deren Clan nur den Dollar als großen Motivator akzeptiert, bedrängt ihn zunehmend, doch die Schüler respektieren den Meister, der sich nie von Profi-Gagen verführen ließ und von der Ehre und der Kunst, den Kampf zu meiden, lehrt. Als Mike einen Filmstar aus einer Prügelei rettet, scheint sich dessen Dankbarkeit für ihn auszuzahlen. Mikes Frau findet vermögende Kundinnen für ihr Textilbusiness, er selbst einen Beraterjob bei einem Irakfilm, in dem Hollywoodkrieger möglichst authentisch ihren Mann stehen sollen. Mamets Spott über Heldenimitate und sein Misstrauen gegenüber der Spezies „Filmmensch“ verbindet sich nun mit einem an Fahrt aufnehmenden Drama über Erpressung, Bestechlichkeit und abgesprochene Profikämpfe. Schlüsselfiguren sind ein Anwältin, die in Mikes Kampfschule einen Schuss abfeuert, ein Cop, der von einer Anzeige absieht, und Mike selbst, der durch die Nebenwirkungen dieses Vorfalls gezwungen wird, für Geld in den Ring zu treten. Ohne erkennbaren Fokus eröffnet Mamet seine zehnte Regiearbeit, bis sich die zentralen Themen herausschälen und genretypische Muster benutzt, aber clever variiert werden. Konform zu seiner Heldenideologie verlegt Mamet den Finalfight auf dem Weg zur Belohnung durch den mythischen Roten Gürtel an einen Randschauplatz, ohne auf Erwartungen an Choreographie und Fightdynamik Rücksicht zu nehmen. Actionfans könnte dieser Ansatz zu ökonomisch sein, doch kaum ein Kampfsportfilm kann eine ähnlich komplexe, exzellent besetzte Story ins Gefecht führen, über deren Mehrdeutigkeit sich tatsächlich diskutieren lässt. kob.

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