Filmhandlung und Hintergrund

Vierte Zusammenarbeit von Regisseur Rudolf Thome und Hannelore Elsner.

Nach langer Reise landet Jonathan Fischer (Karl Kranzkowski) auf Sardinien und kehrt im Gästehaus von Isabella Goldberg (Adriana Altaras) und Annabella Silberstein (Hannelore Elsner) ein. In deren Haus geht nicht alles mit erklärbaren Dingen zu, wie Jonathan schon beim umständlichen Ritual des Eincheckens feststellt. Später begegnet ihm in dem Gebäude seine vierzehn Jahre alte Tochter Jade, und er beginnt sich in Annabella zu verlieben. Selbst, als die Realität mit Bauarbeitern und Polizistin einfällt, bleibt das Idyll erhalten.

In der vierten Zusammenarbeit von Regisseur Rudolf Thome und Schauspielerin Hannelore Elsner wird vor surreal anmutendem Background eine Liebesgeschichte erzählt.

Jonathan Fischer wird nach einer langen Reise nach Sardinien im Gästehaus der beiden Frauen Annabella und Isabella aufgenommen. Kurz darauf begegnet er seiner Tochter Jade wieder und verliebt sich in Annabella. Dann jedoch stört ein tragisches Ereignis das Glück der Bewohner. Ein selbst deklarierter Kino-Gott bringt sich um, und eine Prinzessin wird erschossen.

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    Kritikerrezensionen

      1. Ein klassischer Einstieg: der Blick aus dem Flugzeug auf eine Insel, der Flughafen, ein Mann mit einem großen Koffer in einem Taxi, das ihn „ans Ende der Welt“ zu bringen scheint. Rudolf Thome nimmt uns mit auf eine Reise. „Zeitreisen – Die Zukunft“ untertitelt er den letzten Teil seiner Trilogie, der nicht nur in die Zukunft weist, sondern den Zuschauer vor allem mitnimmt an einen Ort, der dem Paradies nahe zu kommen scheint. Ein Gästehaus im Nirgendwo, ein locus amoenus, eine kleine Idylle inmitten der wilden, felsigen Landschaft. Die Menschen sinnlich, die Natur üppig, die Farben erdig. Jonathan in seinem steifen Anzug wirkt etwas deplaziert, als er diesen Ort zum ersten Mal betritt. Nachdem Hausherrin Annabella mit der Gartenarbeit fertig ist (wo schon, wenn nicht bei Rudolf Thome sieht man Hannelore Elsner in Gummistiefeln im Matsch wühlen?) gibt sie dem neuen Gast ein Formular mit seitenweise Fragen. Fragen nach dem Vermögen, den Schlafgewohnheiten und den sexuellen Vorlieben. Ihre Partnerin Isabella interessiere sich dafür, erklärt sie beiläufig.

        Ein typisches Thome-Universum: Frauen und Männer (nicht mehr ganz jung, aber umso lebenslustiger) deren Kinder, ein abgeschiedener Ort, gutes Essen, guter Wein, guter Sex… Würde „Rauchzeichen“ nicht auf Sardinien spielen, dann würde früher oder später in diesem Text der Ausdruck „Toskana-Fraktion“ fallen. Typisch auch die Exzentrik des Regisseurs, der bekennt, Zuspitzungen zu lieben und die Zuschauer reizen zu wollen. Und typisch auch die Figuren, die ihr Herz auf der Zunge tragen, behaupten, auf dem Mond gewesen zu sein, minutenlang Hölderlin rezitieren oder sich für den Gott des Kinos halten, aber nur Videokassetten sehen. Doch diesmal hat der Regisseur, der seit den 60er Jahren unaufhörlich Filme dreht, ein bisschen zu dick aufgetragen. Die großen Gefühle sind übermächtig geworden und drohen, jegliche Subtilität zu erdrücken, und die poetisch-absurde Überhöhung, die diese Exzentrik in früheren Filmen oft erträglich gemacht hat, gelingt Rudolf Thome in „Rauchzeichen“ nur selten. So wirken die Dialoge doch manchmal unfreiwillig komisch, die brüsken Wendungen der Geschichte beinahe plump, das kindliche Gehabe der Jugendlichen deplaziert und wenig lebensnah.

        Eine Variation über Leben und Tod: Figuren verlieben sich, Figuren hassen sich, Figuren kommen und gehen. Im Grunde genommen ordnet der Regisseur diese Topoi in jedem seiner Filme nur unter veränderten Vorzeichen neu an. Wie ein Schachspieler macht er hier einen Zug, da einen Zug; einige Figuren, einige Schauspieler nehmen ihren Hut, andere stoßen neu dazu, der Kern des Ensembles bleibt bestehen. Doch die Rahmenbedingungen ändern sich, so wie sich die Zeit ändert. In „Rauchzeichen“ ist mit dem 11.September ein neuer Punkt im Koordinatensystem von Rudolf Thome eingezeichnet worden. Der wird freilich nur angedeutet – der Regisseur verstand sich nie als ein sozial engagierter Filmemacher, der mit der Kamera in der Hand für das Gute in der Welt kämpfen will. „Einige von meinen Leuten kämpfen gegen Menschen, die an einen anderen Gott glauben.“, legt er der „arabischen Prinzessin“ Leila in den Mund, reduziert die Komplexität der Welt auf die Existenz zweier Figuren, an deren Existenz schon so manche gezweifelt haben. Am Ende ist die Prinzessin tot, der Gott des Kinos ist tot, doch das Leben geht weiter, wie es in einem Thome-Film eben weitergeht: es wird geliebt, getanzt, geheiratet. Nur die Koordinaten haben sich ein bisschen verschoben und das Thome-Universum ist um eine Galaxie reicher.

        Fazit: Letzter Teil von Rudolf Thomes Zeitreisen-Trilogie, der an Motive und Geschichten der vorigen Filme anknüpft, dabei aber nur selten deren Qualität erreicht.
      2. Rauchzeichen: Vierte Zusammenarbeit von Regisseur Rudolf Thome und Hannelore Elsner.

        Im dritten Teil seiner Zeitreisen-Trilogie räsoniert Rudolf Thome nicht nur über die Liebe und das Leben, sondern auch über Terrorismus, das Kino und den Tod.

        Im Vergleich zu seinem vorangegangenen Film, dem minimalistischen Zwei-Personen-Stück „Du hast gesagt, dass Du mich liebst“, geht es in Rudolf Thomes aktuellem Werk regelrecht turbulent zu. Der ehemalige Filmkritiker und Veteran des Neuen Deutschen Films mixt in „Rauchzeichen“, mit der er seine Zeitreisen-Trilogie abschließt, nicht nur mehrere Genres, er präsentiert auch gleich ein halbes Dutzend Hauptfiguren, allesamt verkörpert von seinen bevorzugten Darstellern.

        Los geht es mit der Einstellung eines Flugzeugs, das auf Sardinien landet. An Bord befindet sich Jonathan „Joe“ Fischer (Karl Kranzkowski), der die letzten 14 Jahre in den USA gelebt hat. Jetzt kreuzt er unangemeldet in jener Pension auf, die seine Ex-Frau betreibt. Doch die ist nicht da. Und von den Menschen, die dort leben, wird Joe nicht gerade freundlich empfangen. Nur Annabella (Hannelore Elsner), eine ehemalige Astronautin und nun zweite Chefin des Hauses, scheint ihn zu mögen. Zwischen den beiden bahnt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung an. Daran ändert das Auftauchen von Joes Ex Isabella (Adriana Altaras) und deren gemeinsamer Tochter ebenso wenig wie zwei mysteriöse Todesfälle. Erst wird Leila (Serpil Turhan), eine arabische Prinzessin, die mit einer Terrororganisation in Verbindung gebracht wurde, ermordet, dann nimmt sich Hans (Cornelius Schwalm), der sich selbst als Gott des Kinos bezeichnet, das Leben. Annabella und Joe stört das nicht. Unbeirrt planen die zwei ihre Hochzeit und außerdem einen großen Teich, dessen Grube sie aus praktischen Gründen gleich als Grab für die beiden Leichen nutzen.

        Dieses Mal gibt sich Thome nicht damit zufrieden, lediglich den mannigfaltigen Facetten der Liebe auf den Grund zu gehen. Denn „Rauchzeichen“ birgt nebenbei sowohl Elemente des Westerns als auch des Science-Fiction, kann aber gleichzeitig zudem als Polit-Thriller oder philosophische Reflektion über unser Dasein gelesen werden. Stilistisch ist Thome sich allerdings treu geblieben. Die Kamera beobachtet ruhig das Geschehen, die Action findet im Kopf des Zuschauers statt. Die Dialoge sind auf das Wesentliche reduziert, die Charaktere wirken phasenweise seltsam entrückt. der Humor ist trocken, beiläufig – und bisweilen wohl auch unbeabsichtigt. Gedreht hat der Regisseur übrigens auf dem Anwesen seiner Cutterin Dörte Völz. Das spart Kosten und erhält dem deutschen Kino so die vom Aussterben bedrohte Spezies des Autorenfilmers. lasso.

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