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Radio Star - Die AFN-Story

Kinostart: 16.11.1995

Filmhandlung und Hintergrund

Am 4. Juli 1993 feierte das „American Forces Network“, kurz AFN, seinen 50. Geburtstag. Anlaß genug, der von der Geschichts- und Medienwissenschaft vernachlässigten Historie dieses US-Soldatensenders einmal auf den Grund zu gehen. „Radio Star“, das auf den Hofer Filmtagen 1994 uraufgeführte jüngste Projekt der erfahrenen Dokumentaristen Karnick und Richter, zelebriert jedoch nur das halbe Jubiläum, bricht mit dem...

AFN, das „American Forces Network“ war vorgesehen zur Unterhaltung und Information, der weltweit stationierten GIs. US-Populärkultur fand so ihren Weg ins Nachkriegsdeutschland und war an der Entwicklung der deutschen Jugendkultur beteiligt. Stars wie Bill Haley, Johnny Cash oder Marilyn Monroe haben ihren internationalen Ruhm u.a. dem AFN zu verdanken.

Der US-Soldatensender AFN („American Forces Network“) brachte in den 50er Jahren Rock’n’Roll, Jazz und amerikanisches Lebensgefühl ins Nachkriegsdeutschland. Mit Liebe zum Detail und viel Enthusiasmus realisierten Hannes Kranick und Wolfgang Richter diese Dokumentation, in der die Geschichte des AFN von seiner Gründung im Jahre 1943 bis 1968 verfolgt wird.

Darsteller und Crew

  • Hannes Kranick
  • Wolfgang Richter

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Am 4. Juli 1993 feierte das „American Forces Network“, kurz AFN, seinen 50. Geburtstag. Anlaß genug, der von der Geschichts- und Medienwissenschaft vernachlässigten Historie dieses US-Soldatensenders einmal auf den Grund zu gehen. „Radio Star“, das auf den Hofer Filmtagen 1994 uraufgeführte jüngste Projekt der erfahrenen Dokumentaristen Karnick und Richter, zelebriert jedoch nur das halbe Jubiläum, bricht mit dem Vietnam-Krieg ab. Ein Manko, das eine ganze Generation, für die der AFN in den siebziger und frühen achtziger Jahren eine Brücke nach Amerika schlug, als Zeitzeugen ausschließt. Unterschlagen also die Entwicklungsarbeit des Senders, der durch seine enthemmte Mischung aus improvisierter Moderation und Chart-Musik die gemütlich schnarchende deutsche Rundfunklandschaft aufwachen ließ. Der Vietna-Krieg, so die beiden Regisseure, eigne sich als Zäsur, habe er doch die Deutschen kritischer gegenüber den Amerikanern werden lassen. Ihr Schwerpunkt liegt also auf den Jahren einer weitgehend ungetrübten deutsch-amerikanischen Freundschaft, als der AFN den US-Soldaten die Heimat und den Deutschen amerikanisches Lebensgefühl und Kultur näherbrachte. Deutlich wird somit die entscheidende, unaufdringlich ausgefüllte Rolle des Senders in der „Umerziehung“ der Deutschen nach jahrzehntelanger Nazi-Gehirnwäsche. Unterstützt von Archivaufnahmen, kommen AFN-Veteranen und amerikaphile Deutsche zu Wort, die einen nostalgischen Blick zurück werfen. Festgemacht an historischen Fixpunkten wie dem 2. Weltkrieg, Luftbrücke, Korea, Mauerbau und Vietnam wird auch die militärische Bedeutung des AFN skizziert, wobei Bekanntes wie auch Unbekanntes (der „Gegen-AFN“ aus Ostberlin) zutage gefördert wird. Bei einem interessierten Publikum kann diese kompetent gemachte Dokumentation, die mit Star-Auftritten von Judy Garland oder Marlene Dietrich auch die Brücke zu Hollywood schlägt, durchaus Anklang finden. Aber die letzten 25 Jahre AFN, der wehmütige Abschied aus dem deutschen Alltag, werden schmerzlich vermißt. Wie auch die Star DJs Charlie Tuna und Wolfman Jack, die dieser Sender weltweit populär machte, die mit keiner Silbe erwähnt werden. kob.
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