Filmhandlung und Hintergrund

In ihrem zweiten Fall zweifelt die schwangere Potsdamer Kommissarin Olga Lenski am Modell Familie, die Ermittlungen führen sie und Polizeihauptmeister Horst Krause ins Pferdezüchter-Milieu.

Gestütbesitzer Hartmann war ein übler Zeitgenosse, der seine Familie wie Leibeigene behandelt hat; nun ist er tot. Beide Söhne hatten gute Gründe, ihren Vater zu hassen. Aber auch der frühere Stallmeister hätte ein Motiv: Er ist kürzlich gefeuert worden und hat exakt zur Tatzeit ein wertvolles Pferd gestohlen. Dann stellt sich jedoch raus, dass Hartmann keineswegs regelmäßig zu Pferdemessen gereist ist, sondern derweil ganz anderen Neigungen nachging. Er hat offenbar ein völlig falsches Leben geführt.

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Kritikerrezensionen

  • Polizeiruf 110: Zwei Brüder: In ihrem zweiten Fall zweifelt die schwangere Potsdamer Kommissarin Olga Lenski am Modell Familie, die Ermittlungen führen sie und Polizeihauptmeister Horst Krause ins Pferdezüchter-Milieu.

    Völlig undurchsichtiger, und dadurch um so reizvollerer zweiter Fall für Maria Simon - mittlerweile als schwangere Ermittlerin Olga Lenski.

    „Zwei Söhne“ wäre ein treffenderer Titel für den zweiten Potsdamer „Polizeiruf“ mit Maria Simon als neuer Kommissarin: Im Drehbuch von Stefan Kuhlmann und Nils Willbrandt (der auch Regie führt) geht es vor allem um Eltern. Das verdeutlicht nicht zuletzt die durchaus reizvolle und geschickt integrierte Parallelhandlung, in deren Mittelpunkt das Privatleben von Hauptkommissarin Olga Lenski steht: Sie ist unübersehbar schwanger, muss sich also nicht nur in einer neuen Umgebung und einer beruflichen Herausforderung zurechtfinden, sondern auch an ihre Mutterrolle gewöhnen. Einen Vater (Andreas Pietschmann) gibt es ebenfalls, aber was die Ermittlerin auf dem Gestüt der Hartmanns erlebt, lässt sie am Modell Familie zweifeln.

    Die Handlung beginnt mit dem üblichen Leichenfund: Charlotte Hartmann (Barbara Auer) entdeckt im Stall die Leiche ihres erschlagenen Mannes. Auch wenn die Witwe jedes böse Wort vermeidet: Rasch stellt sich raus, dass der gute Gatte ein unangenehmer Zeitgenosse war, der seine Angehörigen wie Leibeigene behandelt hat. Entsprechend rasch fällt der Verdacht auf die Söhne Markus und Dennis (Florian Stetter, Franz Dinda). Vor allem Dennis hätte ein plausibles Motiv: Im Kampf um die Anerkennung des Vaters hat er ein Rennpferd gezüchtet, das sogar recht erfolgreich ist. Aber der alte Hartmann hat rausgefunden, dass dabei Doping im Spiel war. Und weil der Hengst ebenfalls verschwunden ist, drängt sich noch ein weiterer Verdächtiger auf: Der frühere Stallmeister (Hansa Czypionka) ist erst kürzlich gefeuert worden und hat aus Rache das Pferd gestohlen; ungefähr zu jener Zeit, als sein Ex-Chef ermordet worden ist. Als dann auch noch rauskommt, dass Hartmann keineswegs regelmäßig zu Pferdemessen gereist, sondern derweil ganz anderen Neigungen nachgegangen ist und offenbar auch das völlig falsche Leben führte, geht es Olga Lenski wie den Zuschauern: Der Fall ist völlig undurchsichtig; und gerade das macht den Film so reizvoll.

    Vordergründig reduziert Willbrandt die Handlung auf übliche Fernsehpolizeiarbeit: viele Befragungen, Stochern im Nebel, Indiziensuche. Weil sich der Krimi mehr und mehr als Familiendrama entpuppt, war es wichtig, diese Rollen sorgfältig zu besetzen, schließlich muss das Trio nicht nur darstellerisch, sondern auch als Ensemble überzeugen. Barbara Auer hat dabei die komplexeste Rolle: Charlotte Hartmann war früher eine bekannte Dressurreiterin, bis ein Reitunfall ihre Karriere beendete. Auer verkörpert die Mutter als Matriarchin, die kühl die Fäden zieht und ihre Behinderung gezielt einsetzt. Ihr Spiel ergibt das bedrückende Porträt einer einst erfolgreichen Frau, deren Leben seit vielen Jahren auf einer Lüge basiert und die gemeinsam mit ihrem Sohn Markus, zu dem sie eine besonders innige Beziehung hat, ein dunkles Familiengeheimnis hütet. „Die Menschen, die wir lieben, sind nicht immer gut für uns“, sagt Charlotte nach dem Tod des Gatten. Trotzdem ist „Zwei Brüder“ dank Willbrandts gelassener Inszenierung kein düsterer Krimi, zumal die sparsam eingesetzte Musik (Stefan Will) und die Bildgestaltung (Frank Küpper) immer wieder für eine angenehm stimmige Atmosphäre sorgen. Außerdem ist da ja noch der dicke Polizeihauptmeister Krause (Horst Krause), und der ist als Gemütsmensch ohnehin ein Garant für Volksnähe und gute Laune. tpg.

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