Polizeiruf 110: Verstoßen

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   2007
Polizeiruf 110: Verstoßen Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Polizeiruf 110: Verstoßen: Krimi aus Halle: Um ihren Fall zu lösen, müssen die Kommissare die Familiengeschichte des Opfers erforschen.

Ein junger Mann wird erschlagen auf einem Schrottplatz gefunden, nachdem er aus einer Diebesbande ausgestiegen ist. Da er einem der Ganoven auch noch die Freundin ausgespannt hat, scheint der Fall klar. Kurz zuvor ist jedoch auch der Neffe des Toten ertrunken. Die Kommissare Schmücke und Schneider stellen fest, dass die Todesfälle das Ende einer Familientragödie darstellen, die sich bereits über Jahrzehnte hinzieht. Womöglich sind beide, Onkel wie Neffe, aus Rache ermordet worden.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Mal ganz davon abgesehen, dass selbst in einer Großstadt wie Berlin eine Mordkommission nur sehr wenig zu tun hätte: Wenn in einem Sonntagskrimi zwei Menschen ums Leben kommen, kann man darauf wetten, dass die Todesfälle etwas miteinander zu tun haben; ganz egal, wie abwegig das zunächst zu sein scheint.

    Das gilt auch für alle anderen Verbrechen, die innerhalb der neunzig Minuten verübt werden. Deshalb ist von Anfang an klar, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Mord an einem jungen Mann, einer Einbruchsserie und dem Tod eines kleinen Jungen geben muss. In dieser Hinsicht ist man als Zuschauer also von vornherein schlauer als der schicke Schmücke (Jaecki Schwarz) und der stille Schneider (Wolfgang Winkler). Während es aber durchaus Vergnügen bereitet, den beiden besonnenen Ermittlern aus Halle dabei zuzuschauen, wie sie das Puzzle zusammensetzen, ist es etwas ärgerlich, dass gleich drei Autoren (Regisseur Marco Serafini hat das Drehbuch von Nicolas Jacob und Olaf Winkler nochmals überarbeitet) ihr Publikum entweder für blind oder für blöd halten: Wer nicht gerade zwischendurch umschaltet, wird nicht übersehen, wie ein Taschenmesser den Besitzer wechselt. Daher nimmt man auch zur Kenntnis, dass es wie durch Zauberhand kurz darauf zum ursprünglichen Besitzer zurückgekehrt ist. Das aber wird nicht nur gleich zweimal gezeigt, sondern schließlich auch noch erklärt.

    Aber „Verstoßen“ erzählt, wie der Titel andeutet, ohnehin nur vordergründig eine Krimigeschichte. In Wirklichkeit geht es um eine Familientragödie: Schon als Kind ist Matthias Noack (Nils Nelleßen) von seinem Vater (Rolf Becker) abgelehnt worden. Der Mann hat den Jungen für einen schweren Unfall seines Bruders verantwortlich gemacht. Später ist Matthias auf die schiefe Bahn geraten und hat für den Clubbesitzer Borst (Aleksandar Jovanovic) Lagerhallen leergeräumt, ist dann aber ausgestiegen. Als er erschlagen wird, fällt der Verdacht natürlich auf Borst und dessen vierschrötigen Türsteher Mirko (Aurel Manthei), dem Matthias zudem die Freundin ausgespannt hat. Nun ist er tot, nachdem er kurz zuvor ein letztes Mal versucht hat, sich mit seiner Familie zu versöhnen. Bald darauf wird sein Neffe ertrunken im See gefunden. Hat sich Matthias für die Zurücksetzung gerächt? Musste er deshalb sterben? Ein im besten Sinne altmodischer Krimi, der sich auf den Fall konzentriert und ganz ohne die zuletzt unvermeidlichen Mätzchen zwischen den beiden Herberts auskommt. tpg.

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