Polizeiruf 110: Verdammte Sehnsucht

Filmhandlung und Hintergrund

Kommissarin Herz ermittelt in einem Brandenburger Elite-Internat.

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Kritikerrezensionen

  • Polizeiruf 110: Verdammte Sehnsucht: Kommissarin Herz ermittelt in einem Brandenburger Elite-Internat.

    Wenn ein Reihenkrimi überdurchschnittlich gut besetzt ist, darf man das in der Regel als Beleg für ein außergewöhnliches Drehbuch werten; einige der namhaften Mitwirkenden dieses brandenburgischen „Polizeirufs“ haben gerade mal ein, zwei Szenen.

    Tatsächlich verspricht die Geschichte (Stefan Rogall) allerlei Brisanz: In der Nähe eines Elite-Internats liegt ein Schüler tot im Wald, Todesursache: Alkoholvergiftung; Beschädigungen der Zähne lassen, wie das Im Kriminalistendeutsch heißt, auf „Fremdeinwirkung“ schließen. Da Einrichtungen dieser Art keinerlei Skandal gebrauchen können und deutsche TV-Polizisten traditionell ein Herz für kleine Leute haben, elitären Institutionen aller Art also höchst skeptisch gegenüberstehen, sind die Fronten klar: hier die integre Hauptkommissarin Johanna Herz (Imogen Kogge), unterstützt vom eifrigen Polizeihauptmeister Krause (Horst Krause), dort die arroganten Schüler, ihre stinkreichen Eltern und das nicht unbedingt kooperative Lehrpersonal.

    Eine vielversprechende Mischung also, zumal die Figuren geradezu verschwenderisch besetzt sind, etwa mit Alexander Held als Rektor oder Hans-Werner Meyer und Nina Petri als Eltern des toten Jungen. Die interessanteste Person der Handlung aber taucht erst nach über einer Stunde auf: Der tote Junge hatte ein Verhältnis zu einer doppelt so alten Küchenhilfe (Inka Friedrich). Die Frau ist verschwunden. Kommissarin Herz stöbert sie schließlich in einem Hotel auf, völlig zerschunden und verstört.

    Die hohen Erwartungen kann der Film letztlich nicht ganz erfüllen. Zu lange steht der eigentliche Hintergrund der Geschichte, das Geraune übers Elite-Internat mit seiner Kluft zwischen den verhätschelten Kindern neureicher Eltern und den Stipendiaten, im Vordergrund. Dennoch ist Bodo Fürneisens Film sehenswert, nicht zuletzt aufgrund der vorzüglichen Bildgestaltung von Frank Sthamer, der die spätwinterliche Mark Brandenburg in ein ziemlich düsteres Licht gesetzt hat; oder der vorzüglichen Leistung des jungen Franz Dinda, der seit seinem Auftritt als Junkie in „Blackout“ (Förderpreis im Rahmen des Deutschen Fernsehpreises) als einer der hoffnungsvollsten deutschen Nachwuchsdarsteller gilt. tpg.

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