Polizeiruf 110: Tod eines Fahnders

  1. Ø 2
   2007
Polizeiruf 110: Tod eines Fahnders Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Polizeiruf 110: Tod eines Fahnders: Die Hallenser Kommissare klären den Mord an einem Zivilfahnder.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der „Polizeiruf“ aus Halle ist ein Phänomen: bei Preisverleihungen nie erwähnt, von der Kritik weitgehend ignoriert, wegen der leicht schnarchigen Ermittlungsmethoden des doppelten Herberts sogar übel beleumundet; aber für die Zahlenzähler der ARD ein Quell steter Freude. Meist über sieben Millionen, manchmal über acht, ein Mal sogar über neun: Ähnlich wie weiland beim „Tatort“-Pendant Bienzle steht der Ruf der Herren Schmücke und Schneider (Jaecki Schwarz, Wolfgang Winkler) in keinem Verhältnis zum Erfolg.

    Mittlerweile wohnen sie allerdings nicht mehr zusammen. Es mag Zuschauer geben, die das bedauern werden, doch für die Krimis ist es entschieden von Vorteil: Zuletzt eiferten die verschiedenen Autoren allzu offensichtlich Neil Simon nach und überboten sich in Variationen des „Seltsamen Paars“. Diesmal gibt’s eigentlich nur eine Szene dieser Art, als Schneider in Schmückes Wohnung von einer Niesattacke geschüttelt wird und ihm der Kollege fürsorglich eine „schöne heiße Zitrone“ anbietet. Dabei reagiert Schneider bloß allergisch auf Schmückes neue vierbeinige Mitbewohnerin, die sich am Ende als Kater entpuppt und ein unvermutetes Tête-à-tête einleitet.

    Aber es geht ja diesmal um einen richtigen Krimi; selbst wenn Autor Clemens Berger seine Geschichte mitunter mutwillig undurchsichtig erzählt, was Genre-Fans allerdings als Qualitätsmerkmal schätzen. Deshalb tappen die Herren aus Halle auch viel zu lange auf dem Holzweg herum: Ein verdeckt ermittelnder Fahnder ist erschossen worden. Viel spricht dafür, dass Sakowski der Mörder war, ein Bankräuber, der einen Freigang zur Flucht nutzte. Der „under cover“-Ermittler sollte sich an die Gattin des Gangsters ranmachen; ein offenbar erfolgreiches Unterfangen. Frau Sakowski weist das zwar von sich, doch Nadeshda Brennicke tränkt den weggeworfenen Blick verräterisch mit noch mehr Trauerflor als sonst (Regie: Wolfgang Münstermann). Ohnehin sind Frauen die treibende Kraft dieses „Polizeiruf“-Krimis: Die Schwester (Sabine Vitua) des Bankräubers ist ebenso in den Fall verwickelt wie die Freundin (Katharina Wackernagel) des nunmehr toten Fahnders.

    Mit etwas Wohlwollen hat der Film also durchaus seine Reize, vorausgesetzt, man sieht über gewisse Details hinweg: In der Darstellung Pasquale Aleardis sieht der finstere Ganove aus, als käme er gradewegs aus einem Italo-Western; die Polizei wirkt merkwürdig unschlüssig, als längst klar ist, dass der Mord offenbar von einer Frau begangen wurde; und Münstermann knüpft nahtlos an die aus Halle gewohnte Gemächlichkeit an. Der Rest ist konservative Krimikost mit viel Kopf- und Fußarbeit, aber durchaus unterhaltsam. tpg.

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