Polizeiruf 110: Rosis Baby (2008)

Polizeiruf 110: Rosis Baby Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Polizeiruf 110: Rosis Baby: "Polizeiruf" um eine junge Frau mit Down-Syndrom, deren Mutter nach einem Überfall im Koma liegt.

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Kritikerrezensionen

  • Ein fesselnder Krimi mit einer famosen Neuentdeckung und einer alten Frage: Wer ist hier behindert?

    “Na sauber, ein Mongo” stellt Kommissar Tauber fest, als er Rosi sieht. Rosi lebt mit dem so genannten Down-Syndrom. “Mongoloid” nannte man das früher, und wer sich nicht um politische Korrektheit schert, tut das noch heute. Die Vorurteile sind ohnehin die gleichen geblieben, sogar juristisch; und davon handelt dieser herausragende “Polizeiruf 110″-Krimi aus München. Er beginnt mit einem Verbrechen, das buchstäblich außerhalb des Blickfeldes stattfindet: Nach einem Streit mit ihrer Tochter wird eine Frau auf einem Autobahnrastplatz erschlagen, an einer Stelle, die von den Überwachungskameras nicht erfasst wird. Tauber (Edgar Selge) und seine Kollegin Obermaier (Michaela May) finden heraus, dass die beiden auf dem Weg zu einer Klinik waren, die auf schwangere Frauen mit Behinderung spezialisiert ist: Die 19-jährige Rosi ist im dritten Monat. Offenbar wollte jemand verhindern, dass dem Baby etwas zustößt.

    Die Szenen zwischen dem einarmigen Kommissar und dem geistig behinderten Mädchen gehören zu den stärksten dieses Films. Gerade dank der famosen Verkörperung Rosis durch die junge Berlinerin Juliana Götze, die hier zum ersten Mal vor einer Kamera stand, ist “Rosis Baby” ein ungemein berührendes Werk geworden. Weil in der Welt ihres Vater (Michael Brandner) kein Platz für sie ist, flüchtet Rosi zu Tauber. Seiner schroffen Art zum Trotz hat sie ein gewisses Zutrauen gefasst, schließlich ist er ja auch behindert; selbst wenn der Kommissar den Ausdruck “versehrt” vorzieht. Obwohl sie bloß zusammen Rührei zubereiten, entsteht in diesem Moment dank Andreas Kleinerts Inszenierung, Johann Feindts Kameraarbeit und dem eindringlichen Spiel der beiden Darsteller eine ungeheure Intensität.

    Natürlich hat “Rosis Baby” eine Botschaft. Es war den Autoren Matthias Pacht und Alex Buresch offenkundig ein Anliegen, auf einen juristischen Missstand hinzuweisen: Frauen mit geistiger Behinderung dürfen nicht selbst beschließen, ob sie ein Baby zur Welt bringen, weil sie angeblich die Tragweite dieser Entscheidung nicht überblicken. Außerdem haben Filme mit geistig Behinderten nach wie vor Seltenheitswert, von Sexszenen ganz zu schweigen; in dieser Hinsicht bricht der Bayerische Rundfunk fast ein Tabu. Aber Kleinert inszeniert das ohne jedes Ausrufezeichen und fast beiläufig; der Moment hat keinen größeren Stellenwert als die Bilder aus der Behindertenwerkstatt oder von der Tanzstunde. Und im Gegensatz zu anderen Krimis mit Mission verliert dieser nie die Suche nach dem Täter aus den Augen. tpg.

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