Polizeiruf 110: Die Lücke, die der Teufel lässt

Filmhandlung und Hintergrund

Zweiter mit Jörg Hube als Ermittler geplanter BR-"Polizeiruf 110", dessen unerwarteter Tod auch im Drehbuch seinen Widerhall findet und Stefanie Stappenbeck als Uli Steiger ihres Kollegen beraubt.

Der erste Fall der früheren Bundeswehrermittlerin Ulli Steiger beginnt mit einem Desaster: Bei einer anscheinend von ihr verschuldeten Explosion kommt nicht nur eine unschuldige Frau, sondern auch ihr Chef ums Leben. Steiger wird umgehend suspendiert, ermittelt aber weiter. Die Spur des Verbrechens führt in eine Neubausiedlung. Dort sind fast alle Einwohner von einer Kreditfirma über den Tisch gezogen worden. Aber auch ein Sozialrebell benimmt sich höchst verdächtig.

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  • Polizeiruf 110: Die Lücke, die der Teufel lässt: Zweiter mit Jörg Hube als Ermittler geplanter BR-"Polizeiruf 110", dessen unerwarteter Tod auch im Drehbuch seinen Widerhall findet und Stefanie Stappenbeck als Uli Steiger ihres Kollegen beraubt.

    „Die Lücke, die der Teufel lässt“: ein mysteriöser Titel, aus dem man nicht ganz schlau wird. Das gilt auch für den Film, der außerdem die Zwickmühle offenbart, in der man beim Bayerischen Rundfunk steckte. Der Bundeswehr-Thriller „Klick gemacht“ war ein außerordentlich fesselnder Auftakt für das neue Münchener „Polizeiruf“-Team, das mit einem weiblichen Hauptmann und einem erfahrenen Hauptkommissar auch ein ungewöhnliches Duo aufbot. Dann aber starb Jörg Hube, Stefanie Stappenbeck stand alleine da, und so beginnt der zweite Fall für Ulrike Steiger auch.

    Der Auftakt ist unerhört spannend. Danach aber entwickelt sich der Film ganz merkwürdig. Obwohl die Geschichte im Grunde kein komisches Potenzial hat, schienen Dirk Kämper (Buch) und vor allem Lars Montag (Buch und Regie) ihr um jeden Preis eine Komödie abtrotzen zu wollen. Gerade die Ermittler stammen überwiegend aus dem Kuriositätenkabinett, so dass die frühere Soldatin Steiger wie die einzig fähige Beamtin wirkt. Alle anderen aber sind entweder vertrottelt oder verbohrt; im schlimmsten Fall beides.

    Seltsamerweise sind auch die Verdächtigen überwiegend skurrile Gestalten. Der Film zerfällt auf diese Weise in zwei Handlungen: hier der Krimi mit gelegentlichen Thriller-Elementen, dort die fast an eine Farce grenzende Geschichte über eine Neubausiedlung und ihre Bewohner, die sich zum Coup ihres Lebens zusammengetan haben. Die Aktion kostet allerdings zwei Unschuldige das Leben: Bei der Explosion einer Bombe stirbt nicht nur eine Frau, die zum Überfall auf eine Bank gezwungen wurde, sondern auch Papen, der väterliche Hauptkommissar, der Steiger zur Polizei geholt hatte. Ohne Mentor und Stallgeruch hat die junge Frau bei den neuen Kollegen naturgemäß einen schweren Stand. Außerdem gibt man ihr die Schuld am Tod des Chefs, weshalb sie schon am ersten Arbeitstag gleich wieder suspendiert wird. Die Figur profitiert von dieser Konstellation natürlich enorm, und Stefanie Stappenbeck macht auch in den vermutlich eher ungewohnten Actionszenen eine gute Figur.

    Als Ulrike Steiger rausfindet, dass die betroffene Bank Kredite an eine Gruppe von Bauherren vergeben hat, die in der selben Neubausiedlung leben, nistet sie sich kurzerhand in einem leeren Haus ein. Um sie herum waren alle von einem Verkauf der Kredite an eine Investment-Firma betroffen. Die wiederum verlangt von den Menschen nun die doppelte Summe zurück. Warum sie das kann, wird zwar wortreich und - mit Hilfe zweier Bockwürste - auch plastisch erklärt, aber man versteht’s trotzdem nicht. Immerhin darf Franz Xaver Kroetz als Sozialrebell verschiedene kabarettreife Auftritte hinlegen. Der Wahrheitsfindung dienen sie zwar nur bedingt, aber dafür sind sie amüsant; trotzdem bleiben sie Fremdkörper. Und irgendwie gilt das für den ganzen Film, der zwischendurch wie eine missglückte Parodie und deshalb wie das Interimswerk wirkt, das er ja auch ist.

    Im nächsten Jahr übernimmt Matthias Brandt. Er wird das ohne Frage hervorragend machen; dennoch ist es schade um Stefanie Stappenbeck. tpg.

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