Filmhandlung und Hintergrund

Erster "Polizeiruf 110" aus Magdeburg mit Claudia Michelsen und Sylvester Groth als Ermittler.

Der Mord an einem Schwarzafrikaner entwickelt sich für Kommissarin Doreen Brasch zu einer höchstdiffizilen Mission. Zu den Verdächtigen gehört ein russischer Fitnessstudiobesitzer, mit dem sie vor 20 einmal liiert war, aber auch ihr Sohn Andi, zu dem sie den Kontakt abgebrochen hat und der inzwischen ins rechtsradikale Milieu abgedriftet ist. Bei den Ermittlungen soll sie gemeinsam mit Rechtsextremismus-Experte Drexler, einem hyperkorrekten Kopfmenschen, ein Team bilden.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Polizeiruf 110: Der verlorene Sohn: Erster "Polizeiruf 110" aus Magdeburg mit Claudia Michelsen und Sylvester Groth als Ermittler.

    Der MDR wagt sich mit seinem ebenso reizvollen wie überzeugenden neuen Team aus Magdeburg an das Thema Rechtsradikalismus in Ostdeutschland.

    Die Kunst der Entwicklung neuer Protagonisten für einen Sonntagskrimi besteht darin, gewohnte Pfade zu verlassen, ohne das Personal mit allzu absurden Merkmalen zu versehen. Das wird selbst für ein exzellentes Team wie die Brüder Friedemann und Christoph Fromm eine Herausforderung gewesen sein. Mit dem weiblichen Teil des neuen „Polizeiruf“-Teams aus Magdeburg bereichern sie die an illustren Figuren wahrlich nicht arme Krimilandschaft um eine unverwechselbare Heldin: Doreen Brasch (Claudia Michelsen) verleiht dem Begriff Handgreiflichkeit eine ganz neue Note, weil sie selbst Muskelprotze mit einer Handbewegung außer Gefecht setzen kann. Auch sonst pflegt die Motorradfahrerin einen rustikalen Stil. Emotionales Herzstück des Auftaktfilms aber ist die Beziehung zu ihrem Sohn (Vincent Redetzki): Andi ist zwanzig und Neonazi. Die Mutter hat den Kontakt zu ihm abgebrochen, aber nach dem Mord an einem Schwarzafrikaner muss sie sich wohl oder übel mit Andi auseinandersetzen, denn er gehört zu den Verdächtigen.

    Natürlich ist die Hauptfigur auch Reizfigur, zumal sich Brasch gern über Regeln hinwegsetzt. Ihr Vorgesetzter (Felix Vörtler) findet es gar nicht lustig, dass sie ihn nicht über ihre Beziehungen zu den verschiedenen Verdächtigen informiert. Gegenspieler der Kommissarin ist aber nicht der Chef, sondern der Kollege: Ähnlich wie bei den Frankfurter „Tatort“-Beiträgen mit Nina Kunzendorf und Joachim Król wird die intuitiv ermittelnde Kriminalistin um einen korrekten Kopfmenschen ergänzt. Sylvester Groth verkörpert diesen Drexler als steifen Prinzipien- und Paragrafentypen, dem die Eskapaden seiner ungeliebten Partnerin ein Gräuel sind. Um so schöner sind Momente wie jener, als der stets auf sein Äußeres bedachte Beamte einen unverzeihlichen Verstoß gegen seine Kleiderordnung bloß mit einem Zucken der Augenbraue quittieren kann. Wie beim „Polizeiruf“ aus Rostock birgt der biografische Hintergrund der Figuren noch viel Potenzial für den horizontalen Erzählstrang. Dazu gehört zum Beispiel Braschs kriminelle Vergangenheit sowie die Frage, wer wohl Andis Vater ist; aber auch Drexler dürfte über kurz oder lang andere Seiten offenbaren. Claudia Michelsen ist in dieser für ihre Verhältnisse ungewöhnt körperbetonten Rolle zudem eine äußerst reizvolle Besetzung; unter Friedemann Fromms Führung wirkt selbst eine Schlägerei zwischen Mutter und Sohn nicht völlig übertrieben. tpg.

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