Filmhandlung und Hintergrund

Schmücke und Schneider klären den Mord an einem Musikstudenten.

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Kritikerrezensionen

  • Polizeiruf 110: Der Tod und das Mädchen: Schmücke und Schneider klären den Mord an einem Musikstudenten.

    Der Titel klingt geheimnisvoll, weckt aber auch völlig falsche Erwartungen: Ariel Dorfmans von Roman Polanski 1994 verfilmtes Drama „Der Tod und das Mädchen“ erzählt von der Begegnung zwischen einer Chilenin, die Jahre zuvor von einem Schergen der Militär-Junta gefoltert worden war, und ihrem einstigen Peiniger. Mit diesem Handlungskern hat der „Polizeiruf“ aus Halle nicht das Geringste gemein; sieht man davon ab, dass auch hier junge Frauen mitwirken.

    Andererseits ist der Titel auch ein alles andere als versteckter Hinweis auf die wahren Hintergründe, die zum Tod eines begnadeten jugendlichen Geigers führten. Der junge Mann besuchte in Halle ein Konservatorium. Man sei hier eine große Familie, begrüßt der Leiter der Einrichtung die beiden Kommissare (Jaecki Schwarz, Wolfgang Winkler). Die Ermittler kommentieren das nicht weiter, doch von diesem Moment an ist klar, welchem dramaturgischen Muster der Film folgen wird: Wie in jeder Krimi-Familie ist die intakte Fassade bloß ein schöner Schein, hinter dem sich Eifersucht, Missgunst und Intrigen verbergen. Das allerdings dämmert den Herren erst sehr spät, weil sie das Naheliegendste übersehen.

    Das Mordopfer ist in dunkler, regnerischer Nacht überfahren worden, als es aus einem geliehenen Auto stieg. Ein Zeuge (Bernd Michael Lade) hat gesehen, dass es sich zweifelsfrei um Vorsatz handelte. Schmücke und Schneider müssen sich nun in eine Welt begeben, die nach eigenen Regeln funktioniert: Die jungen Konservatoriumsbesucher wetteifern um Stipendien und Nominierungen für ein Festival; außerdem gibt es offenbar permanenten Streit um die Zusammensetzung der verschiedenen Pärchen. Fast zwangsläufig stellt sich dabei heraus, dass einige der Paare weitaus mehr verbindet als bloß die Liebe zur Musik, was zum Teil durchaus pikant ist; erst recht, wenn es sich um Geschwister handelt.

    Während sich die beiden Routiniers ihrer Aufgabe gewohnt sachlich und unaufgeregt entledigen, standen die jungen Darsteller vor ungleich größeren Herausforderungen. Einerseits spielen sie Sprösslinge aus gutem Hause, was Figuren in einem Krimi per se verdächtig macht; andererseits muss ihnen die glaubwürdige Gratwanderung zwischen gesundem Ehrgeiz und krankhafter Missgunst gelingen. Dass Buch (Xao Seffcheque und Jürgen Starbatty) und Regie (Karola Hattop) bei der Verteilung der Eigenschaften hier und da etwas großzügig waren, liegt in der Natur solcher Konstellationen; da gibt es eben den selbstgefälligen Schnösel (Sabin Tambrea), die junge Frau mit dem Beschützerinstinkt (Karoline Teska) und das Mädchen, das zwischen verbotener und neuer Liebe hin und hergerissen ist (Odine John). Wenn zu allem Überfluss auch noch eine ehrgeizige Mutter (Sunnyi Melles) ins Spiel kommt, die als Vorsitzende des Stiftungsrats über die Vergabe von Stipendien und Festivalnominierungen entscheidet, führt die Liebe zur Musik fast zwangsläufig zur Tragödie. tpg.

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