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Play Your Own Thing - Eine Geschichte des europäischen Jazz

Kinostart: 02.11.2006

Filmhandlung und Hintergrund

Nach "Blue Note" und "Jazz Screen" taucht Julian Benedikt erneut in die Welt des Jazz ein und untersucht dieses Mal dessen europäische Geschichte.

Als die amerikanischen Truppen Mitte der Vierziger Jahre Westeuropa vom Faschismus befreiten, brachten sie nicht nur Freiheit und Care-Pakete, sondern auch eine für viele Menschen neue Musik mit. Sechzig Jahre später spürt der Filmemacher und Jazz-Liebhaber Julian Benedikt („Blue Note„) dem Siegeszug der „Negermusik“ nach und schaut, welche eigenen Wege und Formen der Sound in den verschiedenen Ländern fand.

Prominente internationale Musikanten wie Jan Garbarek, Coco Schumann, Gérard Lavigny, Chris Barber, René Urtreger, Dee Dee Bridgewater, Albert Mangelsdorff, Wolfgang Dauner, Joachim Kühn, Till Brönner, Juliette Gréco, Tomasz Stanko, Georg Baselitz, Arve Henriksen, Palle Mikkelborg und Niels Hennin Ørsted-Petersen tauchen auf oder ließen sich für Kostproben nicht lange bitten.

Vor dem Krieg nur eine musikalische Randerscheinung, entwickelt sich der Jazz in Europa mit den GIs in den späten 40ern zum Massenphänomen. Und schnell schlägt der Jazz in der Alten Welt eigene Wege und entwickelt ganz neue Spielarten. Der Film untersucht die Ursprünge und den Wandel der Musik in verschiedenen Ländern aus Ost und West, Nord und Süd.

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Kritikerrezensionen

  • Play Your Own Thing - Eine Geschichte des europäischen Jazz: Nach "Blue Note" und "Jazz Screen" taucht Julian Benedikt erneut in die Welt des Jazz ein und untersucht dieses Mal dessen europäische Geschichte.

    Eine filmische Collage über Musiker des alten Kontinents und deren Herangehensweise an den Jazz zwischen Hommage und Eigenständigkeit.

    Mit „Blue Note“ und „Jazz Seen“ hat Julian Benedikt bereits zwei Dokumentationen über diese scheinbar so unverwechselbar amerikanische Musik gedreht. Ist aber nicht gerade die Improvisation, das Hineinbringen einer eigenen „Stimme“ und die damit einhergehende Weiterentwicklung das eigentliche Herzstück der Idee „Jazz“? Gianluigi Trovesi, einer der europäischen Musiker, die in Benedikts drittem Langfilm zu Wort kommen, vergleicht die Musik mit einer Pizza: Jeder benützt andere Zutaten, dennoch würde niemand behaupten, es handle sich bei den jeweiligen Variationen nicht mehr um Pizzen.

    Dies ist das Konzept, dem auch der Regisseur folgt: Nicht in chronologischer Abfolge, sondern in Form einer Collage aus Konzertaufnahmen, Interviews und der Erzählerstimme Jan Garbareks erläutert er ein musikalisches Patchwork. Der Jazz in Europa, so zeigt sich, ist kein einheitliches Gebilde; aber eines verbindet den Ungarn Tomasz Stanko, die Französin Juliette Gréco, den Briten Robert Wyatt und den in der DDR aufgewachsenen Joachim Kühn: Trotz aller Eigenständigkeit zeigt sich in ihren Aussagen stets eine Mischung aus Bewunderung der amerikanischen Vorbilder, deren Verdienst es war, in den 50ern ihre Musik in die Alte Welt zu bringen und damit ein wenig zum Aufbruch in eine neue Zeit beizutragen, sowie einem subtilen Rechtfertigungsdruck. So wird der Gedanke des Jazz gerade in diesem Mittelweg zwischen Adaption und Weiterführung am Leben gehalten.

    In den zahlreichen Statements wird die Faszination greifbar, die den kürzlich verstorbenen Albert Mangelsdorff ebenso wie den Jungstar Till Brönner, deren schwedischen Kollegen Palle Mikkelborg, den Österreicher Joe Zawinul und viele andere erfasst hat und der sich auch der Zuschauer nicht entziehen kann. Die geschickte Belegung ihrer Aussagen mit Ausschnitten eigener Auftritte oder der ihrer Idole, von Charlie Parker bis Dizzy Gillespie, macht auch einem Neuling in der Welt des Jazz verständlich, was diese Musik ausmacht und warum sich auf jeder Seite des Atlantik so viele Menschen dafür begeistern können. geh.
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