Phantomschmerz

  1. Ø 4
   2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Phantomschmerz: Drama über einen Rennradfahrer, der bei einem Unfall ein Bein verliert.

Marc (Til Schweiger) ist nicht nur ein passionierter Radrennfahrer und Frauenschwarm, sondern auch ein einsamer Wolf, der sich standhaft weigert, auch nur ein Minimum an Verantwortung zu übernehmen – nicht mal für seine kleine Tochter Sarah (Luna Schweiger). Erst ein schwerer Verkehrsunfall, der ihn sein Bein kostet, verändert ihn nach und nach. Und vor allem die Liebe zu Nika (Jana Pallaske), die ihm hilft, sich mit seinem Leben auseinanderzusetzen.

Mädchen Mädchen!„-Produzent Matthias Emcke nimmt mit einer ernsten, bewegenden Geschichte auf dem Regiestuhl Platz. Dabei gibt er Kassenmagnet Til Schweiger die Gelegenheit, sich überzeugend als tragische Heldenfigur zu präsentieren, die sich ihrer Vergangenheit stellen muss.

Der leidenschaftliche und ambitionierte Rennradfahrer, Frauenheld und Lebemann Marc erleidet einen Verkehrsunfall, bei dem er sein linkes Bein verliert. Zunächst versucht er, seine Situation zu verdrängen und macht mit seinem Lotterleben weiter wie bisher, sprich: ständiger Beziehungswechsel und sträfliche Vernachlässigung seiner zwölfjährigen Tochter. Doch Nika, in die er sich verliebt, hilft ihm dabei, einen Neuanfang zu machen.

Der leidenschaftliche Lebemann Marc zelebriert sein Leben als Frauenheld und fühlt sich vor allem als Rennradfahrer on top of the world. Dann erleidet er einen Verkehrsunfall, bei dem er sein linkes Bein verliert. Zunächst versucht er, seine Situation zu verdrängen und macht mit seinem Lotterleben weiter wie bisher, sprich: ständiger Beziehungswechsel und sträfliche Vernachlässigung seiner zwölfjährigen Tochter. Doch Nika, in die er sich verliebt, hilft Marc dabei, einen Neuanfang zu machen.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Der Frauenschwarm und Radrennfahrer Marc (Til Schweiger) lebt sorglos in den Tag - bis zu dem Moment, der sein Leben verändert. Til Schweiger brilliert mit enormer physischer Präsenz in dieser Paraderolle als souveräner unangepasster Außenseiter, als einsamer Wolf, der kraftvoll und sensibel zugleich ein schweres Schicksal meistert. Matthias Emcke erzählt eine berührende Geschichte vom inneren Wachstumsprozess eines tragischen Helden in wunderschönen Bildern, die Kamera unterstützt überaus eindrucksvoll die lakonische Stimmung.

    Jurybegründung:

    Marc (Til Schweiger) ist ein passionierter Radrennfahrer und Frauenliebling. Nach einem Verkehrsunfall verliert er sein linkes Bein. In Rückblenden - verwoben mit einer Erinnerungsgeschichte über den frühen Verlust seines Vaters - erzählt der Film die Geschichte von den Herausforderungen, die das neue Leben nun an ihn stellt. Die Lebensgeschichte des Vaters wird dabei zur Modellgeschichte für Marcs eigenes Leben. Ein stilistischer Kunstgriff, der den Handlungsspielraum der tragischen Heldenfigur absteckt und den Zuschauer von Anfang an in den inneren Wachstumsprozess des Protagonisten mit einbezieht.

    Gleich zu Beginn des Films zeichnen eindrucksvolle Bilder ein schillerndes Porträt des leidenschaftlichen Radrennsportlers. Die langen Haare fallen ihm verwegen ins Gesicht, Jobs nimmt er nur gelegentlich an und niemals sind seine Beziehungen von Dauer. Er ist der unangepasste, willenstarke Außenseiter: kraftvoll und sensibel zugleich. Dabei unabhängig bis zur Verantwortungslosigkeit gegenüber sich selbst und auch gegenüber seiner Familie, von der er bereits getrennt lebt.

    Auf seine kleine Tochter hat er nur noch stundenweise Anspruch. Die innige Vertrautheit zwischen Vater und Tochter spiegelt sich bei einem gemeinsamen Ausflug in eine geschlossene Radsport-Arena in ihren glücklichen Gesichtern, als sie bei Wind und gleißendem Licht auf den obersten Plätzen der verlassenen Bankreihen sitzen und ihre Geschichten austauschen. Marc ist ein guter Geschichtenerzähler, dem die Tochter gerne zuhört.

    Die Vertrautheit endet jedoch jäh als Sarah (Luna Schweiger) den Vater nach dem Großvater ausfragt. Marc weicht aus und möchte sich mit seiner eigenen Vergangenheit nicht auseinandersetzen.

    Ein Kameraschwenk auf die weiß gezogenen Linien des tief unter ihnen liegenden Areals, kündigt den schweren Wettkampf an, den der Held schon bald gegen sich selber führen muss. Als er nach der Amputation sein Leben so weiter führen will wie bisher, machen ihm nicht nur die Phantomschmerzen des Beines einen Strich durch die Rechnung. Stück für Stück muss Marc sich mit seinen eigenen persönlichen Verlusten auseinandersetzen: mit der tief empfundenen Trauer über einen nicht vorhandenen Vater und das Wissen um dessen Selbstmord, rekonstruiert aus den mühsam erinnerten Schnappschüssen eines Familienalbums.

    Nika (Jana Pallaske), die er kurz vor seinem Unfall kennengelernt hat, verliebt sich in ihn und steht ihm in dieser schwierigen Lebensphase zur Seite. Mit Hilfe ihrer Liebe verwandelt sich Marc in einen liebesfähigen Mann. Wunderschöne Kameraaufnahmen von berühmten Radrenn-Strecken machen diese romantische Heldengeschichte auch für rein sportlich interessierte Kinobesucher zu einem visuellen Erlebnis.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Til Schweiger spielt die Hauptrolle in diesem Drama über einen Hobby-Radsportler, der ein Bein verliert. Der in Los Angeles lebende Produzent Matthias Emcke gibt mit „Phantomschmerz“ sein Regiedebüt und erzählt darin vom Schicksal seines kanadischen Freundes Stephen Sumner. Das ehrgeizige Drama setzt auf die Kraft seiner Geschichte und auf das schauspielerische Können der Darsteller. In beiden Fällen geht die Rechnung nicht auf.

    Marc ist ein Mann mit vielen Talenten, aus denen er wenig macht. Seine Freundin Nika liest einmal aus seinem Reisebericht über Sri Lanka, und man erkennt seine poetische schriftstellerische Ader. Leider hat der erste Versuch, den Bericht zu veröffentlichen, nicht geklappt. Marc sollte ein paar Erklärungen einfügen, wollte nicht – und will fortan nie wieder schreiben. Im Off erzählt der sensible Marc von seiner Kindheit und seinem Vater. Weil ihm die Erinnerungen zu nahe gehen, will er aber seiner Tochter Sarah nichts davon mitteilen.

    Til Schweiger steht der wilde Rebell mit dem halblangen Zottelhaar ganz gut. Ansonsten aber scheint ihm das Ernste am Drama suspekt zu bleiben. Eines von Marcs Talenten ist laut Drehbuch, dass er andere Leute gerne mit fantasievollen Geschichten unterhält. Also schildert Schweiger ausführlich, wie der kanadische Hummer an der Westküste angesiedelt werden sollte, und ist dabei doch mehr an seinem Image interessiert. Denn er gibt den liebenswerten Jungen mit dem verschmitzten Lächeln.

    Schweigers Tochter Luna wirkt hingegen ganz natürlich in ihrer Rolle als Marcs Tochter Sarah. Stipe Erceg stellt Marcs gutsituierten, treuen Freund Alex dar und darf in dieser Rolle sogar ein paar Tränen vergießen. Auch sonst muss er einmal nicht den abgründigen Macho geben, sondern spielt einen ganz normalen Charakter. Jana Pallaske als Nika lächelt die meiste Zeit über warmherzig.

    Wegen der Schwäche des Drehbuchs und der Regie gibt es viele langatmige Szenen, die die Geduld überstrapazieren. Zu aufdringlich muss Marc stumm im Krankenhaus leiden, die Kamera seine unaufgeräumte Bude inspizieren. Etliche Dialoge wirken unfreiwillig komisch, weil sie so unpassend sind. So muss Marc, als ihn nach seiner Beinamputation endlich Nika besucht, diese mit der Frage begrüßen, „Wie geht’s dir?“

    Emcke hat sich mit diesem schwierigen Psychodrama überfordert, das zu viele verschiedene Themen anschneidet.

    Fazit: Das langweilige Drama ist schwere Kost für Hauptdarsteller Til Schweiger.
  • Nach dem Slapstickkracher „1 1/2 Ritter“ schlägt Til Schweiger unter der Regie von Matthias Emcke nun leisere Töne an, bleibt sich aber ansonsten ziemlich treu.

    Kaum hat er mit Rick Kavanian als „1 1/2 Ritter“ die „Jagd nach der hinreißenden Herzelinde“ beendet, da beehrt uns Workaholic Til Schweiger erneut. Dieses Mal kommt er jedoch bei Weitem nicht so slapstickartig und schenkelklopfhumorig daher, sondern in einer seriösen, dramatischen (Tränen inklusive) Rolle, der eine gewisse Verwandtschaft zu den Figuren aus „Knockin‘ On Heavens Door“, „Barfuß“ und „Keinohrhasen“ nicht abzusprechen ist. Denn auch in „Phantomschmerz“ gibt Schweiger wieder den Lebemann, den Frauenhelden, den Tunichtgut, der Arbeit und Verantwortung scheut wie der Teufel das Weihwasser, sich aber im Lauf der Handlung zum „besseren“ Menschen wandelt.

    Als Marc Somner benötigt er allerdings ein drastisches Mittel, um auf den Pfad der Tugend zurückzukehren – er verliert bei einem Verkehrsunfall ein Bein. Das hindert den passionierten Radrennfahrer zunächst nicht daran, weiter von einer Fahrt auf den Berg der Berge, den Col du Tourmalet (ein beliebtes Etappenziel der Tour de France), zu träumen und ansonsten sein Lotterleben weiterzuführen, sprich: ständiger Beziehungswechsel und sträfliche Vernachlässigung seiner zwölfjährigen Tochter (Luna Schweiger). Doch zum Glück gibt es Marcs besten und stinkreichen Kumpel Alex (Stipe Erceg). Er lässt seinen einbeinigen Freund nicht nur bei sich wohnen, er sponsert ihm auch eine sündhaft teure Spezialprothese und schenkt ihm zum Jahreswechsel einen coolen Amischlitten. Als sich dann auch noch die herzensgute, einfühlsame und verständnisvolle Nika (Jana Pallaske) als mehr als der übliche One-Night-Stand herauskristallisiert, steht einem Happy End nichts mehr im Weg.

    Das Langfilmregiedebüt von Matthias Emcke, der bisher als Produzent von US-Indies wie „Judas Kiss“ (1998, mit Til Schweiger) gearbeitet hat, basiert auf einer wahren Begebenheit. Das tragische Missgeschick des Verlustes des Beins ist einem guten Freund Emckes, dem Kanadier Stephen Sumner, tatsächlich passiert. Ihm ist „Phantomschmerz“ gewidmet. Doch im Unterschied zu vergleichbaren Werken wie dem bemüht authentischen „Lauf um dein Leben – Vom Junkie zum Iron Man“ oder dem glaubwürdig ehrlichen Biopic „The Flying Scotsman“ (die sich als Flops entpuppten) steht hier der Unterhaltungswert eindeutig im Vordergrund. Zugleich ist Schweigers Handschrift klar erkennbar, obwohl er „nur“ als Koproduzent und Hauptdarsteller in Erscheinung tritt. Das beginnt schon in der Eingangssequenz, in der er eine von Alwara Höfels (Tschirners Freundin und Kollegin aus „Keinohrhasen“) gespielte Bardame anmacht. Auch die Besetzung mit Schweigers Tochter Luna, die sich nicht nur in der wunderschönen Velodromsequenz ihrem Vater als durchaus ebenbürtig erweist, passt ebenso ins Bild wie der Erzählrhythmus, der stets zwischen Dialogszenen und atmosphärischen, melancholisch angehauchten, mit eingängiger Musik unterlegten Momenten (vorzugsweise mit dem radfahrenden Protagonisten) wechselt. Neu allerdings sind Schweigers „Vokuhila“-Frisur, die erst am Ende des Films dem Rasierer zum Opfer fällt, Ökobotschaften wie „Misch dich nicht in Angelegenheiten von Mutter Natur ein“ sowie das Leitmotiv des Films „Das Leben ist fair, und alles gleicht sich aus“. Letzteres dürfte auch das Geheimnis von Stephen Sumner beim Meistern eines Daseins ohne Bein gewesen sein. Dank des Starpotenzials von Til Schweiger wird dieses Schicksal nun einem breiten Publikum zugänglich gemacht. lasso.

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