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Periferic

Kinostart: 12.07.2012
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Filmhandlung und Hintergrund

Kraftvolles Drama über eine junge Frau, die bei ihrem eintägigen Freigang aus einem rumänischen Gefängnis beschließt, das Land zu verlassen.

Seit zwei Jahren sitzt Matilda unschuldig in einem rumänischen Gefängnis. Als sie erstmals 24 Stunden Freigang hat, ist sie wild entschlossen, zu fliehen und das Land zu verlassen. Doch zunächst will sie ihrer Familie gegenübertreten: Ihrem Bruder Andrei und dessen feindseliger Frau, die Matilda ihre Ablehnung spüren lassen, ihrem Exfreund, der ihr noch Geld schuldet und schließlich ihrem Sohn Toma, der inzwischen in einem Waisenhaus untergebracht ist. All ihre Besuche enden desaströs, doch nichts bringt Matilda von ihrem Fluchtplan ab.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Mit seinem Regiedebüt „Periferic“ (US-Titel: „Outbound“) liefert Bogdan George Apetri einen weiteren Beitrag zur “Neuen Rumänischen Welle”, die im internationalen Arthouse-Sektor für Aufmerksamkeit sorgte. Die Arbeiten von Cristian Mungiu („Vier Monate, drei Wochen, zwei Tage“), hier als Storylieferant beteiligt, und Kollegen zeichnen sich durch einen sezierenden Blick auf soziale Gegebenheiten aus, gefilmt meistens in langen, streng komponierten Einstellungen unter weitgehendem Verzicht auf Begleitmusik und mit gelegentlich episch angelegter Erzählstruktur. Auch “Periferic” bietet ein realistisches Porträt einer Frau unter gesellschaftlichem und zeitlichem Druck, bei deren Spießrutenlauf erst während des Nachspanns ein erlösender, stimmungsvoller Song einsetzt. Mit Mimi Branescu als rücksichtsloser Ex-Liebhaber trifft man zudem einen Darsteller, der schon in eindrucksvollen Werken wie zuletzt „Tuesday after Christmas“ oder „Ehrenmedaille“ ambivalent angelegte Charaktere verkörperte.

      Apetris Charakterstudie hebt sich insofern von den Vorläufern ab, als mitunter ein hohes Tempo mit schnellen Schnitten und häufigem Handkameraeinsatz angestrebt wird. Damit forciert er die nur vordergründig abgeklärte Haltung seiner spröden Protagonistin, die unter innerlich starker Anspannung versucht, ihre gesteckten Ziele zu erreichen. Erst langsam klären sich Hintergründe und Motive, wobei etwa die Ursache ihrer Verurteilung bis zum Schluss nur vage angedeutet bleibt. Nach dem kurzen Prolog mit der Gefängnisentlassung werden die drei Kapitel in Namen (Andrei/Paul/Toma) und Uhrzeiten gegliedert und sowie mit Location Shots eingeführt. Handkamera, Jump Cuts und elliptischer Erzählduktus unterstreichen Matildas Getriebenheit und allmähliche Verzweiflung. Vor der Konfrontation mit dem Umstand, dass ihr Sohn auf die schiefe Bahn zu geraten droht, stößt sie auf stete Widerstände und Ablehnung. Befreiende Szenen wie jene, in der Matilda und Toma zusammen Zigaretten rauchen, finden sich eher selten.

      Ebenso weist die Tätowierung auf dem Rücken der burschikosen Frau, das Möbiusband, auf den endlosen Kreislauf hin, in dem sie sich bewegt. Apetris hebt sowohl den Geldzyklus als auch den Warencharakter der Frauen hervor. Matildas Nachfolgerin Lavinia, die jede freundschaftliche Kommunikation mit der Protagonistin abblockt, wird von Paul gegen alle Bedenken an Anzugträger „vermietet“, während Matilda ihr Ansinnen ebenfalls mit Sex bezahlen muss und selbst ihr Sohn in diesem fatalen Kreislauf landete. Die bräunlichen, fast monochromen Bilder unterstreiche die düstere Stimmung. Damit gelingt es der rumänisch-österreichischen Co-Produktion, ihre unterschwellige Spannung bis zur keineswegs befreienden Schlusssequenz zu halten, in der sich erst der Raum für die Protagonistin zu öffnen scheint.

      Fazit: Mit „Perferic“, dem Spießrutenlauf einer jungen Mutter auf Freigang, gelang ein fesselnder Kommentar zur rumänischen Gegenwart sowie zur Struktur von Gewalt und Unterdrückung.
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    2. Periferic: Kraftvolles Drama über eine junge Frau, die bei ihrem eintägigen Freigang aus einem rumänischen Gefängnis beschließt, das Land zu verlassen.

      Das Regiedebüt des in New York lebenden Rechtsanwalts und Filmemachers Bogdan George Apetri erzählt vom Kampf einer gesellschaftlichen Außenseiterin gegen die ihr widerfahrene Ungerechtigkeit und ihren eisernen Willen, den Missständen zu entkommen. Der herausragenden schauspielerischen Leistung von Ana Ularu ist die authentische Mischung aus zermürbender Empfindsamkeit und grausamer Realität zu verdanken, die zusammen mit dem nüchternen Erzählstil ein düsteres Gesellschaftsbild Rumäniens abgibt.
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