Pawlenski - Der Mensch und die Macht

  1. Ø 5
   2016

Pawlenski - Der Mensch und die Macht: Dokumentation über den politisch aktiven Künstler Pawlenskij in Russland, der als Protestaktion seinen Hodensack auf den roten Platz nagelte.

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Filmhandlung und Hintergrund

Pawlenski - Der Mensch und die Macht: Dokumentation über den politisch aktiven Künstler Pawlenskij in Russland, der als Protestaktion seinen Hodensack auf den roten Platz nagelte.

Pjotr Pawlenskij erzählt von wochenlanger Beschattung, Bedrängung durch die Polizei, die nachts an seine Wohnungstür hämmert und ihn abführen will, Gerichtsverfahren gegen seine Kunstaktionen und die Unbedingtheit, damit trotz allem weiterzumachen. Seine Kunst mit abgenutzten Begriffen wie „Tabubruch“ oder „Skandal“ zu beschreiben, würde der Kreativität aber auch der Drastik seiner Selbstverletzungen nicht gerecht werden. In konzeptionellen Kunst-Happenings nagelt er seinen Hodensack an den Roten Platz in Moskau, nackt im Kalten sitzend, näht er sich nach der Festnahme von „Pussy Riot“ den Mund zu oder er rollt seinen nackten ausgemergelten Körper in St. Petersburg öffentlich in eine Stacheldrahtrolle. Mit an Perversion grenzender Respektlosigkeit vor seinem eigenen Schmerzempfinden rührt der Künstler am Empfinden anderer, trifft einen wunden Punkt und macht auf sich und seinen Standpunkt aufmerksam. Denn hinter den Performances verbirgt sich Regimekritik und eine tiefe politische Überzeugung, für die Pawlenskij sein individuelles Wohlergehen in den Hintergrund stellt. Natürlich sind seine Werke Teil individueller Entfaltung, doch ginge es dem Künstler nur um die Propagierung seiner Person, würde er wohl kaum soweit gehen, dafür mehrmonatige Haftstrafen abzusitzen. Der Familienvater hofft auf Medienaufmerksamkeit: Am Pranger der Regierung stehend, möchte der „Pussy Riot“-Sympathisant mit dem eisernen Willen die moralische Unterlegenheit seiner Henker entblößen.

Hintergründe

Die deutsche Filmemacherin Irene Langemann ist in der Sowjetunion geboren und studierte Schauspiel und Germanistik in Moskau. Seit 1990 lebt sie in Deutschland und befasste sich bereits in ihrer vorherigen Dokumentation „Kunst und Provokation im Zarenpalast“ (2014) mit dem Thema subversiver Kunst in Russland. Damals begleitete sie die Manifesta 10 in St. Petersburg mit der Kamera. Für ihr Porträt von Pawlenskij reiste Langemann 2015 und 2016 nach Russland, um den Künstler im Gefängnis und in Freiheit zu treffen. Der Film feierte seine Weltpremiere auf dem Internationalen Festival Dok Leipzig 2016.

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