Parkour

  1. Ø 3.5
   2009

Parkour: Intensiv inszeniertes und gespieltes Langfilmdebüt über einen Parkourläufer, der im Sport jede Hürde nimmt, doch im realen Leben an seiner krankhaften Eifersucht zugrunde geht.

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Filmhandlung und Hintergrund

Parkour: Intensiv inszeniertes und gespieltes Langfilmdebüt über einen Parkourläufer, der im Sport jede Hürde nimmt, doch im realen Leben an seiner krankhaften Eifersucht zugrunde geht.

Mittzwanziger Richie ist Gerüstbauer und führt mit der jüngeren Hannah eine glückliche Beziehung. Am liebsten aber absolviert er mit seinen beiden Kumpels Nonne und Paule Parkourläufe über urbane Industriebrachen. Was er an sportlichen Hürden spielerisch nimmt, daran scheitert er im Leben. Rasend eifersüchtig auf Nonne, der Hannah für ihre Abiprüfung Nachhilfestunden gibt, steigert er sich in einen aggressiven Wahn hinein, der sein aussichtsreiches Leben – Karriere und Beziehung – ruiniert.

Mittzwanziger Richie, ein begeisterter Parkour-Läufer, ruiniert sich mit aggressiver Eifersucht sein Leben. Das in Hof prämierte Langfilmdebüt von Marc Rensing ist weniger Sportfilm als eindringliches Psychodrama.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Richie ist Mitte zwanzig, arbeitet als Gerüstbauer und lebt mit seiner Freundin zusammen, die gerade ihr Abitur nachholt. In seiner Freizeit geht er mit seinen Freunden der großen Sportleidenschaft, dem Parkour, nach. Mehr und mehr steigert sich Richie in eine krankhafte Eifersucht und gerät dabei auf einen selbst zerstörerischen Trip aus Misstrauen, Kontrollsucht und Wahnvorstellungen. Der äußerst überzeugende Debut-Film von Regisseur Marc Rensing fasziniert mit überraschenden Wendungen, rasanten und zugleich atemberaubenden Bildern der neuen Trendsportart Parkour und einer hervorragenden Besetzung mit Nachwuchstalenten des deutschen Films, allen voran Christoph Letkowski. Eine konsequente Story mit einem interessanten Protagonisten, die durch ein gutes Gefühl für atmosphärische Dichte und feinem psychologischen Tiefgang punktet.

    Jurybegründung:

    Die Leidenschaft für Parkour schweißt die drei Freunde Richie, Nonne und Paule zusammen. Die Überwindung aller Hindernisse mit körperlicher Stärke und der Fähigkeit zur totalen Konzentration gibt vor allem Richie ein Gefühl der Freiheit und das Bewusstsein, alle Grenzen überwinden zu können. Mit einer guten beruflichen Perspektive als Gerüstbauer und der Liebe einer hübschen Freundin scheint sein Leben in guten Bahnen. Doch seine latente Eifersucht steigert sich selbstzerstörerisch von Tag zu Tag bis hin zur Katastrophe...

    Regisseur Marc Rensing schuf nach einem guten Drehbuch mit stimmigen Dialogen ein intensives Psychogramm eines jungen Mannes, der im trügerischen Bewusstsein, alle Grenzen überwinden zu können, scheitert. Dank der hervorragenden darstellerischen Leistung von Christoph Letkowski, der körperliche Fitness im persönlichen Einsatz bei Parkour eindrucksvoll unter Beweis stellen darf und ebenso präzise die fatale Entwicklung einer Psychose zum Ausdruck zu bringen vermag, wird dieser Film zum packenden Erlebnis. Ein Werk, das Dank einer guten Dramaturgie zum Ende hin seine Spannung noch einmal zu steigern vermag.

    Nora von Waldstätten spielt die junge Abiturientin Hannah, welche den Konflikt einer sich immer mehr steigernden Besitz ergreifenden Liebe von Richie überzeugend darzustellen weiß. Ebenso gut besetzt sind die Charaktere von Richies Freunden und seinen Arbeitskollegen am Bau, ihr Spiel überzeugend.

    Der Film lebt auch auf besondere Weise durch seine exzellente Kameraarbeit, welche die rasanten Stunts beim Parkour ebenso gut einzufangen weiß, wie auch die der Handlung angemessene stimmige Atmosphäre mit eindrucksvollen Bildern einfängt.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Ein Parkourläufer steigert sich in diesem authentischen Psychodrama aus Verlustängsten um seine hübsche Freundin in einen unberechenbaren, gewalttätigen Wahn.

    Mittzwanziger Richie (Christoph Letkowski) ist Gerüstbauer und führt mit der jüngeren Hannah (Nora von Waldstätten) eine glückliche Beziehung – am liebsten aber absolviert er mit seinen beiden Kumpels Nonne (Marlon Kittel) und Paule (Constantin von Jascheroff) Parkour-Läufe über urbane Gebirge: Häuser, Dächer, Fassaden. Aus schwelender Eifersucht um seine attraktive Freundin vermöbelt er heimlich Nebenbuhler in der Disco. Doch so richtig brechen seine Verlustängste aus, als Hannah, die berechtigte Sorge hat, ihr Abitur nicht zu schaffen, Mathe-Nachhilfestunden nimmt. Denn obwohl er dafür Nonne beauftragt, um ja nicht die Kontrolle über die Situation zu verlieren, wird er rasend eifersüchtig. Nicht ganz unschuldig daran ist sein österreichischer Baukollege Janko (Georg Friedrich als Nervensäge), der mit seinem gescherten Gerede von fortlaufender Untreue seine Paranoia entfacht und den Wahn anstachelt. Geldsorgen, ein betrügerischer Bauherr und eine Pechsträhne später wächst Richie alles über den Kopf, bis er einen tragischen Unfall verschuldet, der Janko ins Krankenhaus befördert. Damit schlittert Richie erst richtig in seinen verbissenen Irrsinn.

    Das in Hof (Kodak Förderpreis 2009) und Baden-Baden (MFG Star 2009) prämierte Langfilmdebüt von Marc Rensing beginnt zwar wie ein energiegeladener Sportfilm, ist aber tatsächlich ein klassisches Psychodrama über die vernichtende Wirkung der Eifersucht. Mit Anleihen bei „Das weiße Rauschen“ gelingt Rensing, der mit am Drehbuch schrieb, die Chronik einer sich auswachsenden Geisteskrankheit authentisch und dennoch nicht wie eine klinische Fallstudie zu inszenieren, sondern als eindringlichen, bestürzenden Abstieg in die Hölle – ohne jede Effekthascherei. Zwar sind einige Stilmittel zu durchsichtig, aber der düster bebilderte Film schraubt sich gefährlich tief in den ausufernden Wahn hinein – so tief, dass auch der Zuschauer getäuscht wird und einige bittere Überraschungen erlebt. Das Parkour-Laufen in einer Industriebrache dient vor allem als Metapher für den Geisteszustand der Hauptfigur: zunächst sind die Hürden, die er spielerisch nimmt, im Leben jedoch daran scheitert, ein sportlicher Spaß, bald eine Flucht, schließlich (auto)aggressive Destruktivität. Wie Letkowski als psychisch Labiler agiert und immer mehr Freunde verprellt, wenn nicht verprügelt, während ihm selbst in einem wiederkehrenden Vertigo der Boden unter den Füßen weggezogen wird, ist stark und so glaubwürdig, wie die restliche Besetzung eines vielversprechenden Erstlingswerks. tk.

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